Wirtschaft

Großbank Barclays empört Großbritannien mit massiver „Steuerflucht“

Die britische Großbank Barclays war im Januar international in die Schlagzeilen geraten, als der zum neuen Chef aufgestiegene Investmentbanker Bob Diamond verkündete, die Zeit der „Zurückhaltung“ sei vorbei und sich trotz eines noch immer maroden Finanzsystems wieder für pralle Bonuszahlungen aussprach („Es gab für uns die Phase des Bedauerns und der Entschuldigungen. Damit muss nun Schluss sein!“). Nun empört ein weiteres skandalöses Detail das angeschlagene Vereinigte Königreich. Barclays hat 2009 bei einem Gewinn von 11,6 Mrd. Pfund gerade einmal 113 Mio. Pfund an Unternehmenssteuern an das britische Finanzamt abgeführt. Der normale Steuersatz liegt hier bei 28%. Da jedoch 30 Barclays-Töchter in Steuerparadiesen angesiedelt sind (die wichtigsten Steuerparadiese weltweit liegen in den USA, der US-Bundesstaat Delaware, und auf britischem Territorium), musste die Bank nur zehn Prozent ihrer Gewinne aus dem Jahr 2009 in Großbritannien versteuern. Allerdings sei es Branchenkennern nach sehr zu bezweifeln, dass nur jedes zehnte Pfund in Großbritannien verdient worden sei.

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