Wirtschaft

Großbritannien will Pensionsfonds zur Infrastrukturfinanzierung heranziehen

London ist nach New York der größte Finanzplatz der Welt. Umso heftiger wurde das Land auch von der Finanzkrise 2008 erwischt: 2009 stürzte die Wirtschaftsleistung um 4,9 Prozent ab. Im Jahr 2010 wurde dann lediglich ein moderates Wachstum von 1,3 Prozent erreicht. Das Defizit im Haushaltsjahr 2011/12 beläuft sich voraussichtlich immer noch auf ca. 8 Prozent des BIP, nachdem zwei Jahre zuvor ein Rekordminus von 11 Prozent verzeichnet worden war. Nachdem die Staatsverschuldung 2007/08 noch bei 43 Prozent gelegen hatte, ist sie inzwischen auf 88 Prozent angestiegen.

Nun will Finanzminister George Osborne innovative Wege außerhalb des Budgets einschlagen, die zugleich die Wirtschaft ankurbeln sollen, ohne dabei den strikten Sparhaushalt zu verletzen. Dafür sollen Gelder aus den Pensionsfonds und von Versicherungen in der Höhe von 20 Milliarden Pfund (23,26 Milliarden Euro) in Infrastrukturprojekte umgeleitet werden. Die entsprechenden Infrastruktur-Bonds sollen mit einer staatlichen Garantie hinterlegt werden und in Projekte im Verkehrs-, Telekom- und Energiebereich sowie in den Bau von Schulen und Spitälern fließen. Die Pensionsfonds und Versicherungen sollen dann wiederum von den Rückflüssen aus den Projekten profitieren.

Das Finanzministerium will zudem die Investitionen in freie Schulen und Forschungsprojekte erhöhen und die Kreditvergabe an Klein- und Mittelunternehmen durch ein staatlich garantiertes Programm verbessern. Der hohen Jugendarbeitslosigkeit soll mit Sonderschulungsmaßnahmen für 400.000 Personen begegnet werden.

Die OECD hatte kürzlich ihre Prognosen für Großbritannien für das kommende Jahr 2012 von 1,8 auf 0,5 Prozent gesenkt.
 

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