Energie & Umwelt

Grund für das rätselhafte Bienensterben gefunden

Weltweit gibt es seit einigen Jahren ein mysteriöses Bienensterben. Normalerweise überleben rund 10% der Bienenvölker den Winter nicht. Die Zahl hat jedoch seit 2007 dramatisch zugenommen. Dem bislang noch nicht geklärten Bienensterben fallen allein in den USA jährlich ein Drittel aller Bienenvölker zum Opfer, in Deutschland beträgt die Quote rund 15-30%. Bislang waren Umweltgifte, Krankheiten oder auch gentechnisch veränderte Blütenpflanzen im Verdacht. Die Entwicklung ist dabei nicht zu unterschätzen: 80% aller Blütenpflanzen sind auf die Bienenbestäubung angewiesen. Der kommerzielle Wert der Bestäubung durch Bienen beträgt weltweit geschätzte 135 Milliarden Euro pro Jahr – für die rasend wachsende Weltbevölkerung von derzeit 7 Milliarden Menschen wäre zudem bei einem Kollaps der Bienenbestände die Lebensmittelversorgung akut gefährdet.

An der University of Maryland ist man dem Rätsel nun ein gutes Stück näher gekommen. Untersuchungen haben ergeben, dass vermutlich eine unbeabsichtigte Kombiwirkung von Antibiotikum und Pestiziden die Bienen tötet. Die Bienenstöcke werden dabei ironischer weise mit dem Antibiotika besprüht, um sie besser durch den Winter zu bekommen. Das Antibiotikum Oxytetrazyklin erhöht jedoch die Anfälligkeit der Insekten für die toxische Wirkung von Milbenmitteln und anderen Pestiziden, mit denen sie bei der Nahrungsmittelsuche in Kontakt kommen. Das Antibiotikum hindert offenbar verschiedene Membranproteine daran, die toxischen Stoffe verschiedener Gifte, wie beispielsweise gegen den Bienenfeind Varroa-Milbe oder andere Schädlinge, wieder aus den Zellen herauszulassen.

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