Wirtschaft

Gütesiegel „Made in Germany“ steht zur Disposition

Die EU-Kommission plant eine Änderung beim Ursprungsrecht, wodurch das Gütesiegel „Made in Germany“ bedroht ist. Laut den Plänen der Kommission soll sich der Ursprung importierter Waren künftig nicht mehr nach dem Land richten, in dem die letzte Fertigungsstufe, also die letzte Be- oder Verarbeitung, vorgenommen wurde. Statt dessen müsste der Ursprung in einem komplizierten Verfahren für jedes Produkt gesondert und regelmäßig neu ermittelt werden. Die Deutsche Industrie und Handelskammer (DIHK) will sich nun in Brüssel für den Erhalt des bewährten Systems stark machen. Bisher wird ein deutscher Ursprung und damit auch das Herkunfts-Label „Made in Germany“ vergeben, wenn lediglich die letzte Fertigungsstufe in Deutschland vorgenommen wurde. In Deutschland betrifft dies jährlich 1,3 Millionen Erzeugnisse. Das neue Ursprungsrecht würde, so die DIHK, nicht nur die deutsche Wirtschaft hart treffen, sondern auch zu einem erheblichen Mehraufwand an Bürokratie führen, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen, was auch dem Ziel des Bürokratieabbaus zuwiderlaufen würde.

Laut dem Statistikunternehmen Statista achten 30% der Deutschen Verbraucher beim Einkauf auf das Gütesiegel „Made in Germany“, 34% sind in dieser Frage unentschieden, 36% gaben an, beim Einkauf nicht darauf zu achten. Allerdings hat die Ursprungsbezeichnung aufgrund des guten Rufes deutscher Produkte auch im Ausland einen hohen Stellenwert.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.