Energiepolitik

Gutachten belegt: Deutschland startet bei der Energieeffizienz auf hohem Niveau

Gutachten belegt: Deutschland startet bei der Energieeffizienz auf hohem Niveau und kann die EU-Energieeffizienzrichtlinie bis 2020 sogar übererfüllen. Die Richtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, bis 2020 jährlich 1,5% der Energie einzusparen. Die Studie zeigt auch die hohe Bedeutung der Gebäudeenergieeffizienz, die einen Anteil von rund 30% an den gesamten Einsparungen der Energieeffizienzziele hat. Auf den Gebäudebereich entfallen 40% des Primärenergieverbrauchs, rund 80% davon für Wärme und Warmwasser.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat eine neue Studie zur Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie veröffentlicht. Die Studie zeigt: Werden alle bestehenden und geplanten politischen Maßnahmen, die in Deutschland zu Energieeinsparungen führen, genutzt und konsequent fortgesetzt, so kann Deutschland das in der Richtlinie festgesetzte Ziel zur Einsparung beim Endenergieabsatz für die Jahre 2014 bis 2020 einhalten und sogar übererfüllen. Voraussetzung ist, dass die Spielräume der EU-Energieeffizienzrichtlinie bei der Umsetzung voll ausgeschöpft werden.

Der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dr. Philipp Rösler: „Das Gutachten zeigt, dass Deutschland bereits umfangreiche wirksame Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz ergriffen hat. Damit starten wir bei der Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie auf einem sehr hohen Niveau. Wichtig ist, dass unsere Instrumente zur Steigerung der Energieeffizienz sich auch künftig am Grundsatz der Wirtschaftlichkeit und der Technologieoffenheit orientieren und sich passgenau in den bestehenden Instrumenten-Mix einfügen.“

Die Richtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, bis 2020 jährlich 1,5 Prozent der an die Verbraucher abgesetzten Energie einzusparen. Das Gutachten bewertet unter Verwendung der Berechnungsvorgaben der Europäischen Union die Einsparwirkung von rund 50 politischen Maßnahmen bis zum Jahr 2020. Zu den untersuchten Maßnahmen zählen die Förderung der Gebäudesanierung und der Energieberatung, die bestehenden nationalen ordnungsrechtlichen Vorgaben und preisbedingte Einsparanreize. Die Studie zeigt die hohe Bedeutung, die der Steigerung der Gebäudeenergieeffizienz, mit einem Anteil von rund 30 Prozent an den gesamten Einsparungen, für eine Erreichung der Energieeffizienzziele zukommt.

Das BMWi wird die vor kurzem innerhalb der Bundesregierung eingeleitete Abstimmung zur Umsetzung der Richtlinie dazu nutzen, sich mit den Beteiligten dazu auszutauschen, wie der Katalog an Instrumenten zur Steigerung der Energieeffizienz weiter optimiert werden kann.

Das Gutachten wurde von der Prognos AG im Auftrag des BMWi und der Bundesstelle für Energieeffizienz erstellt. Bei der Begleitung des Gutachtens waren auch das Bundesministerium der Finanzen, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung eingebunden.

Die Studie ist hier kostenfrei abrufbar.

(BMWi 2013)

Weitere interessante Studien:

Greentech industries: further growth driver for CEE? Das Wachstum der “grünen Technologien” weitet sich weiter aus. Bis ins Jahr 2020 ist in CEE mit einem jährlichen Zuwachs von 8,5 Prozent zu rechnen.

– Ernst & Young: Cleantech-Report. Spätestens seit der Ausrufung der Energiewende steht die Cleantech-Branche im Fokus der Aufmerksamkeit: Grüne und saubere Technologien wie regenerative Energien, Elektromobilität, Energieeffizienz oder Umwelttechnik gewinnen an Bedeutung.

– Roland Berger hatte im September 2011 eine Studie zur „Effizienzsteigerung in stromintensiven Unternehmen“ veröffentlicht. Demnach würden Investitionen in Effizienztechnologie in Höhe von 23 Milliarden Euro längerfristig zu Einsparungen im Volumen von über 100 Milliarden Euro führen. Das betrifft vor allem den Einsatz von effizienteren Maschinen sowie für optimierte Produktionsverfahren.

– Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch eine Studie der Institute gws Osnabrück und IFEU Heidelberg Im Auftrag des Bundesumweltministeriums (BMU) vom Januar 2012. Die Studie analysiert die volkswirtschaftlichen Effekte von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. (Link zu der Studie „Volkswirtschaftliche Effekte der Energiewende: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz„.)

Weiterführende Informationen:

Novellierung des Energieeinsparungsgesetzes und der Energieeinsparverordnung

KfW verbessert Programm Energieeffizient Sanieren

Energetisches Bauen und Sanieren entlastet netto um 4,3 Mrd. Euro

(mb)

Marc Brümmer

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