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Gute Sitten – früher und heute

Den einen guten Ton gibt es nicht. Das zeigte Manuel Stöbel schon letzte Woche, als er sich an verschiedenen Orten auf die Suche nach dem guten Ton begab. Gute Sitten sind stark kontextabhängig. Was wir als gute Sitten begreifen, ist beeinflusst durch die Zeit, in der wir leben, durch unsere Herkunft und durch die Erziehung, die wir genossen haben. Oft sind uns unsere Moralvorstellung gar nicht bewusst. Ohne zu hinterfragen, teilen wir ein in gute Sitten und schlechte Sitten. Das verdeutlicht Stöbel am Beispiel des Großvaters, für den ganz andere gute Sitten galten als für uns heute.

In seinem heutigen Beitrag zur Themenserie „Ihr guter Ton“ geht es um gute Sitten – früher und heute.

Was früher gute Sitten waren, ist heute out

Was früher galt, ist heute überholt. Aber genauso gut kann es sein, dass das, was damals war, heute umso mehr  gilt. Was der Opa noch wusste, wissen wir heute nicht mehr, obwohl es vielleicht ganz sinnvoll wäre. Wer weiß, wo der gute Ton, gute Sitten herkamen.

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Zu Opas Zeiten herrschten andere gute Sitten als heute. (Bild: Jerzy Sawluk / pixelio.de)

Haltung bewahren zu Opas Zeiten

Diejenigen Leser, die so langsam auf die Midlife-Crisis zusteuern, wissen vielleicht noch, wie der Großvater am Sonntagnachmittag beim Spaziergang uns seinen Stock ins Kreuz hielt und uns mahnte, „Junge, geh’ aufrecht und bewahr Haltung“ – Haltung bewahren gehörte zum guten Ton. Oder Sie erinnern sich noch an den Satz des Großvaters oder auch der eigenen Eltern; „wenn der Junge von nebenan das noch mal macht, dann musst du das auch so machen“…? Das Prinzip „Wie du mir, so ich dir“ gehörte und gehört noch zum guten Ton manchen Verhaltens. Das alles mag heute in unserem freiheitlichen Denken recht antiquiert klingen. Im Denken schon! Im Verhalten auch?

Was wir als gute Sitten sehen ist uns oft nicht bewusst

Wir sind doch alle bewusst denkende erwachsene Menschen, die mitten Leben ihre Frau oder ihren Mann stehen. Wir sind tolerant, offen für neue Impulse und sehen immer die Chance statt das Problem; wir suchen die Lösung und bleiben nicht bei der Frage hängen… Soweit eben das Denken und teilweise auch noch die Bühne, auf der wir unseren Alltag spielen.

Was ist aber, wenn der Vorhang fällt und wir hinter der Bühne weiterleben? Wer ein Theatermensch ist, der weiß, dass der interessantere Eingang ins Theater der Bühnen- bzw. Hintereingang ist. Den nehmen übrigens auch die Stars! Hier sind die Stars auch Menschen – Wesen mit Gefühlen, Bedürfnissen, Erlebnissen und fehlerhaftem Verhalten wie wir.

Theatermenschen sind an Offenheit nicht zu überbieten, meinen viele Outsider. Jeder Insider weißaber, wie engstirnig und egomanisch ein Künstler sein kann. Offenheit – dieses viel gepriesene Wort – ist keine Frage des Berufsstandes oder des persönlichen Glamours, den man um sich hat oder macht. Zum Großteil ist es eine Frage der Herkunft und der Erziehung.

Gute Sitten – eine Frage der Erziehung

Wenn also der Vorhang unserer Verhaltensbühne fällt und wir uns nur noch un-bewusst verhalten, dann kommt das alte Vorbild des Großvaters. Der Opa wusste vielleicht noch nichts über die Bereicherung, die der Kontakt mit anderen Kulturen und Menschentypen bedeuten kann. Für ihn gehörte es zum guten Ton, skeptisch und verschlossen gegen Fremde zu sein. Er wollte – warum auch immer – keinen Kontakt zu anders denkenden Menschen. In dieser Auffassung erzog er vielleicht auch seine Kinder.

Der Opa dachte, dass es das Beste für seine Kinder sei, so zu sein wie er. Dass er so eine verschlossene, intolerante und vielleicht menschenfeindliche Generation in die Welt setzte, die seinen „guten“ Ton munter weiterlebt und die ihn wiederum an ihre Kinder sicher und überzeugt weitergibt, war ihm nicht bewusst. Er dachte also – oder dachte eben nicht.

Unser Verhalten ist tief in unseren ererbten und gelernten Mustern eingearbeitet. Und das ist auch der Ursprung unseres persönlichen guten Tones!

Ihr

Ihr guter Ton, Unternehmenskommunikation, Verbindung
Unterstützen Sie das Business Ihres Unternehmens durch wertschöpfende Kommunikation (Foto: © Manuel Stöbel)

Manuel Stöbel

 

Über Manuel Stöbel

Manuel Stöbel ist der gute Ton Ihres Unternehmens. Die signifikanten Ergebnisse seines Engagements sind wertschöpfende Kommunikation für Branding, Leadership, Softskills und Personality. Sein persönlicher Background, die Opernbühne und zwei Jahrzehnte Trainingserfahrung, lassen bekannte Themen in neuen Blickwinkeln deutlich werden und schaffen stets eine Atmosphäre kreativer Effizienz.

Mehr über Manuel Stöbel finden Sie in seinem AGITANO-Expertenprofil und im Internet unter www.manuel-stoebel.de.

Katja Heumader

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