Regionales

Häftlinge machen 64% aller beendeten Bildungsmaßnahmen aus

"Die berufliche Aus- und Weiterbildung von Gefangenen ist einer der Kernpunkte unseres auf Behandlung ausgerichteten Justizvollzugs“, so der Nordrhein-Westfälische Justizminister Thomas Kutschaty in Düsseldorf. 2010 vollendeten insgesamt 1.846 Strafgefangene eine berufliche Bildungsmaßnahme. Das entspricht 64% aller beendeten beruflichen Bildungsmaßnahmen. 2009 waren es noch 1.790 und 2008 1.770. Nur ein Drittel der erwachsenen und gerade Mal 10% der jugendlichen Gefangenen verfügen bei ihrer Inhaftierung über berufliche Qualifikationen. Die meisten der unqualifizierten Gefangenen waren zuvor überwiegend Arbeitslos oder Langzeitarbeitslos. „Wenn wir hier ansetzen und die Haftzeit zur beruflichen Bildung nutzen, leisten wir einen entscheidenden Beitrag zur Resozialisierung der Gefangenen und schaffen damit mehr Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land." so der Minister. Das Ausbildungsangebot für Inhaftierte in Nordrhein-Westfalen beläuft sich auf 1.400 Qualifizierungsplätze in über 150 unterschiedlichen Fachrichtungen. Dabei entsprechen die vermittelten Bildungsinhalte den Ausbildungsordnungen im Handwerk oder der Industrie. Insgesamt beteiligten sich 3.941 Gefangene 2010 an Berufsbildungsmaßnahmen.

Insgesamt besitzen nur rund 60% der Gefangenen in Deutschland Berufsqualifikationen. Im Rahmen von zahlreichen Bildungsangeboten haben die Inhaftierten auch die Möglichkeit, an der Fernuniversität Hagen die mittlere Reife oder das Abitur abzuschließen. Wenn ein entlassener Häftling im ersten Halbjahr nach seiner Entlassung eine Arbeitsstelle findet und sein eigenes Leben finanzieren kann, ist die Rückfallrate fast gleich Null.

 

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