Energie & Umwelt

Halbwertszeit von Atommüll auf wenige Hundert Jahre verkürzen

Die Halbwertzeit von radioaktiven Stoffen im Atommüll kann einige Millionen Jahre betragen. Physiker wollen die Strahlungszeit nun um den Faktor 10.000 auf wenige Hundert Jahre verkürzen. Dafür wird nun eine Versuchsanlage im belgischen Mol errichtet. Der supraleitende Linearbeschleuniger kostet rund eine Milliarde Euro. Der Atommüll, wie beispielsweise das hochtoxische Transuran Plutonium, soll dann mit schnellen Neutronen beschossen werden, um ihn in wesentlich kurzlebigere Isotope umzuwandeln. Das Projekt „MYRRHA“ baut dabei auf der EU-Studie „Eurotrans“ auf. Ziel ist es, die großtechnische Machbarkeit der Umwandlung von Transuranen zu zeigen. Die 250 Meter lange Versuchsanlage mit einer Beschleunigungsspannung von 600 Millionen Volt soll laut der Zeitung „Die Welt“ innerhalb der nächsten drei Jahre errichtet werden – ursprünglich war die volle Leistung des ambitionierten und langwierigen Projekts erst für 2023 vorgesehen. Den für die Transmutation notwendigen sehr intensiven Neutronenfluss soll MYRRHA als Hybrid aus Reaktor und Teilchenbeschleuniger erzeugen. Damit wird dann zugleich zur Transmutation des Atommülls auch Strom im Bereich von 100 MW Leistung erzeugt. Eine selbstständige Kettenreaktion wäre in dem unterkritisch ausgelegten Reaktor nicht möglich.

 

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