Regionales

Hessen: Status der Kindergarten- und Kitaplätze

Das neue Kindergartenjahr, das in diesen Tagen startet, wartet mit einer Premiere auf: Hessenweit beginnt in 55 Einrichtungen an 30 Standorten das Modellprojekt Qualifizierte Schulvorbereitung (QSV). „Ziel des Projektes ist es allen Kindern einen erfolgreichen Übergang in die Grundschule zu ermöglichen“, erklärte Petra Müller-Klepper, Staatssekretärin im Hessischen Sozialministerium, heute in Wiesbaden. Damit dies gelänge arbeiten nun an den Modellstandorten Kindergärten und Grundschulen bereits zwei Jahre vor der Einschulung intensiv zusammen. „Durch die damit möglich werdenden Förderangeboten, die auf den individuellen Bedarf des einzelnen Kindes abgestimmt sind, leistet die QSV einen wichtigen Beitrag für mehr Chancengleichheit“, unterstrich Müller-Klepper. Eine zentrale Rolle spiele dabei auch die Zusammenarbeit mit den Eltern. „Erst wenn alle an der Bildung des Kindes beteiligten von Anfang an als Bildungspartner zusammenarbeiten, können Kinder ihre Potenziale wirklich entfalten.“ Von den Ergebnissen und Erkenntnissen der QSV, die bis 2014 läuft, sollen anschließend alle hessischen Einrichtungen in Bezug auf die Gestaltung des Übergangs zwischen Kindergarten und Grundschule profitieren.

Staatssekretärin Müller-Klepper erklärte zudem, dass das neue Kindergartenjahr in Hessen positiv starte. „Für jedes hessische Kind, das drei Jahre oder älter ist, steht ein Kindergartenplatz zur Verfügung. Hessenweit liegt der Versorgungsgrad für Kindergartenplätze bei über 100 Prozent.“ Die Zahl der Kindertageseinrichtungen in Hessen sei von 3.977 (2010) auf rund 4050 gestiegen. Die Träger halten rund 192.000 Kindergartenplätze für Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt vor. Hinzu kommen rund 30.000 Plätze zur Schulkinderbetreuung. Zudem stehe für 30,5 Prozent (Stand August 2012) der Kinder unter drei Jahren ein Betreuungsplatz zur Verfügung.

Trend zur Ganztagsbetreuung – vorbildliche Inklusion

„Im Kindergartenbereich gewinnt die Ganztagsbetreuung zunehmend an Bedeutung. Die Einrichtungen leisten einen grundlegenden Beitrag, damit Eltern Familie und Beruf vereinbaren können“, so Müller-Klepper. Mittlerweile bleiben immer mehr Kinder bis in den Nachmittag in der Kita: Über 40 Prozent aller Kinder nehmen die Betreuung in Kindertageseinrichtungen für mehr als sieben Stunden täglich in Anspruch. Außerdem erfüllen Kindertageseinrichtungen eine wichtige Funktion bei der Integration von Kindern mit Behinderungen. Derzeit besuchen in Hessen rund 4.900 eine Kindertageseinrichtung. „Die gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung im Kindergarten ist von der Ausnahme zum Regelfall geworden. Hessen hat hier bundesweit eine Vorreiterrolle übernommen und setzt das Ziel der Inklusion vorbildlich um“, unterstrich die Staatssekretärin.

Schwerpunkt U3-Ausbau

Nachdem im Kindergartenbereich dank der intensiven Anstrengungen der Kommunen, freien Träger und Kirchen mittlerweile eine Vollversorgung erreicht ist, sieht Petra Müller-Klepper den Schwerpunkt weiterhin vor allem im Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren. Um diesen weiter zu beschleunigen und dem Rechtsanspruch, der ab 1. August 2013 gelten wird, gerecht zu werden, nehme man noch einmal Geld in die Hand und werde das geplante Landesinvestitionsprogramm auf rund 100 Millionen Euro ausbauen. Das bereits 30,6 Millionen Euro schwere Landesinvestitionsprogramm werde durch zusätzliche rund 25 Millionen Euro aus Landesmitteln auf rund 55 Millionen Euro aufgestockt. Zusätzlich werden rund 45 Millionen Euro in das Programm fließen, die vom Bund erwartet werden. Diese Mittel wurden Hessen im Zuge der Verhandlungen, die um den Fiskalpakt geführt wurden, in Aussicht gestellt. Sie seien ein Resultat der Verhandlungen zwischen dem Bund und den Ländern über die Zustimmung zum Fiskalpakt. „Das Land trägt damit den Löwenanteil an dem Landesinvestitionsprogramm“, betonte Müller-Klepper. „Die Mittel des Bundes leiten wir in dieses Programm, da so eine schnelle und unkomplizierte Verwendung der Gelder möglich wird.“

Hessen sei außerdem bei der Umsetzung des Bundesinvestitionsprogramms „Kinderbetreuungsfinanzierung 2008-2013“ sehr erfolgreich. Für Hessen stehen aus dem Programm im Zeitraum 2008 bis 2013 insgesamt 165,2 Millionen Euro an Mitteln zur investiven Förderung des U3-Ausbaus zur Verfügung. Schon jetzt sind Gelder in Höhe von rund 161 Millionen Euro durch Bewilligungen gebunden, das entspricht einer Bewilligungsquote von über 97 Prozent des Gesamtvolumens.

Das Land Hessen fördert zudem den Ausbau der U3-Plätze bereits seit 2007 mit dem BAMBINI-Programm. „Dank des großen Engagements der Kommunen und der massiven finanziellen Unterstützung ist inzwischen ein Versorgungsgrad von 30,5 Prozent bei der U3-Betreuung erreicht. Zu Beginn des Kindergartenjahres 2011 waren es noch 26,9 Prozent. Das BAMBINI-Förderprogramm hat maßgeblich zu dieser erfolgreichen Entwicklung in Hessen beigetragen.“ Die jährlich zur Verfügung gestellten Haushaltsmittel von 45 Millionen Euro im Jahre 2007 wurden auf inzwischen 111,4 Millionen Euro im Jahr 2012 erhöht.

Zudem erhalten Träger, die in den Jahren 2011 und 2012 neue U3-Plätze in Kindertageseinrichtungen schaffen, einen U3-Neuplatzbonus. Jeder im Zeitraum September 2010 bis August 2011 neu geschaffene U3-Platz wurde in 2011 zusätzlich mit 1.500 Euro gefördert und erhält in 2012 noch einmal 800 Euro. Für Plätze, die von September 2011 bis August 2012 entstehen, gibt es eine einmalige Förderung von 800 Euro. Um die Dynamik des U3-Ausbaus weiter voran zu bringen und aufrecht zu erhalten, soll der U3-Neuplatzbonus auch für die Plätze in Kindertageseinrichtungen gewährt werden, die im Jahr 2013 neu geschaffen werden. Jeder im Jahr 2013 geschaffene U3-Platz in Kindertageseinrichtungen soll einmalig mit 800 Euro gefördert werden. „Hessen ist damit auf einem guten Weg, der wachsenden Nachfrage nach Betreuungsmöglichkeiten für die Altersgruppe der unter Dreijährigen gerecht zu werden“, so die Staatssekretärin abschließend.

Pressestelle: Hessisches Sozialministerium
Pressesprecherin: Gesa Krüger, Dostojewskistr. 4, D-65187 Wiesbaden
Telefon: (0611) 817 34 08, Fax: (0611) 89 0 84 – 666
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(Quelle: Landesportal Hessen)

 

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