Bauen & Wohnen

Hochbau in Zeiten des Berliner Booms

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„Was vorstellbar ist, ist auch machbar,“ wirbt das Bauunternehmen Hochbau Falkowski aus Luckau für neue Bauten in Berlin und Brandenburg. Den einen eine Drohung, den anderen eher eine Verheißung. Hochbau Falkowski baut sowohl Mehrfamilienhäuser, Villen oder Townhäuser, als auch moderne Mikroapartments oder öffentliche Gebäude. Das Unternehmen ist im Hoch- und Tiefbau ebenso als Generalunternehmer tätig. Wie sieht es für ein mittelständisches Unternehmen mitten im Berliner Bauboom aus? Tino Falkowski hat sich mit Oliver Foitzik dazu unterhalten.

Wohin geht der Berliner Trend? – Tino Falkowski im Interview

Herr Falkowski, Ihr Unternehmen hat seit 2006 über 117 Bauprojekte realisiert, darunter ein großer Teil moderner Mehrfamilienhäuser. Was wird im Großraum Berlin derzeit am meisten nachgefragt?

Momentan bauen wir für viele Bauherren und Investoren Mikroapartments und Wohnstudios. Das liegt natürlich daran, dass die Nachfrage nach Wohnraum sehr hoch ist und jeder zu Verfügung stehende Raum genutzt werden muss. Des Weiteren bauen wir klassische Mehrfamilienhäuser im privaten als auch im öffentlichen Sektor. Am häufigsten gefragt sind bezahlbare Mietwohnungen.

Die Hauptstadt und ihr Speckgürtel boomen im Immobiliensektor. Ihre Auftragsbücher müssten voll sein. Ist es so und wie lange wird das anhalten?

Der Berliner Immobiliensektor boomt, das ist klar. In der jetzigen Zeit kommt es darauf an, so viele Aufträge wie nur möglich zu erfüllen. Dennoch achten wir immer auf unsere Struktur und deren Philosophie. Qualität und Sauberkeit ist das A und O für einen zufriedenen Kunden.

Meiner Meinung nach wird dieser Boom die nächsten acht Jahre anhalten, da einfach genug Nachfrage besteht. Natürlich spielen auch Faktoren wie die allgemeine Wirtschaft eine sehr große Rolle, aber auch die Finanzierungsfreudigkeit der Banken, die man nicht beeinflussen kann.

Volle Auftragsbücher erfordern qualifizierte Mitarbeiter. Spüren Sie den allseits beschworenen Facharbeitermangel und wie reagiert Ihr Unternehmen darauf?

Wir spüren in unserer Branche den Facharbeitermangel besonders, da die heranwachsende Generation wenig Interesse an der Baubranche oder das allgemeine Handwerk hat. Aufgrund dieses Wissens der Problematik sind wir täglich bestrebt, Vollgas zu geben, den Arbeitsmarkt in der Baubranche wieder schmackhaft zu machen, vor allem für junge Menschen. Wir als Familienunternehmen stehen immer im engen Kontakt zu unseren Mitarbeitern und Partnern, teilen unsere unternehmerischen Erfolge und setzen uns im Team gemeinsame Ziele für die Zukunft.

In Berlin ist in den letzten Jahren viel von baulicher Verdichtung die Rede. Dazu gehört auch der Hochbau, in dem Sie tätig sind. Wird es in Ballungsgebieten künftig wieder mehr Hochhäuser geben oder werden innerstädtische Straßenzüge künftig mit mehr Etagen ausgebaut?

Speziell in Berlin wird es in Zukunft mehr Hochhäuser geben, da Wohnraum immer knapper wird. Schwierigkeiten ergeben sich dabei sowohl bei langwierigen Genehmigungsverfahren für Hochhäuser als auch für mehrgeschossige Bauten in den klassischen Straßenzügen, da sich die Bauhöhe dieser Projekte immer an den Nachbargebäuden orientiert.

In Berlin sind in den nächsten Jahren eine Reihe von Wohnanlagen in Randbezirken geplant. Ist das der Trend zum urbanen Wohnen, oder wohin geht dieser Ihrer Meinung nach?

Da die innerstädtischen Flächen kostentechnisch geradezu explodieren, geht der Trend klar in die Randbezirke. Die Bevölkerungsdichte ist zentral sehr strapaziert, daher wird urbanes Wohnen die Zukunft sein.

Auch fehlende Grundstücke und langsame Genehmigungsverfahren führen einfach dazu, dass Berlin weitläufiger wird. Wohnen wird immer teurer, was viele Menschen dazu bewegt, einen längeren Weg auf sich zu nehmen. Derzeit rennt das Lohnniveau in Berlin den Wohnkosten hinterher.

Häufig werden von Bauherrenseite zu viele Vorschriften und zu lange Genehmigungswege für den anhaltenden Wohnraummangel in Berlin verantwortlich gemacht. Würden Sie das als Praktiker bestätigen? Wenn ja, welche Verschlankungen könnten die Bautätigkeit beschleunigen?

Der Prozess der Bauvoranfragen sowie die allgemeinen Genehmigungsphasen dauern meiner Einschätzung nach viel zu lang. Ich denke, dass eine Verschlankung nicht nötig ist, da zukünftige Bauvorhaben und Projekte immer anspruchsvoller und aufwendiger werden. Die dafür zuständigen Ämter sind einfach überladen mit Bauvoranfragen, sodass dort längere Wartezeiten als üblich benötigt werden. Natürlich ist auch die wirtschaftliche Lage – besonders in Berlin – dafür verantwortlich. Vielleicht sollte man dort über eine Erweiterung der Baubehörden nachdenken, um so Prozesse zu beschleunigen.

Des Weiteren ist Sorgfalt und Schnelligkeit von Seiten der Bauherren und Investoren gefragt. Umso sorgfältiger und schneller man alle Unterlagen abgibt, desto weniger Rückfragen und Nachprüfungen müssen die Behörden tätigen. Hinzu kommt auch, dass so viele Bauvorhaben zeitgleich umgesetzt werden. Das zeichnet sich bereits an einem einfachen Beispiel ab: Durch den Berliner Bauboom sind hier derzeit weit über 100 Krane tätig, während es in Hamburg weniger als 20 sind.

Als mittelständisches Unternehmen konkurrieren Sie im Großraum Berlin mit mehreren großen Playern. Mit welcher Strategie haben Sie sich seit 2006 etabliert?

Unsere Philosophie ist unsere Strategie. Das Produkt und der Kunde stehen im Mittelpunkt. Qualität und Sauberkeit ist unser Anspruch, denn wir schaffen und bauen Wohnraum. Wir realisieren jedes Projekt mit Leidenschaft und äußerster Sorgfalt. Als Familienunternehmen planen wir jede Baustelle sehr genau und sorgen für sichere Strukturen. Bei Komplikationen ist eine effiziente Kommunikation jederzeit gewährleistet, sodass wir schnelle und solide Lösungen für jede Herausforderung finden.

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Tino Falkowski, Geschäftsführer der Hochbau Falkowski GmbH (Bild: © Hochbau Falkowski GmbH)

Was sind Ihre augenblicklichen Projekte und woran würden Sie gerne einmal bauen?

Derzeit bauen wir in fast jedem Bezirk, in jedem Segment. Ob im Grunewald die klassischen Stadtvillen oder in Lichtenberg Mikroapartments für studentisches Wohnen. Ich setze mir grundsätzlich immer große Ziele. Hochhäuser, aber auch allgemein große schlüsselfertige Bauvorhaben stehen unter anderem auf meiner Zielliste. Ziele wie Projekte aus eigener Hand von 0 auf 100 zu realisieren, dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Herr Falkowski, wir danken für Ihre interessanten Antworten.

Das Interview mit Tino Falkowski führte Oliver Foitzik.

 

Über Hochbau Falkowski

Die Hochbau Falkowski/HF Bau GmbH aus dem brandenburgischen Luckau ist ein erfolgreiches Bauunternehmen, das seit 2006 besonders im Hochbau, Tiefbau und im Spezialtiefbau tätig ist. Zum Portfolio von Hochbau Falkowski zählen sowohl Mehrfamilienhäuser, Villen und Townhäuser als auch moderne Mikroapartments und öffentliche Gebäude. Tino Falkowski ist Geschäftsführer des Unternehmens.

Oliver Foitzik

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