Panorama

Hochschulbildung bringt 170.000 $ volkswirtschaftlichen Nutzen pro Kopf

Laut der neuen OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2011“ lohnen sich Investitionen in Bildung sowohl individuell, als auch volkswirtschaftlich. Dabei könne Deutschland im Besonderen Maße von einer Bildungsförderung profitieren, die Rendite hierzulande liege fast doppelt so hoch wie im OECD-Durchschnitt. In Deutschland liege der öffentliche Ertrag aus der Hochschulbildung und der weiteren Tertiärbildung bei durchschnittlich 170.000 Dollar pro Person. Im OECD-Durchschnitt sind es rund 91.000 Dollar. Dabei stehen in Deutschland etwa 42.000 Dollar an Investitionen und entgangenen Einnahmen etwa 210.000 Dollar an späteren öffentlichen Einnahmen gegenüber.

Auch individuell aus Sicht der Studierenden lohne sich ein Hochschulstudium: Die Renditen der persönlichen Investitionen in das Studium betrugen für das Jahr 2007 gerechnet bei Männern 12% und bei Frauen 8% – deutlich mehr als was derzeit auf dem Kapitalmarkt erzielt werden kann. Die Erwerbslosenquote für Akademiker lag 2009 zudem bei gerade einmal 3,4%.

Eine gute Bildung ist Grundlage nicht nur für ökonomische, sondern auch für gesellschaftliche Teilhabe – diese Erkenntnis hat sich durchgesetzt“, so Cornelia Quennet-Thielen zur Vorstellung der Studie. „Wir heißen jede neue Studentin und jeden neuen Studenten willkommen und investieren mit dem Hochschulpakt und dem Qualitätspakt Lehre Rekordsummen in die Schaffung weiterer Studienplätze. Denn Deutschland braucht so viele Hochqualifizierte wie nie zuvor.“

Die Studienanfängerquote ist von 26% im Jahr 1995 auf 36% im Jahr 2008 und 40% im Jahr 2009 gestiegen. Laut dem Statistischen Bundesamt lag sie im Jahr 2009 sogar bei 43% und erreichte 2010 den vorläufigen Höchststand von 46%. Und das, obwohl Deutschland nach wie vor enormen Aufholbedarf bei der Bildungsförderung hat: Der Anteil an den öffentlichen Ausgaben liegt immer noch unter dem internationalen Durchschnitt und in kaum einem anderen Industrieland bestimmt die soziale Herkunft so sehr den Bildungserfolg wie bei uns. In der Sprache der Soziologen heißt das, wir züchten uns eine Generation an Hartz IV Empfänger nach der nächsten, ohne den ärmeren Schichten entsprechende Möglichkeiten des Aufstiegs zu geben – und auch ohne gleichzeitig die von der OECD errechnete Rendite einzustreichen und ohne den drohenden Facharbeitermangel dadurch zu beseitigen.

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