Wirtschaft

Hoffnung bei Manroland – zwei Investoren melden Interesse

Die 6.500 Mitarbeiter des weltweit zweigrößten Druckmaschinenherstellers, Manroland, schöpfen wieder neue Hoffnung. Das Augsburger Traditionsunternehmen hatte am 25. November 2011 Insolvenz anmelden müssen, da Verhandlungen mit einem Schweizer Investor gescheitert waren: Die bisherigen Mehrheitseigner Allianz (65%) und MAN (35%) hatten sich geweigert, weiteres Geld hinterher zu schießen. Die Druckmaschinenbranche ist durch die digitalen Revolution zunehmend unter Druck geraten, der Weltmarkt ist insgesamt um rund 50% eingebrochen (die drei deutschen Hersteller Heidelberg, Manroland und Koenig & Bauer haben gemeinsam einen Weltmarkt-Anteil von 70%). Ursprünglich wollte das Unternehmen eine Strategie mit alternativen Produkten entwickeln, um sich zu diversifizieren, wurde allerdings zwischenzeitlich von der Geschwindigkeit und dem Ausmaß der Krise 2009 überrollt.

Nun zeichnet sich laut dem Insolvenzverwalter Schneider eine Entscheidung ab: Zwei Investoren haben Kaufangebote vorgelegt. Die Gläubiger sollen nun am Mittwoch entscheiden, wer den Zuschlag bekommt. Die Verkaufsverhandlungen stünden bereits unmittelbar vor dem Abschluss. Dabei sollen alle drei Standorte in Augsburg, Offenbach und Plauen erhalten werden, jedoch sei mit einem Stellenabbau zu rechnen. Dies ist zumindest der Plan des US-Investors Platinum Equity, der alle drei Standorte für 100 Millionen Euro übernehmen will. Der zweite Bieter ist ein industrieller deutscher Investor (Maschinenbauer), der allerdings nur das Werk in Augsburg übernehmen will, eventuell auch das in Plauen. Dennoch zeigte sich Insolvenzverwalter Schneider davon überzeugt, dass auch in diesem Fall alle drei deutschen Standorte erhalten bleiben würden.

 

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