Management

Honorarberatung – Unternehmer-Interview Nr. 2 mit Mario Meggle

Auf AGITANO führen wir aktuell eine Interview-Reihe zum Thema Unternehmertum durch. Dabei stellen wir in den verschiedenen Beiträgen interessante Unternehmer und Unternehmerinnen vor und beleuchten dabei verschiedene Aspekte ihres Unternehmer-Seins.

Im Unternehmer-Interview Nr. 2 sprachen wir mit Mario Meggle über seine Unternehmen, die m³ meggle honorarberatung gmbh&co.kg, und seine Unternehmertätigkeit.

 

1. Bitte stellen Sie sich kurz vor!

Mein Name ist Mario Meggle und ich bin Geschäftsführer der m³ meggle honorarberatung gmbh&co.kg.

Was ist eigentlich Honorarberatung? Bekommen Sie zur Zeit Beratung in Sachen Versicherungen, Geld- oder Kapitalanlagen kostenlos?!

Nur auf den ersten Blick, auf den zweiten wird es sehr teuer. Schließen Sie einen Vertrag ab, so erhält Ihr Berater eine Provision von der Bank, Investment- oder Versicherungsgesellschaft. Dies scheint aber auch nur auf den ersten Blick so, denn tatsächlich bezahlen Sie durch ihre Beiträge ihren Berater. Da es für verschiedene Produkte unterschiedlich hohe Provisionen gibt, ergibt sich hier ein gewaltiger Interessenskonflikt: Wer garantiert Ihnen, dass Ihr Berater Ihnen nicht gerade die Versicherung, das Bankprodukt, das Zertifikat oder den Investmentfonds anpreist, welche(s) ihm am meisten Provision einbringt? Eine Beratung, die nur gegen Provision erfolgt, kann nicht unabhängig und/oder neutral sein. Das Verhältnis zwischen auf Provisionsbasis arbeitenden Finanzberatern und den Investment- und Versicherungsgesellschaften stellt sich vergleichsweise so dar, als ob Ihr Steuerberater vom Finanzamt bezahlt würde. Die Honorarberatung beschreitet hier einen neuen Weg.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Berater wird direkt vom Kunden bezahlt und nicht von den Gesellschaften, er ist also komplett unabhängig und vor allem objektiv.

2. Wie kamen Sie auf Ihre Geschäftsidee bzw. zu Ihrer heutigen Unternehmertätigkeit?

Nach über 20 Jahren klassischer Finanz- und Vorsorgeberatung durch einem Impulsvortrag eines Honorarberaters im Jahr 2008 bei dem unter anderem das Vergütungssystem der Finanzbranche in Frage gestellt wurde. Damit kam auch die Erkenntnis, wie entscheidend der Faktor Kosten für Erfolg oder Misserfolg einer Kapitalanlage ist. Nach wenigen Wochen – und vier wichtigen Büchern zum Thema – habe ich mein Unternehmen trotz empfindlicher Entbehrungen komplett umgekrempelt. Für mich war es nach diesen Erkenntnissen nicht mehr mit meinem Gewissen vereinbar, den alten Trott weiterzugehen.

3. Was hat Sie dazu bewegt, Unternehmer/in zu werden?

Ganz ehrlich? Ich weiß es gar nicht mehr genau. Heute ist das „Unternehmer sein“ im Finanzbereich, die einzige Möglichkeit den eigenen ethischen Werten Rechnung zu tragen, denn wir alle kennen die Ursachen für die Finanzkrise: Raffgier der verantwortlichen Akteure. Leider hat sich in der Branche fast nichts geändert. Die Honorarberatung ist die einzige Chance, mehr Transparenz zu gewährleisten.

4. Wie sieht Ihr typischer Tagesablauf aus und was reizt Sie an Ihrer Tätigkeit?

In den üblichen Kundenterminen werden den Anlegern an Hand der eigenen Anlagenprodukte die Augen geöffnet. Die Auswirkungen der intransparenten Kostenstrukturen werden in Euro und Cent berechnet und sichtbar gemacht und die Maßnahmen zu Reduzierung der Kosten besprochen und umgesetzt.

 

5. Woran denken Sie bei den Worten „kurzfristiger Erfolg“ versus „Nachhaltigkeit“?

Das Konzept der Nachhaltigkeit beschreibt die Nutzung eines regenerierbaren System und zwar so, dass dieses System in seinen wesentlichen Eigenschaften erhalten bleibt und sein Bestand auf natürliche Weise regeneriert werden kann. Nach dieser Definition widerspricht Nachhaltigkeit jedwedem kurzfristigen Erfolg. Außer einem Erfolg der wiederum der Nachhaltigkeit dient. Davon ist die Finanzbranche noch meilenweit entfernt.

6. In welchem Unternehmen würden Sie gerne einmal einen Tag arbeiten und warum?

In der Deutschen Bank, um zu verstehen, warum kein Banker auf die Idee kommt, das System kritisch zu hinterfragen.

7. Haben Sie ein Lebensmotto? Wenn ja, welches?

Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden. Von Mark Twain

8. Wer ist Ihr (Unternehmer-)Vorbild und warum?  

Steve Jobs ein begnadeter Vordenker, der seinen Ideen folgte. Genial und selbstbewusst hat er trotz ökonomischer und persönlicher Krisen den Apfel mit Biss zum Synonym für Innovation gemacht

9. Wie sehen Ihre persönlichen Ziele für die nächsten drei Jahre aus?

Meine Ziele für die nächsten drei Jahre sind der Aufbau und Ausbau der m³ meggle honorarberatung gmbh&co.kg, um in der Region die wichtigste Adresse zu werden, wenn es um das Thema Honorarberatung geht.

Vielen Dank Herr Meggle für diese interessanten Einblicke in Ihre Tätigkeit.

 

Das Interview führte Oliver Foitzik (Herausgeber AGITANO / Geschäftsführer FOMACO GmbH).

  

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