Regionales

IHK Erfurt: Thüringer Exporte weiter auf Erfolgskurs

Angesichts der wachsenden Schwierigkeiten in wichtigen Abnehmerländern war zu befürchten, dass die Thüringer Ausfuhren im ersten Halbjahr 2012 eine deutlich langsamere Gangart einschlagen würden. Umso erfreulicher ist die bisherige Entwicklung zu bewerten. Mit einem Exportvolumen von 6,6 Milliarden Euro wurde immerhin ein Plus von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielt.

„Die Ausfuhrbilanz der exportorientierten Firmen des Freistaats für die ersten sechs Monate dieses Jahres kann sich durchaus sehen lassen“, erklärt Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Zu verdanken seien die positiven Daten den stark gestiegenen Exporten nach Ungarn (+ 28,8 Prozent), Tschechien (+ 20,3 Prozent) oder in die Russische Föderation (+ 13,7 Prozent).

„Wie zu erwarten, wurden bei den südeuropäischen Krisenländern doch teilweise erhebliche Einbußen verzeichnet“, berichtet der IHK-Chef. Italien, das im ersten Halbjahr 2011 noch Waren im Wert von über 400 Millionen Euro aus dem Freistaat einführte, würde inzwischen einen Rückgang von 3,5 Prozent aufweisen. Ähnlich stelle sich die Situation bei Spanien (- 7,5 Prozent) und Portugal (- 2,4 Prozent) dar. Am stärksten hätte sich die Krise auf die Handelsbeziehungen zu Griechenland ausgewirkt. Hier seien die Exporte sogar um fast ein Drittel (- 31,2 Prozent) geschrumpft.

„Übertriebener Pessimismus ist derzeit aber fehl am Platz. Aktuell können die Verluste in den Krisenstaaten durch die gute Entwicklung mit den osteuropäischen Handelspartnern noch kompensiert werden“, so Grusser.

Allerdings mache die Exportländerstruktur auch die starke Abhängigkeit der Thüringer Wirtschaft von einem funktionierenden europäischen Markt deutlich. Schließlich würden acht der zehn wichtigsten Ausfuhrländer aus Europa kommen und das Exportvolumen in die Krisenländer Italien, Spanien, Portugal und Griechenland gegenwärtig rund 12 Prozent der gesamten Thüringer Warenlieferungen ausmachen. Insofern seien die Wachstumsaussichten der Thüringer Exportwirtschaft in den nächsten Monaten auch vom Erfolg der Konsolidierungsmaßnahmen in den betreffenden Ländern beeinflusst.
 

 

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