Energie & Umwelt

Im Dezember wurde bereits auf österreichische Kraftwerke zurückgegriffen

Wie die Zeitung „Die Welt“ berichtet, wurde am 8. und 9. Dezember 2011 auf österreichische Kraftwerksreserven zurückgegriffen, um die Energieversorgung zu stabilisieren. Grund war eine ungewöhnliche Konstellation: Das Sturmtief „Ekkehard“ sorgte dafür, dass im Norden die Windkraftanlagen mit voller Leistung liefen und hohe 20.000 MW leisteten. Im Süden dagegen war der Verbrauch sehr hoch und gleichzeitig der Block C des AKW Gundremmingen überraschend und unplanmäßig ausgefallen: zwei der 784 Brennelemente mussten wegen leichter Defekte ausgetauscht werden.

Der Rückgriff auf österreichische Reserven (1.075 MW reserviert) ist dabei allerdings nicht ungewöhnlich: Strom nimmt ähnlich wie Wasser immer den kürzesten und direktesten Weg. Und das österreichische Reservekraftwerk liegt nun einmal deutlich näher an dem problematischen Leitungsabschnitt, als die WEA Norddeutschlands. Ansonsten hätte die Bundesnetzagentur auch auf eines der fünf bundesdeutschen Reservekraftwerke (1.000 MW / Kohle und Gas) zurückgreifen können.

Der ostdeutsche Stromnetzbetreiber „50 Hertz“ musste 2011 an 41 Tagen Windparks in Ostdeutschland mit einer Leistung von bis zu 250 Megawatt entschädigungslos abschalten, weil die Leitungen für den Transport des Windstroms in die großen Verbrauchs- und Industriezentren nicht ausgereicht haben. 2010 war dies nur an sechs Tagen der Fall. Am 29. Dezember 2011 mussten sogar 1.000 MW vom Netz genommen werden, die Größenordnung eines Atomkraftwerks, weil das Orkantief „Robert“ einfach für zu viel Windstrom gesorgt hat.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.