Wirtschaft

IMK-Indikator: Indizien für Rezessionsgefahr in Deutschland nehmen zu

Die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession hat sich auf einem im Vergleich zum Jahresanfang erhöhten Niveau verfestigt. Bis Ende Oktober ist das Risiko einer rezessiven Entwicklung aber nach wie vor eher gering. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung.

Die aktuelle Vorhersage beruht auf dem Datenstand von Anfang August. Für den laufenden Monat weist der Indikator eine Rezessionswahrscheinlichkeit von 19,2 Prozent aus. Im September liegt das Risiko bei 22,8 Prozent, im Oktober bei 17,5 Prozent. Damit sind alle drei Werte nach dem Ampel-System des Indikators der grünen Klasse (geringe Rezessionswahrscheinlichkeit unter 30 Prozent) zuzuordnen.

Allerdings mehren sich die Anzeichen für zunehmende konjunkturelle Risiken: Anfang Juli hatte der Konjunkturindikator die Rezessionswahrscheinlichkeit für August noch mit 16,2 Prozent und für September mit 3,6 Prozent angegeben. Entscheidend für diese Entwicklung ist laut IMK-Experte Thomas Theobald die eingetrübte Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Vor allem der Rückgang der inländischen Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe falle hier ins Gewicht. Zudem sei auch die Industrieproduktion mittlerweile leicht rückläufig. Dämpfend auf die Rezessionswahrscheinlichkeit wirkt sich nach seiner Analyse hingegen nach wie vor das historisch niedrige Zinsniveau aus.

Alles in allem bestehe aus heutiger Sicht zwar keine akute Rezessionsgefahr. Doch die Werte des Konjunkturindikators deuteten auf eine zunehmende Unsicherheit hin: „Es fehlt nicht mehr viel zu einem Anstieg über die 30-Prozent-Marke und damit in eine höhere Warnstufe.“

Der IMK Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

Zum Konjunktur-Indikator geht es hier.

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