Bauen & Wohnen

Immobilienpreise: Ballungsräume vorne weg – weiterhin starke Nachfrage

Für die nächsten Jahre rechnen Experten mit einer verstärkten Nachfrage nach Immobilien, speziell nach Einfamilienhäusern. Schon die letzten Jahre investierten Anleger immer weniger in klassische Geldanlagen, dafür umso mehr in Häuser und Wohnungen. Folge: Die Preise für Immobilien explodierten geradezu. In Berlin legten sie in fast zehn Jahren um 39 Prozent zu.

Ein Anlass für das Ausweichen in diese längerfristige Anlage mögen die weltweiten Finanzkrisen und die schlechten Zinsen für das eigene Sparbuch sein. Tatsache ist aber auch, dass es Kredite fürs Bauen noch nie so günstig gab wie heute.

Dass die Preise für Immobilien dabei vor allem in Ballungsgebieten so hoch geworden sind, liegt zum einen am Wohnungsmangel in den Wachstumsregionen, zum anderen am knappen Platz zum Bauen. In München zum Beispiel kostet der Quadratmeter für eine Eigentumswohnung im Durchschnitt 4200 Euro.

Dennoch werden Immobilien hier im großen Stil geplant: In der bayerischen Landeshauptstadt gibt es aktuell über 130 Bauträger-Projekte, viele davon im oberen, exklusiven Segment: Stadtvillen und repräsentative Wohnanlagen in den letzten unbebauten Stadtgebieten, teilweise im historischen Umfeld. Oder etwas weiter draußen im exklusiven Grünen.

In fast allen Projekten spiegelt sich wider, dass solvente Kunden große, helle Wohnungen mit üppigen und hohen Räumen wollen. Sehr beliebt sind Wohnungen und Häuser an Flüssen und Seen – die Lage ist ein entscheidendes Kriterium für den Wert einer Immobilie: Der Wohlfühlfaktor spielt heutzutage eine große Rolle.

Ein ähnliches Bild gibt es in Köln, wo direkt am Rheinufer, zum Beispiel „Im Zollhafen“ auf dem letzten verfügbaren Fleckchen Raum Premium-Wohnungen mit Blick auf den Yachthafen gebaut werden. In Potsdam wiederum werden von der Prinz von Preussen Grundbesitz AG historische Gebäudeanlagen des ehemaligen Preußischen Proviantamtes zur modernen Speicherstadt saniert und ausgebaut – wie etliche andere, ähnliche Projekte direkt an der Havel und in einem großzügigen, hellen Stil.

Der Wunsch nach solchen Wohnungen besteht auch bei Mietern – insgesamt wünschen sich alle mehr Wohnraum. Aber nicht nur deswegen wird die Nachfrage steigen: Obwohl die Bevölkerung Deutschlands schrumpft, nimmt die Zahl der Singles und Rentner und damit der Haushalte beständig zu.

Das Angebot an Wohnungen und Häusern hinkt der Nachfrage hinterher – dies ist auch ein deutliches Zeichen dafür, dass bei uns kaum eine klassische Immobilienkrise entstehen wird.

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Marc Brümmer

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