Kolumnen

In Kopenhagen geht es ums Ganze – Kommentar

Zwei Wochen vor Beginn der UN-Klimakonferenz besteht wieder Hoffnung auf ein verbindliches Abkommen der Weltgemeinschaft mit dem Ziel, den Temperaturanstieg auf zwei 2 Grad zu begrenzen. Diese globale Erwärmung würde zwar viele Katastrophen und Millionen Klimaflüchtlinge nach sich ziehen, aber die ganz große Katastrophe wohl noch verhindern.

 

Die beiden positiven Meldungen der Woche: Russland hat die Klimaschutzziele der EU übernommen und die EU beschloss, dass ab 2020 nur noch Häuser gebaut werden dürfen, die ihre Energie selbst erzeugen. Dass dies technisch geht, ist schon lange bewiesen. In Freiburg gibt es seit mehr als 10 Jahren 60 Häuser, die über Solaranlagen sogar mehr Energie erzeugen als die Bewohner brauchen, Solar-Plus-Häuser. Diese  Häuser brauchen bei modernstem Komfort 90% weniger Energie als bisherige Gebäude.

 

Beide positiven Beschlüsse zum Klimaschutz in Europa werden Druck ausüben auf die beiden Hauptklimasünder USA und China. Präsident Obama kann in Kopenhagen wahrscheinlich noch keine konkreten Reduktionsziele nennen, weil das dafür notwendige US-Gesetz erst im nächsten Frühjahr – wenn überhaupt – beschlossen wird. Und China weigert sich, völkerrechtlich verbindenden Klimaschutz zu versprechen, solange die USA dies auch nicht tun.

 

Wird also der Gipfel in Kopenhagen scheitern?

 

Obwohl wir Europäer in unseren Gebäuden künftig viel Energie einsparen werden, können wir allein das Weltklima nicht retten. Aber EU-Kommissar Andris Piegals sprach von einer „deutlichen Botschaft an die bevorstehenden Klimaverhandlungen in Kopenhagen“.

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel will gerade jetzt ihrem Ruf als Klimakanzlerin gerecht werden. Sie hat ihre Hoffnung auf ein verbindliches Abkommen in Kopenhagen noch nicht aufgeben. Schon vor 12 Jahren hat sie als damalige Umweltministerin das Kyoto-Protokoll gerettet.

 

Ein tragfähiges Abkommen über eine wirklich neue Energie- und Klimapolitik ist die Voraussetzung für eine zukunftsfähige grüne Weltwirtschaft. Wenn Billionen Dollar und Euro zur Rettung der Banken mobilisiert werden konnten, muss das auch zur Rettung unserer Lebensgrundlagen möglich sein. Da hat die Kanzlerin recht. In Kopenhagen geht es ums Ganze.

 

Quelle: © Franz Alt 2009

 

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