Wirtschaft

Index für offene Stellen in Deutschland auf Rekordwert

Der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit ist im August auf einen Rekordwert geklettert. Der Index legte um weitere fünf Punkte auf 170 Punkte zu, den höchsten Wert seit Beginn der Erhebung (+28 Punkte gegenüber dem Vorjahreswert). Dabei entfällt jede dritte gemeldete Stelle auf Zeitarbeitsfirmen. Die Bundesagentur kommentiert: „Unbeeindruckt von den Turbulenzen an den Aktienmärkten und den verhalteneren Geschäftserwartungen steigt der Arbeitskräftebedarf von Unternehmen und Verwaltungen auf hohem Niveau weiter an.“ Gesucht werden Mitarbeiter in fast allen Bereichen: Um ein Viertel legten die Gesuche im Baugewerbe, dem Maschinenbau, der Metallindustrie, Architektur- und Ingenieurbüros sowie im Handel und Logistik zu, aber auch in der Gastronomie, im Gesundheits- und Sozialsektor, im Gebäudemanagement existiert ein hoher Bedarf. Den bislang niedrigsten Wert hatte der Index im Dezember 2004 mit 96 Punkten erreicht. Da die Entwicklung am Arbeitsmarkt traditionell dem Konjunkturverlauf etwas hinterherhinkt, wird aufgrund der Abkühlung der Konjunktur im zweiten Quartal mit einem Rückgang des Index gerechnet.

An der Universität Augsburg arbeitet man derzeit an einem innovativen Ansatz zur Behebung des Fachkräftemangels: Mittel zur Lösung des Problems ist dabei das immer noch weitgehend ungenützte Potential an Frauenpower, an weiblicher Arbeitskraft. Nach einjährigen Vorbereitungen begann Anfang September 2011 das Projekt „FUTURE IS FEMALE“. In Zusammenarbeit mit ausgewählten Unternehmen wird in dem Projekt versucht, das ungenutzte Arbeitskräftepotenzial von hoch qualifizierten Berufs-Wiedereinsteigerinnen, Alleinerziehenden, älteren Arbeitnehmerinnen, Frauen mit Migrationshintergrund sowie qualifizierten Aufsteigerinnen freizusetzen. Zusammen mit den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) soll eine Unternehmenskultur begründet werden, die eine Integration von Familie und Beruf erlaubt, wodurch sich dann der Fachkräftemangel für diejenigen Unternehmen beheben lässt, die sich auf eine fortschrittliche und ganzheitliche Unternehmenskultur einlassen und die die Ökonomie mit den persönlichen Werten und Bedürfnissen ihrer Beschäftigten verbinden.

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