Wirtschaft

Indien größter Waffenimporteur der Welt

Laut dem renommierten schwedischen Friedensforschungsinstituts SIPRI ist Indien der größte Waffenkäufer der Welt. In den letzten fünf Jahren hat der Subkontinent 9% der gesamten weltweiten Rüstungsexporte aufgekauft – 82% davon stammen aus Russland. Indien sieht sich Grenzstreitigkeiten mit China ausgesetzt, hat nach wie vor ungelöste Konflikte mit dem Nachbarn und Erzfeind Pakistan (v.a. um die geteilte Provinz Kaschmir) und sieht sich intern einer starken sozialistischen Rebellenbewegung ausgesetzt. Die rund 50.000 bewaffneten Kämpfer kontrollieren einen Großteil von vier Provinzen von der Gesamtgröße Portugals, in denen unerschlossenen Bodenschätze im Wert von mehreren hundert Milliarden Euro lagern. Laut Innenminister Palaniappan Chidambaram zählen mittlerweile drei Viertel aller Bundesstaaten (20 von 28) zum Operationsgebiet der maoistischen Volksbefreiungs-Guerilla-Armee, die ihren Operationsradius binnen sechs Jahren um das Dreifache erweitert hat. Hervorgegangen aus einem Aufstand gegen die Unterdrückung von Großgrundbesitzern kämpfen die Rebellen vor allem gegen Korruption und Willkür. Die wachsende Korruption und Ungleichheit des nur partiell und sehr ungleich boomenden Landes gefährdet zunehmend den sozialen Zusammenhalt, gefährdet somit Investitionen und hat das Land im internationalen Korruptionsranking auf Platz 85 noch 12 Plätze hinter China abrutschen lassen (1995 noch Platz 35).

Nach Indien ist der Nachbar China mit 6% der zweitgrößte Waffenkäufer. Dahinter folgen Südkorea, Pakistan und Griechenland. Die größten Verkäufer sind die USA mit 30%, gefolgt von Russland mit 23% und Deutschland auf Platz 3 (11%). Großbritannien nimmt mit 4% Rang vier ein.

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