Marketing

Influencer Marketing kommt in Fahrt

Immer öfter ist in der Public Relations-Branche vom so genannten Influencer Marketing die Rede. Dabei taucht auch immer wieder die Frage auf: Hype oder langfristiger Trend? Im Folgenden klären wir auf, was Experten unter diesem Begriff überhaupt verstehen, woran man potenzieller Influencer erkennt erkennt und sie für eigene Zwecke nutzt.

Empfehlungen: Gratis, aber nicht umsonst

intrinsisch, Am Telefon leichter durchgestellt, Influencer Marketing
Influencer Marketing: Meinungsmacher in die Kommunikation gezielt mit einbinden. (Bild: Ryan Maguire / gratisography.com)

Jeder, der schon einmal „kalte“ Neukundengewinnung praktizierte, weiß um den Wert einer Empfehlung. Nicht zuletzt deshalb fragen sich viele Unternehmen: Empfehlungen für lau – oder geldwert belohnen? Europas führende Expertin für Empfehlungsmarketing, Anne M. Schüller, hat dazu eine ganz klare Meinung: „Der wahre Erfolg basiert auf Freiwilligkeit.“

Was ist Influencer Marketing?

Empfehlungen für die Umsetzung der unternehmerischen Ziele nutzen. In diesem Kontext ist immer öfter vom Influencer Marketing die Rede. Doch was ist das überhaupt? David Eicher, Gründer und Inhaber der webguerillas, Deutschlands führender Agentur für alternative Werbung, definiert Influencer Marketing als „ … eine Marketingdisziplin, die gezielt Meinungsmacher in die Kommunikation einbindet.“

Warum ist das wichtig?

Kaum ein Instrument motiviert Menschen, die an einem Produkt oder an einer Dienstleistung interessiert sind, mehr dazu, dieses auch wirklich zu kaufen, als Empfehlungen. Diese finden sich in Foren, aber zunehmend in den sozialen Medien. Mit anderen Worten, der Kunde von heute empfiehlt sie an den Kunden von morgen weiter. Damit übt er erheblichen Einfluss (engl. Influence) auf Ihren unternehmerischen Erfolg aus. Er ist ein so genannter Influencer. Einer gemeinsamen Studie der Werbeagentur webguerillas und der Hochschule Macromedia zufolge ist inzwischen jeder elfte Deutsche ein Influencer. Dazu zählen neben Kunden auch andere im Netz Aktive. Zum Beispiel Blogger, Broadcaster und so weiter, und so fort. Da diese immer mehr Beachtung finden, steigt auch unter Marketing und Communication Professionals das Interesse an Influencer. 84 Prozent unter ihnen wollen noch dieses Jahr eine Influencer Marketing-Kampagne launchen. Das ergab eine Studie mit dem Titel „State of Influencer Engagement Report 2015“ des Softwarespezialisten Augure.

Wie funktioniert es?

Für erfolgreiches Influencer Marketing braucht es allen voran zwei Dinge. Erstens, potenzielle Influencer finden. Die Infografik: Top 4-Kundengruppen in Social Media bietet dazu erste Anregungen. Zweitens, der adäquate Umgang mit ihnen. Und genau an dieser Stelle fängt für viele das Problem an. „Der richtige Umgang mit den Social Networkern ist vielen Firmen allerdings noch nicht bewusst“, so Fabian Held, Projektleiter bei der Influencer Plattform HashtagLove.* Der Experte hat für jene, die an Influencer Marketing interessiert sind, folgende fünf Tipps parat, damit der Umgang mit den Meinungsführern richtig gelingt.

Tipp 1: Beobachten und Kommunizieren

Google dein Freund und Helfer? Nicht immer. Bei der Influencer-Ansprache wird die Suchmaschine leider nicht helfen. Denn die Szene wächst und verändert sich ständig und ist somit nur schwer zu erfassen. Permanentes Monitoring und Kommunikation mit den Influencern ist wichtig, um beurteilen zu können, welche Multiplikatoren für das jeweilige Vorhaben relevant sind.

Tipp 2: Gute Vorbereitung

Relation ist King. Der Influencer ist dein Partner – behandele ihn auch so! Der Marketingverantwortliche will mit dem Social Networker in Verbindung treten, nicht andersrum. Sich vorab zu informieren, ist daher das A & O. Es gehört zum guten Ton, vor der ersten Kontaktaufnahme Fakten über sein Gegenüber einzuholen. Das ist zudem wichtig für die weitere Kontaktpflege. Denn eine intakte Beziehung auf Augenhöhe ist ein grundlegender Schritt zum Erfolg.

Tipp 3: Dialog statt Diktat

Lassen Sie Influencern ihren kreativen Freiraum. Die Kanäle der Social Networker sind keine Litfaßsäulen. Es ist wichtig, dass Influencer ihre Beiträge mit persönlicher Note schreiben dürfen, so wie ihre Follower sie kennen und lieben. Influencer verstehen, wie sie marketingrelevante Inhalte homogen in ihre eigene Content-Strategie integrieren können. Das Zauberwort ist „Absprache“. Geschieht dies nicht, geht der größte Nutzen des Influencer-Marketings verloren: Die Authentizität.

Tipp 4: Bieten Sie Ihren Influencern einen Mehrwert

Unter dem Strich muss es „Win-Win“ heißen. Klar, dass der Influcener einen Mehrwert aus der Zusammenarbeit ziehen muss. Dieser kann in Form von exklusivem Content oder Sponsored Posts gewährleistet werden – immer abhängig vom Ziel. Besonders schön sind „Money can’t buy“- Anreize, wie zum Beispiel Einladungen zu exklusiven Events.

Tipp 5: Nutzen Sie Hashtags

Vernetzen, aggregieren, branden … . Ein Hashtag verbindet und aggregiert Inhalte. Dadurch wird Aufmerksamkeit erregt und Reichweite erzeugt. Außerdem kann ein Hashtag, je nach Kreation, ein Branding bewirken. Zwei tolle Eigenschaften, die bei der nächsten Influencer Marketing-Kampagne unbedingt beachtet werden sollten.

* Mehr über Fabian Held beziehungsweise HashtagLove erfahren am Thema Interessierte im Internet unter www.hashtaglove.de

Christoph Schroeder

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