Energie & Umwelt

Informationsdienst Energie und Umwelt: KW 13

Öl und Gas:
1. Russland will dieses Jahr 355 Mrd. aus Öl- und Gasexporten einnehmen
2. Erste Genehmigung für US-Tiefseebohrungen
3. USA wollen Erdölimporte um ein Drittel reduzieren

Erneuerbare Energien:
4. Deutschland weltweit Nummer 2 bei Erneuerbaren Energien
5. Neuartiges Solardisplay ersetzt Ladegerät
6. Neuer Weltrekord bei Dünnschicht-Solarmodulen
7. Neues Syntheseverfahren für Biodiesel aus Pflanzenabfällen
8. Münchner Taxiunternehmen führt erstes Elektro-Taxi ein

Atomkraft:
9. Evakuierungszone in Japan zu niedrig
10. EU lässt Import von radioaktiv verstrahlten Lebensmitteln zu
11. Verstrahlter japanischer Frachter zurückgeschickt
12. Vietnam hält an AKW-Bau fest
13. Atomstrom wird durch Neubewertung des Risikos absurd teuer

Weiteres:

14. Klonfleisch in der EU künftig ohne Kennzeichnung
15. Schäden aus Naturkatastrophen 2010 auf 218 Mrd. Dollar verdreifacht

 

Öl und Gas:

 

Russland will dieses Jahr 355 Mrd. aus Öl- und Gasexporten einnehmen
Falls der Ölpreis über 100 Dollar pro Barrel bleibt, wird Russland wohl mindestens 355 Milliarden Dollar aus seinen Öl- und Gasexporten erlösen. Laut Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) würde die OPEC dann sogar in diesem Jahr mehr als eine Billion Dollar einnehmen. Allein China wird wohl für 206 Milliarden Dollar Öl und Gas einkaufen. Das sind 50 Milliarden Dollar mehr als 2010. Die Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) werden insgesamt rund 2,3 Prozent des kumulierten Bruttoinlandsprodukts (BIP) für Öl und Gas aufwenden müssen. Jeder Preisanstieg um zehn Dollar pro Barrel schlägt sich dann mit weiteren 0,2 Prozent des BIP nieder.

 

Erste Genehmigung für US-Tiefseebohrungen
Am Mittwoch haben die USA erstmals nach dem Ablauf des Moratoriums wieder eine Genehmigung für eine neue Tiefseebohrung im Golf von Mexiko ausgegeben. Demnach würden die neuen und strengeren Sicherheitsstandards unter anderem der Forderung nach einer Eindämmung eines möglichen Ölunfalls unter Wasser Rechnung tragen. Seit der Ölkatastrophe infolge der havarierten Ölplattform im April 2010 wurden bereits sechs Genehmigungen für Projekte erteilt, die jedoch zuvor schon bewilligt worden waren.

 

USA wollen Erdölimporte um ein Drittel reduzieren
US-Präsident Barack Obama will die Abhängigkeit der USA von ausländischem Öl deutlich reduzieren. Binnen zehn Jahren soll der Ölimport um ein Drittel gekürzt werden. Das Vorhaben sei Teil einer „Blaupause für eine sichere Energiezukunft“. Grund sei die über die nächsten Jahre zu erwartende Teuerung aufgrund des Nachfrageanstiegs durch die boomenden Schwellenländer, sowie die Unberechenbarkeit des Ölpreises, wie derzeit durch die Krisen in Nordafrika und im Mittleren Osten ausgelöst. Die USA würden, so Obama, um die Gefahren ihrer Ölabhängigkeit seit Jahrzehnten wissen, ohne allerdings bislang etwas dagegen unternommen zu haben. Dieses müsse sich nun ändern: „Die USA können es sich nicht leisten, ihren langfristigen Wohlstand und ihre Sicherheit auf eine Ressource zu setzen, die irgendwann ausgehen wird.“ Die „Blaupause für eine sichere Energiezukunft“ sieht unter anderem vor, mehr Elektroautos zu produzieren, LKWs auf Gas umzurüsten, neue Raffinerien für Biokraftstoffe zu bauen und neue Obergrenzen für den Benzinverbrauch von Fahrzeugen einzuführen. Zudem soll die inländische Ölförderung gesteigert werden, dazu gehören auch Bohrungen in der Tiefsee. Dabei sei aus den Erfahrungen der verheerenden Ölpest im Golf von Mexiko 2010 gelernt worden. „Was wir von der Katastrophe gelernt haben, half uns, klügere Standards für Sicherheit und Verantwortung festzulegen.“ Zugleich kündigte Obama an, die Stromgewinnung in den USA bis 2035 zu 80 Prozent auf „saubere Energien“ umstellen, wozu er auch weiterhin die Atomkraft zählt. Die Atomkraft verfüge laut Obama über ein „großes Potenzial“, um die klimafreundliche Energieproduktion der USA zu steigern. Die Ergebnisse einer „umfassenden Sicherheitsüberprüfung“ der Atommeiler sollen dann „in die Planung und den Bau der nächsten Generation der Kraftwerke“ einfließen

 

Erneuerbare Energien:


Deutschland weltweit Nummer 2 bei Erneuerbaren Energien

Laut einer aktuellen US-Studie der Pew-Umweltgruppe rangiert Deutschland auf Platz zwei der größten Investoren in Erneuerbare Energien. Demnach hat China 2010 rund 54,4 Milliarden Dollar in den Ausbau der grünen Technologien investiert. Deutschland folgt mit 41,2 Milliarden Dollar (29,2 Milliarden Euro) und auf Rang drei die USA mit 34 Milliarden Dollar. Bezogen auf die Windenergie wurden im Jahr 2010 weltweit rund 35.800 MW an installierter Leistung hinzugebaut (Rekordwert 2009: 38.000 MW). Davon wurden 16.500 MW in China errichtet (ein modernes AKW entspricht rund 1.200 MW), womit China weiterhin der größte Windenergiemarkt weltweit bleibt. In den USA halbierte sich der Zubau bei Windenergieanlagen nahezu auf rund 5.100 MW. Auf Rang drei folgt mit 2.100 MW Indien vor Spanien und Deutschland mit jeweils etwa 1.500 MW. Damit stieg die Gesamtleistung der weltweit installierten Windenergieanlagen Ende 2010 auf 195.000 MW. Mit einer Gesamtkapazität von über 42.000 MW hat China dabei die USA (etwa 40.000 MW) überholt. Auf Rang drei folgt Deutschland (27.000 MW), vor Spanien (20.000 MW) und Indien (13.000 MW). Die Photovoltaikbranche setzte 2010 weltweit rund 82 Milliarden Dollar (rund 59 Milliarden Euro) um. Der PV-Markt wuchs damit um 139%, der Zubau betrug 18.200 MW auf insgesamt rund 40.000 MW. Die größten PV-Märkte mit zusammen 80 % der weltweiten Nachfrage waren Italien, Deutschland, Tschechien, Japan und die USA. 81% des weltweiten Zubaus entfielen auf Europa (14.700 MGW). Bei der Solarzellen-Produktion haben Suntech und JA Solar den Modulhersteller First Solar von seiner Spitzenposition verdrängt. 59% der produzierten Module kamen aus China und Taiwan, 13,5% aller produzierten Module waren Dünnschichtmodule. Die Preise für kristalline Si-Module sanken im Jahresverlauf 2010 ab Fabrik um 14% (2009: 38%). Innert der nächsten fünf Jahren sollen die Modulpreise ab Fabrik im Vergleich zu 2010 um weitere 37-50% sinken. Damit werden weltweit derzeit 13% der globalen Primärenergieversorgung und 19% der globalen Stromproduktion durch erneuerbare Energien gedeckt. Dabei fällt der Wasserkraft in der Stromproduktion die größte Bedeutung zu: 16% des Stroms werden weltweit mit Wasserkraft erzeugt.

 

Neuartiges Solardisplay ersetzt Ladegerät
Das französische Unternehmen Wysips hat auf der Mobilfunkmesse CTIA Wireless den Prototypen einer speziellen durchsichtigen und ultradünnen Dünnschicht-Photovoltaik für Touchscreens vorgestellt. Das Display wird dabei mit einem weniger als 100 Mikrometer dicken Photovoltaik-Film überzogen, der auch bei diffusem Licht funktioniert. Dadurch wird der Bildschirm von Smartphones oder Tablett-PCs gleichzeitig zu einer Solarzelle, die den Akku innerhalb von nur sechs Stunden mit Sonnenlicht aufladen kann und den Benutzer damit unabhängig von Ladegeräten machen kann. Das Produkt soll in einem Jahr auf den Markt kommen. Mit der Technologie lassen sich aber beispielsweise auch die Scheiben von Elektrofahrzeugen beschichten, wodurch deren Reichweite erhöht und die Kosten für das Aufladen des Akkus reduziert wird.

 

Neuer Weltrekord bei Dünnschicht-Solarmodulen
Das Solarunternehmen Q-Cells SE (Sitz in Bitterfeld-Wolfen / Sachsen-Anhalt) hat mit einem CIGS-Dünnschicht-Solarmodul aus der monolithisch integrierten Serienfertigung seinen eigenen Wirkungsgrad-Weltrekord gebrochen. Der Gesamtflächenwirkungsgrad beträgt 13,4 Prozent, bezogen auf die aktive Fläche (Aperturfläche) sogar 14,7 Prozent. Gerhard Rauter, Technikvorstand von Q-Cells: „Im Juni 2010 erzielte Q-Cells mit einem CIGS Solarmodul des gleichen Typs einen ersten Weltrekord mit einem Wirkungsgrad von 13 Prozent. Mit dem neuen Rekordwert von 13,4 Prozent bei einem Modul aus der laufenden Serienfertigung stellt Q-Cells einmal mehr seine Technologieführerschaft in der Photovoltaik-Branche unter Beweis.“ Verschiedene Q.SMART-Solarstromanlagen über Europa hinweg würden laut dem Unternehmen bei unterschiedlichster Einstrahlungsstärke und nach einjähriger Betriebszeit sogar teilweise Leistungssteigerungen zeigen.

 

Neues Syntheseverfahren für Biodiesel aus Pflanzenabfällen
An der Polytechnischen Universität in Valencia wurde ein neues, hoch effizientes Synthese-Verfahren entwickelt, das hochwertigen Biodiesel aus Pflanzenabfällen erzeugt, also aus nicht essbaren Kohlenhydraten. Dieser so genannte Biosprit der zweiten Generation verwendet beispielsweise Reste der Olivenölpressung oder aus der Zuckerrohrverarbeitung und steht damit nicht mehr in einer Nutzungskonkurrenz mit Nahrungsmitteln und deren Anbauflächen. Das nun vorgestellte Syntheseverfahren ist verhältnismäßig einfach und kostengünstig und benötigt zudem auch keine organischen Lösungsmittel. Der gewonnene Biodiesel sei von hervorragender Qualität und könne theoretisch direkt mit konventionellem Diesel gemischt werden.

 

Münchner Taxiunternehmen führt erstes Elektro-Taxi ein
Das Münchner Taxiunternehmen IsarFunk (450 540) wird Mitte April das erste Elektrotaxi in Deutschland einführen. Der Kaufvertrag für einen Mitsubishi i-MiEV ist bereits unterzeichnet. Das Elektro-Serienfahrzeug iMiEV ist zurzeit der einzige viertürige Stromer, der in Deutschland auf dem Markt erhältlich ist. Einen Crashtest durch den ADAC hat es einwandfrei bestanden.

 

Atomkraft:

 

Evakuierungszone in Japan zu niedrig
Die japanische Regierung hat nach eigener Auskunft vom Donnerstag derzeit nicht die Absicht, die Evakuierungszone von 20 Kilometern um das Katastrophen-AKW Fukushima auszuweiten. Die Lage werde allerdings von Tag zu Tag neu bewertet. Einwohnern in einem weiteren Umkreis von 30 Kilometern wurde empfohlen, wegen der Strahlengefahr das Gebiet zu verlassen und sich nicht im Freien aufzuhalten. Der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA zufolge wurden jedoch in einem Dorf 40 Kilometer von Fukushima entfernt hohe Strahlungswerte gemessen. Die USA empfehlen US-Bürgern sogar, das Gebiet im Umkreis von 80 Kilometern zu verlassen. Derweil stiegen die Strahlenwerte (radioaktives Jod 131) im Meer 330 Meter vor dem beschädigten AKW in Japan am Donnerstag auf das 4.385-fache der gesetzlichen Maximalwerte. Am Mittwoch hatten die Höchstwerte noch beim 3.355-fachen gelegen. Noch am Sonntag lagen die Werte bei klar unter dem 2000-fachen, am Samstag sogar noch einmal die Hälfte darunter.

 

EU lässt Import von radioaktiv verstrahlten Lebensmitteln zu
Die EU hat mittels einer Eilverordnung die Grenzwerte für radioaktive Belastung für den Import von Lebensmitteln aus Japan erhöht. Bislang galt ein Höchstwert von 600 Becquerel/Kilogramm (Bq/kg) für die kumulierte Radioaktivität von Cäsium 134 und Cäsium 137 in Lebensmitteln. In der Eilverfügung wurden die Höchstgrenzen auf 400 Bq/Kg für Säuglingsnahrung, auf 1000 Bq/Kg für Milchprodukte und auf 1250 Bq/Kg für alle anderen Nahrungsmittel erhöht. Bei Lebensmitteln mit einer so genannten geringeren Bedeutung wie Knoblauch, Zimt oder Fischöl ist sogar der bis zu 20-fach erhöhte Wert zugelassen. Dadurch wird es nun auch möglich, bislang über den Grenzwerten liegende Lebensmittel aus der Umgebung von Tschernobyl einzuführen. In der Kritik steht auch Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU), da sie für die Anhebung keine Begründung gegeben hat. Thilo Bode, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation foodwatch: „Die Ministerin redet nur von verstärkten Kontrollen und verschweigt, dass gleichzeitig die Sicherheitsstandards für japanische Lebensmittel gesenkt wurden. Frau Aigner enthält der Öffentlichkeit wichtige Informationen vor – so gewinnt sie sicher nicht das Vertrauen der Bürger.“

 

Verstrahlter japanischer Frachter zurückgeschickt
Das japanische Containerschiff „MOL Presence“ hatte den Katastrophenreaktor Fukushima in rund 120 Kilometern Entfernung passiert. Das reichte aus, dass die chinesischen Grenzbehörden in dem Hafen Xiamen eine erhöhte Strahlung messen konnten. Sie schickten das Schiff mit 4.698 Containern daraufhin wieder weg. Es waren 3,5 Mikrosievert (µSv) pro Stunde gemessen worden. Zum Vergleich: Ein Flug von Frankfurt nach New York belastet die Passagiere mit der doppelten Strahlendosis, die zulässige radioaktive Belastung beträgt allerdings insgesamt gerade einmal 1000 µSv im Jahr. Bei geringer Kontamination würde es bereits ausreichen, den mit den radioaktiven Partikeln belasteten Staub vom Deck und den Containern mit Wasser und Seife abzuschrubben – gleiches macht die US-Navy mit einem Flugzeugträger, der vor der Küste von Fukushima durch eine radioaktive Wolke kontaminiert wurde. Derzeit überprüfen die europäischen Häfen ihre Vorschriften und Kontrollen. Mitte April wird mit den ersten verstrahlten Frachtern aus Japan gerechnet. Eine Lösung der Problematik gebe es bislang noch nicht. Die Reedereien Hapag-Lloyd, Claus-Peter Offen und Hamburg Süd steuern Tokio bereits nicht mehr an. Hapag-Lloyd zieht nun zudem alle Container aus dem Verkehr, die sich im Umkreis von 100 Kilometern von Fukushima befinden.

 

Vietnam hält an AKW-Bau fest
Vietnam will trotz der Atomkatastrophe in Japan an seinen ambitionierten Atomplänen festhalten. Demnach soll der Bau des ersten Atomkraftwerkes „Nin Thuan 1“ (bestehend aus zwei Reaktoren des Typs WWER à 1.200 MW) mit Hilfe des russischen Unternehmen E4 bereits 2014 beginnen. Der Netzanschluss ist für 2020 vorgesehen. Vietnam plant, in 20 Jahren mit 16 Reaktoren und einer Gesamtkapazität von 15 GW rund 10% des benötigten Stroms zu produzieren.

 

Atomstrom wird durch Neubewertung des Risikos absurd teuer

Die mögliche Schadenssumme eines Super-GAUs in einem AKW ist laut der Münchner Rück aufgrund der enormen Dimensionen nicht versicherbar. Nach Berechnungen des Schweizer Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS) könnte ein Super-GAU Schäden von bis zu 4.000 Milliarden Franken verursachen. Das Bundesumweltministerium spricht für einen analogen Fall in Deutschland von bis zu 5.000 Milliarden Euro. Dagegen sind die AKWs in der Schweiz mit einer vom Gesetz vorgeschriebenen Versicherungsdeckung von derzeit einer Milliarde Franken restlos unterversichert – für alles, was darüber hinausgehen würde, müsste der Staat und die Steuerzahler aufkommen. Die vier AKW-Betreiber in Deutschland haften gemeinsam bis zu einer Schadenssumme von 2,5 Milliarden Euro. Die möglichen Folgekosten im Katastrophenfall – sowie auch die Kosten der bislang ungelösten Endlagerung – sind jedoch in den angeblich preiswerten Atomstrom nicht eingepreist, wodurch ein direkter Vergleich mit den immer preiswerter werdenden und risikolosen Erneuerbaren Energien verhindert wird.

Die Versicherungssumme eine AKWs ergibt sich allgemein aus der Formel Schadensausmaß mal Eintretenshäufigkeit und nicht aus dem Schadensausmaß allein. Allerdings hat Fukushima nun dieses Restrisiko erhöht: Nach der Kernschmelze in Harrisburg 1979, der Katastrophe von Tschernobyl 1986 und der zumindest partiellen Kernschmelze in drei Reaktoren im japanischen Fukuschima auf einmal, hat sich nun statistisch die Eintrittwahrscheinlichkeit einer gravierenden Katastrophe pro Reaktor auf 0,87 Prozent, also auf rund 1 zu 110 erhöht (5 Kernschmelzen bei 447 laufenden und 125 bereits stillgelegten Reaktoren = 0,87 Prozent). Dadurch müsste nun auch die bisher kalkulierten Versicherungssummen ansteigen. Wenn der Preis für Atomstrom jedoch die realen Kosten abbilden würde – analog müssten die Fossilen die Kosten des Klimawandels beinhalten – dann wären jetzt schon die Erneuerbaren Energien konkurrenzlos günstig und das Milliardenmonopol der Energiewirtschaft (in Deutschland beherrschen die vier Energieriesen Eon, RWE, EnBW und Vattenfall mehr als 80% des Energiemarktes) gebrochen. Laut Greenpeace betragen somit die realen Kosten des Atomstroms rund 2,70 Euro pro Kilowattstunde – das ist weder bezahlbar noch wettbewerbsfähig. Zum Vergleich: Windenergie wird mit 9,2 Cent pro kWh vergütet.


Weiteres:

 

Klonfleisch in der EU künftig ohne Kennzeichnung
Ein Vorstoß des EU-Parlaments zum Verbot bzw. zur Kennzeichnung von Erzeugnissen geklonter Tiere (Fleisch, Milch) ist gescheitert. Die Kennzeichnungspflicht ist dabei an der Sperrminorität von Deutschland, Schweden, Großbritannien, den Niederlanden und einiger anderer Länder gescheitert. Laut der amtierenden ungarischen EU-Ratspräsidentschaft sei das Parlament „unfähig für einen Kompromiss“ gewesen. Von Seiten des Parlaments hieß es hingegen: „Offenbar wollen die Mitgliedsstaaten, dass die Verbraucher Klonfleisch essen, ohne dies zu erfahren.“ Laut Peter Liese (CDU), dem gesundheitspolitischen Sprecher der konservativen EVP-Fraktion im Parlament habe Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) einen Kompromiss vorgeschlagen, den aber ihr liberaler Kollege, der Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), „bis zuletzt blockiert“ habe. Nach dem Scheitern der Verhandlungen wird es weiterhin keine Kontrolle über Klontechniken und Klone in Europa geben wird.

 

Schäden aus Naturkatastrophen 2010 auf 218 Mrd. Dollar verdreifacht
Laut dem Schweizer Rückversicherer Swiss Re haben sich die weltweiten Schäden aus Naturkatastrophen im vergangenen Jahr auf Kosten in der Höhe von 218 Milliarden Dollar (155 Milliarden Euro) belaufen. Damit liegt die Schadenssumme etwa dreimal so hoch wie im Vorjahr. Die Versicherungswirtschaft musste dafür rund 43 Milliarden Dollar (30,6 Milliarden Euro) aufbringen, über 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Toten hat sich im Vergleich zu 2009 von 15.000 auf 304.000 Opfer erhöht: Davon gehen allein 222.000 Tote auf das Erdbeben in Haiti zurück, 56.000 Todesopfer forderte die von massiven Wald- und Torfbränden begleitete Rekord-Hitzewelle in Russland und 6.200 Menschen starben bei den gewaltigen Überschwemmungen in Pakistan und China.
 

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