Energie & Umwelt

Informationsdienst Energie und Umwelt: National

1. Fraunhofer-Energietage | 100% Erneuerbare Energien bis 2050 machbar:
2. Engagierte Regionen beim Ausbau der EE machen 52 Prozent der Landesfläche aus:

3. Leistung der Photovoltaik 2010 annähernd verdoppelt:
4. BDI wehrt sich gegen Streichung der Ausnahmeregel für energieintensive Unternehmen bei der Ökosteuer:
5. Kampf um dringend benötigte Stromtrassen im Thüringer Wald:
6. Vattenfall startet weltweit größten Offshore-Windpark
7. Siemens | 23 Mrd. Euro Umsatz mit umweltfreundlicher Technologie:
8. Baugenehmigung für Offshore-Windpark Riffgat erteilt
9. Studie | 80 Sicherheitsmängel beim Alt-AKW Biblis B:
10. Großes Gaskraftwerk in Lubmin auf Eis gelegt:

 

Fraunhofer-Energietage | 100% Erneuerbare Energien bis 2050 machbar:
Anlässlich der Fraunhofer-Energietage betonte Prof. Weber, Sprecher der Fraunhofer-Allianz Energie, dass eine Energieversorgung mit 100% erneuerbaren Energien schon 2050 machbar sei und dies zudem die deutsche Wirtschaft stärken würde. Grundlegend zur Erreichung des 100-Prozent-Ziels sei jedoch die Weiterentwicklung der Erneuerbaren Energien, die Erhöhung der Energieeffizienz, intelligente Netze (smart grids) und verbesserte Speichermöglichkeiten. Die momentane Bundesregierung strebt derzeit bis 2050 einen Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttoendenergieverbrauch von 60% an. Die Fraunhofer Experten rechnen mit bis zu 380.000 Beschäftigten im Greentech-Sektor bis 2020, bei verstärkten Anstrengungen sogar mit 630.000 Arbeitsplätzen. Das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands würde dann um 70 bzw. 81 Milliarden Euro steigen.

 

Engagierte Regionen beim Ausbau der EE machen 52 Prozent der Landesfläche aus:
Anlässlich des Kongresses „100% Erneuerbare-Energie-Regionen“ mit mehr als 700 Teilnehmern aus Unternehmen, Verwaltung und Forschung hat das Kompetenznetzwerk dezentraler Energietechnologien (deENet) mitgeteilt, dass mittlerweile in Erneuerbare Energien engagierte Regionen bereits über 52 Prozent der Landesfläche ausmachen. Kommunen und Regionen würden dank der Erneuerbaren Energien ihre Energieversorgung sukzessive selbst in die Hand nehmen. Etwa 35 Millionen Menschen leben in ländlich geprägten Regionen. Das regionale Engagement sei daher eine regionale aber bundesweite Bewegung zum dezentralen und effizienten Umbau des deutschen Energiesystems. Zudem bietet die Nutzung Erneuerbarer Energien für den ländlichen Raum neue wirtschaftliche Perspektiven und für viele Kommunen und Gemeinden eine neue Einnahmequellen. Wind, Biomasse & Co. haben im Jahr 2009 rund 6,8 Mrd. Euro Wertschöpfung in den Kommunen generiert. Weitere Informationen liefert die aktuelle Studie „Kommunale Wertschöpfung durch Erneuerbare Energien“ des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW).

 

Leistung der Photovoltaik 2010 annähernd verdoppelt:
Prognosen für die 2010 in Deutschland installierte Photovoltaik-Leistung gehen davon aus, dass bis Ende des Jahres rund 18.000 Megawatt installiert sein werden. Letztes Jahr waren es noch 9.786 Megawatt. Solarstrom macht jetzt schon an manchen Tagen 10 Prozent des Angebots aus, in Bayern werden an manchen Sommertagen bis zu 25 Prozent erzielt.

 

BDI wehrt sich gegen Streichung der Ausnahmeregel für energieintensive Unternehmen bei der Ökosteuer:
Der Präsident des Bundesverbands der Deutsche Industrie (BDI), Hans-Peter Keitel, warnt vor der geplanten Streichung der Ausnahmeregel für energieintensive Unternehmen bei der Ökosteuer. Diese Steuererhöhung könnte 870.000 Arbeitsplätze in Deutschland gefährden. Durch den Wegfall dieser Steuerermäßigungen erhöht sich die Steuerlast der betroffenen Betriebe um 1,5 Milliarden Euro jährlich. Unterstützung kommt auch vom SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel: Die Ökosteuer für energieintensive Unternehmen zu erhöhen, würde lediglich diese Betriebe aus Deutschland vertreiben, so dass dann im Ausland höhere Treibhausgase produziert werden. Sinnvoller sei es stattdessen, Geländewagen und SUVs (mit einem Verbrauch von bis zu 20 Litern) nicht mehr als steuerlich begünstigte Dienstwagen anzuerkennen und so Mehreinnahmen von zwei Milliarden Euro zu erreichen. Kanzlerin Merkel signalisierte Entgegenkommen und kündigte an, die Öko-Steuerpläne noch einmal zu überdenken: "Es nicht unser Ansinnen, die guten Arbeitsmarktzahlen zu verschlechtern, indem wir an dieser Stelle etwas tun, was Arbeitsplätze kostet."

 

Kampf um dringend benötigte Stromtrassen im Thüringer Wald:
Mit dem zunehmenden Ausbau der regenerativen Energien im Allgemeinen und der Offshore-Windparks vor den Küsten im Besonderen, wird der Transport des Stroms aus entlegeneren Gebieten in das Stromnetz immer wichtiger. Große regenerative Kraftwerke in der Nähe der Ballungszentren sind oftmals nicht möglich. Der dafür notwendige Netzausbau erregt aber nun den Widerstand von Umweltschützern. Bei stürmischem Wetter müssen die Netzbetreiber immer wieder Windräder abschalten, um eine Überlastung der Netze zu verhindern. Um den Zustand zu verbessern, sollen – wie 2005 beschlossen – insgesamt 850 Trassenkilometer, darunter die Strecke durch den Thüringer Wald, gebaut werden. Die Netzbetreiber wollen investieren und das Netz erweitern, doch aufgrund der Proteste und Verzögerungen sind erst 80 km in Betrieb.

 

Vattenfall startet weltweit größten Offshore-Windpark:
Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat am Donnerstag, den 23. September, den größten Offshore-Windpark der Welt, die Anlage Thanet, in Betrieb genommen. Der Windpark liegt im britischen Kanal südöstlich von Großbritannien. Die Leistung wird mit 300 Megawatt angegeben.

 

Siemens | 23 Mrd. Euro Umsatz mit umweltfreundlicher Technologie:
Siemens ist der weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Die entsprechenden Siemens-Umweltportfolios erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von ca. 23 Milliarden Euro. Die Kunden hätten nach Konzernangaben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens in dem selben Zeitraum 210 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart, das ist der Jahresausstoß von New York, Tokio, London und Berlin zusammen.

 

Studie | 80 Sicherheitsmängel beim Alt-AKW Biblis B:
Das Atomkraftwerk Biblis B ging 1976 ans Netz und sollte dieses Jahr stillgelegt werden. Nach der nun beschlossenen Laufzeitverlängerung für AKWs soll es noch weitere acht Jahre am Netz bleiben. Die Bundesatomaufsicht (untersteht dem Bundesumweltministerium) hat ein Gutachten beim Öko-Institut in Auftrag gegeben. Darin werden 80 Schwachstellen und Sicherheitsdefizite von Biblis B bestätigt und eine sicherheitsrelevante Abweichung vom Stand von Wissenschaft und Technik festgestellt.
Das beschlossene Energiekonzept der Bundesregierung unterstreicht zwar die Notwendigkeit sicherheitsverbessernder Maßnahmen. Allerdings wenn diese Kosten 500 Millionen Euro pro Reaktor übersteigen (im gesamten Zeitraum der Laufzeitverlängerung), können dafür die Einzahlungen in den Fonds zur Förderung erneuerbarer Energien gemindert werden.

 

Großes Gaskraftwerk in Lubmin auf Eis gelegt:
E.ON und sein russischer Partner Gazprom haben den Bau eines Gaskraftwerkes bei Lubmin (Mecklenburg-Vorpommern) vorerst auf Eis gelegt. Nach Lubmin soll eine Abzweigung der im Bau befindlichen Gaspipeline Nord Stream führen. Der Bau der 1.200 MW Anlage (entspricht einem AKW) werde um drei bis fünf Jahre verschoben. Grund seien die niedrigen Strompreise, die fehlende Nachfrage und die gegenwärtig hohen Baukosten für ein Gas- und Turbinenkraftwerk dieser Größe. Die Inbetriebnahme war ursprünglich für 2011 geplant.

 

Baugenehmigung für Offshore-Windpark Riffgat erteilt:
Das Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg hat die Baugenehmigung für den Offshore-Windpark Riffgat erteilt, rund 15 km nordwestlich der ostfriesischen Insel Borkum. Die Errichtung der insgesamt 30 Anlagen (jeweils 3,6 MW = 108 MW) soll 2011 beginnen und Ende 2012 abgeschlossen sein. Der erzeugte Strom reicht für etwa 100.000 Haushalte. Der Windpark ist Gemeinschaftsprojekt des Oldenburger Energiedienstleisters EWE und der ostfriesischen Unternehmensgruppe ENOVA.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.