Energie & Umwelt

Informationsdienst Energie und Umwelt vom 07.10.2010

1. Globales Investitionsmodell für regenerative Energietechniken entwickelt:
2. Geostationäres Solarkraftwerk bis 2025:
3. EU-CO2-Emissionen bis 2020 um 22% reduziert:
4. EU-Kommission will Ausbau der Gas- und Stromnetze fördern:
5. Deutschland benötigt bis 2020 3.500 km Stromleitungen für 6 Mrd. Euro:
6. Deutsche Rohstoffagentur für Unternehmen eröffnet:
7. Baubeginn des Fraunhofer-Centers für Silizium-Photovoltaik in Halle:
8. Preise für Solarstromanlagen innert eines Jahres um 13% gefallen:
9. Berlin geht in die Solaroffensive:
10. Verbraucherzentrale bietet Onlinerechner für private Heizsysteme:
11. Versauerung der Ozeane nimmt dramatisch zu:
12. 80% der Weltbevölkerung lebt im Einzugsbereich belasteter Flüsse:
13. China will Klimaschutz und Wirtschaftswachstum:
14. Chinesen wollen spanische Ölfelder in Brasilien:

 

Globales Investitionsmodell für regenerative Energietechniken entwickelt:
Das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) hat ein Investitionsmodell für regenerative Energietechniken entwickelt. Der CERINA-Plan koppelt den CO2-Ausstoß der einzelnen Länder direkt an die jeweils notwendigen Investitionen in erneuerbare Energietechniken, um den globalen CO2-Anstieg zumindest zu kompensieren. Dadurch lassen sich für jedes Land die erforderlichen Investitionen den tatsächlichen getätigten gegenüberstellen. Der CERINA-Plan ist in 15 Sprachen online abrufbar.

 

Geostationäres Solarkraftwerk bis 2025:
Indien und die USA wollen bis zum Jahr 2025 ein gemeinsames solares Weltraumkraftwerk ans Netz bringen. Mehrere Solarkollektoren im geostationären Orbit sollen dann die gespeicherte Energie mittels Mikrowellenstrahlen an stationären Kollektoren auf der Erdoberfläche übertragen, welche die Energie dann in die Stromnetze einspeisen sollen. Die geostationären Kollektoren können 24 Stunden pro Tag an 365 Tagen im Jahr die Sonnenenergie nutzen.

 

EU-CO2-Emissionen bis 2020 um 22% reduziert:
Das Forschungsprojekt „iTREN-2030-Integrated transport and energy baseline“ der Energie- und Verkehrsdirektion der EU-Kommission (DG TREN) sieht erste Erfolge in der Klimapolitik der EU. Demnach wird der EU weite CO2-Ausstoss um 22% statt der geforderten 20% sinken. Allerdings werden die Treibhausgasemissionen im Verkehr bis 2020 voraussichtlich nur um 7% statt der angepeilten 10% sinken. Die EU hat das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80% zu reduzieren.

 

EU-Kommission will Ausbau der Gas- und Stromnetze fördern:
EU-Energiekommissar Oettinger will den Ausbau der Energieinfrastruktur der EU-Länder finanziell stärker fördern. Der Großteil der Investitionen müsse aus dem privaten Sektor kommen, doch sei hierfür eine staatliche Anschubfinanzierung in Höhe von 800 Millionen Euro dringend notwendig. Der Investitionsbedarf innerhalb der kommenden zehn Jahre betrage insgesamt 60 bis 100 Milliarden Euro. Weitere 80 Mrd. Euro seien für den Umbau zu Smart Grids nötig. Besonders problematisch stuft Oettinger die Dauer von Planungsverfahren ein. Statt derzeit 15 bis 20 Jahre dürfe der Ausbau der Energieinfrastruktur nicht länger als fünf bis acht Jahre dauern. Die Investitionen in die europäischen Gas- und Stromleitungen sollen innert drei Jahrzehnten mindestens verdreifacht werden.

 

Deutschland benötigt bis 2020 3.500 km Stromleitungen für 6 Mrd. Euro:
Laut der Deutschen Energieagentur (dena) bestehen in Deutschland Lücken im Hochspannungsnetz von insgesamt 3.500 km Länge. Um die Lücken bis 2020 zu schließen sind Investitionen von rund sechs Milliarden Euro erforderlich. Die entsprechende dena-Netzstudie II soll bis Ende des laufenden Jahres 2010 veröffentlicht werden. Die Studie untersucht vor allem die Frage, wie sich der Netzausbau bis 2020/25 entwickeln muss, damit die Integration der erneuerbaren Energien sicher gewährleistet werden kann. Weitere Kernpunkte sind die Optimierung der Stromübertragungssysteme, Stromspeicher, Erhöhung der Flexibilität des Stromerzeugungssystems und die intelligente Steuerung der Stromnachfrage, um diese besser an die fluktuierende Erzeugung anzupassen.

 

Deutsche Rohstoffagentur für Unternehmen eröffnet:
Die deutsche Rohstoffagentur in Hannover wurde offiziell eröffnet. Sie ist Teil der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und soll die Rohstoffmärkte transparenter machen, sowie die Kompetenzen der Rohstoffberatung weiter bündeln. Kernstück der Agentur ist ein Rohstoff-Informationssystem. Besonders KMUs sollen künftig Beratung und Antworten zur Verfügbarkeit von Rohstoffen und zu aktuellen Marktentwicklungen bekommen. Zusätzlich soll die Agentur Förderprogramme unterstützen, neue Rohstoffpotenziale erforschen und Kooperationen mit rohstoffreichen Ländern anstreben. Alle Industrierohstoffe seien im Blick, besonderes Augenmerk liege jedoch auf Hochtechnologiemetalle. Diese „Seltenen Erden“ werden derzeit zu mehr als 95% in China abgebaut.

 

Baubeginn des Fraunhofer-Centers für Silizium-Photovoltaik in Halle:
Das neue Fraunhofer- Forschungszentrum für Silizium-Photovoltaik soll auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern entstehen und bereits 2012 fertig gestellt sein. Die Kernbereiche werden in Photovoltaik, Solarwafer, Solarmodule und Kristallisationstechnologien liegen. Damit soll die Innovationsfähigkeit der deutschen Solarbranche nachhaltig gesichert werden. Ziel ist es, die Effizienz zu erhöhen und den Ressourceneinsatz (Silizium) zu reduzieren. Das Projekt wird mit insgesamt 60 Millionen Euro von EU, Bund und dem Land Sachen-Anhalt gefördert.

 

Preise für Solarstromanlagen innert eines Jahres um 13% gefallen:
Laut dem Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) ist der Preis für schlüsselfertige Photovoltaik-Anlagen innerhalb der letzten 12 Monate um durchschnittlich 13% gesunken. Seit 2006 ging der Preis sogar um 40% zurück. Im ersten Halbjahr 2010 wurden bereits mit 3,8 Gigawatt so viel Photovoltaikleistung in Deutschland neu installiert wie im ganzen Zeitraum 2009. Bis zum Jahresende wird mit bis zu acht Gigawatt gerechnet. Die 17 laufenden AKWs in Deutschland liefern zusammen 20,49 GW

 

Berlin geht in die Solaroffensive:
Bislang besitzen nur 8.000 Dächer in Berlin eine Solaranlage. Eine neue Studie, der Berliner Solaratlas, belegt nun, dass wenn alle geeigneten Dachflächen der über 500.000 Berliner Dächer konsequent mit Solarmodulen bestückt würden, diese ca. 3,2 Millionen Megawattstunden Strom pro Jahr liefern und somit theoretisch rund 77% des privaten Stromverbrauchs in Berlin abdecken könnten. Um das riesige Potential besser nutzen zu können baut Berlin nun eine Solarbörse auf. Der Berliner Solaratlas entstand in Zusammenarbeit der Wirtschaftsförderung Berlin Partner GmbH in Zusammenarbeit mit dem Senat von Berlin. Mit nur wenigen Mausklicks lässt sich in einem dreidimensionalen Modell im Internet ablesen, ob sich ein Dach für die Installation von Solaranlagen eignet (Photovoltaik und Solarthermie), wie viel Sonnenenergie sich damit einfangen lässt und die voraussichtlichen Kosten. Weitere Informationen hier.

 

Verbraucherzentrale bietet Onlinerechner für private Heizsysteme:
Die Verbraucherzentrale NRW hat einen Onlinerechner konzipiert, mit dem sich die Wirtschaftlichkeit unterschiedlicher Heizsysteme (Pelletheizungen, Brennwertheizungen, Solaranlagen, Wärmepumpen oder Blockheizkraftwerke), einschließlich der Kosten für Wartung und Instandsetzung, berechnen lassen. Damit lässt sich für Gebäude von Einfamilienhäusern bis zu Mehrfamilienhäusern aus bis zu elf Wohneinheiten ein Kostenvergleich der unterschiedlichen Heizsysteme anstellen. Mitberücksichtigt werden der Sanierungsstand, und unterschiedliche Szenarien der Energiepreissteigerungen und Förderkonditionen. Der Heizsystemvergleich soll eine erste Abschätzung und einen ersten Vergleich ermöglichen, ersetze aber letzten Endes nicht eine professionelle Energieberatung.

 

Versauerung der Ozeane nimmt dramatisch zu:
Die rasante Versauerung der Ozean aufgrund des Treibhausgases CO2 sei vergleichbar mit jenen Prozessen, die einst zu Massensterben wie vor 55 oder 250 Millionen Jahren geführt haben. Die Säuremenge hat seit Beginn der Industrialisierung um rund 30% zugenommen. Der Zusammenhang zwischen Versauerung der Meere und dem Kohlendioxid, das sich in dem Meerwasser löst und Kohlensäure bildet, sei dabei laut Prof. Pörtner vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung unbestreitbar.

 

80% der Weltbevölkerung lebt im Einzugsbereich belasteter Flüsse:
Ein internationales Forscherteam hat eine Weltkarte der schmutzigsten Flüsse erstellt. Demnach leben weltweit fünf Milliarden Menschen (80%) im Einzugsbereich von zum Teil erheblich verschmutzten Flüssen. Zusätzlich führen die Forscher an, wo mit welchem Erfolg investiert wird, um den Schäden entgegenzuwirken. Allerdings würde in Ländern mit hohem Einkommen vielfach eine große Menge Geld in die Verbesserung der Wasserqualität aufgewendet, ohne jedoch die Ursachen der Gefährdung zu bekämpfen. Einige der schmutzigsten Gewässer fließen der Studie nach immer noch durch Europa und die USA.

 

China will Klimaschutz und Wirtschaftswachstum:
Im chinesischen Tianjin wird nächste Woche eine UN-Klimakonferenz als Vorbereitungstreffen für den UN-Klimagipfel Ende November in Cancún (Mexiko) stattfinden. Die Verhandlungen gelten knapp ein Jahr nach dem gescheiterten Gipfel von Kopenhagen als festgefahren. China hat nun angekündigt, seine Zusagen von Kopenhagen umzusetzen, unabhängig davon, ob ein Klimavertrag zustande kommt oder nicht. Demnach will die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde und gleichzeitig größter Energieverbraucher seine CO2-Emissionen – gemessen an der Wirtschaftsleistung – bis 2020 um 40-45% gegenüber 2005 reduzieren. Dies soll in dem neuen Fünf-Jahres-Plan im März verankert werden. Allerdings dürfte der Ausstoß an Treibhausgasen wegen des anhaltend starken Wirtschaftswachstums noch bis 2030 oder 2040 weiter ansteigen. Der neue Fünf-Jahres-Plan sieht auch eine Erhöhung der Erneuerbaren Energien bis 2020 auf 20% vor. Kohle ist derzeit mit 75% der wichtigste Energieträger in China.

 

Chinesen wollen spanische Ölfelder in Brasilien:
Das chinesische Petrochemieunternehmen Sinopec und der spanische Ölkonzern Repsol gehen in Brasilien eine Partnerschaft ein. Ziel ist die die Entwicklung der Repsol-Ölfelder in Brasilien. Das Gemeinschaftsunternehmen hat ein Volumen von 17,8 Milliarden Dollar, 60% hält Repsol, 40% Sinopec. Das chinesische Unternehmen hat angekündigt, mehr als 7,1 Milliarden Dollar in das Geschäft investieren zu wollen.

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