Technologie

Informationsdienst Technologie und Innovationen: KW 03

E-Mobilität:
1. Neues Helmholtz-Institut für Batterieforschung:
2. Erste Großserie eines E-Autos besteht ADAC-Crashtest:
3. Weltrekord E-Auto „lekker Mobil“ von DBM Energy abgebrannt:

Informations- und Kommunikationstechnologie:
4. iPhone 5 und iPad 2 ohne Infineon-Technik:
5. Google entwickelt Sprachübersetzung für Handys in Echtzeit:
6. „Internetkrake“ Facebook gibt sensible Nutzerdaten frei:

Weiteres aus Forschung und Entwicklung:
7. Europäisches Laserprojekt ELI – Revolution der Lasertechnologie:
8. Zahnbehandlung künftig mit Laserbohrern:
9. „Durchleuchtungstechnologie“ revolutioniert:
10. Bio-Kunststoffe weiterentwickelt:
11. Neuartige effiziente und umweltfreundliche Kühltechnologie:
12. Deutschland will im All durchstarten:
13. Japan hat Vorbereitungen zum Klonen eines Mammuts abgeschlossen:

 

E-Mobilität:

 

Neues Helmholtz-Institut für Batterieforschung:
Das neue, bundesweit einmalige Helmholtz-Institut für Elektrochemische Energiespeicherung (HIU) in Ulm soll die Leistungsfähigkeit von künftigen Batterien erforschen und damit die Basis für künftige Batteriegenerationen schaffen. Forschungsschwerpunkte werden unter anderem auf den Feldern der elektrochemischen Grundlagenforschung und Materialforschung liegen, sowie auf Analysemethoden zur Erforschung atomarer Prozesse während des Lade- und Entladevorgangs. Der Lithium-Ionen-Technologie soll eine Schlüsselrolle zukommen. Der jährliche Haushalt von 5 Mio. Euro kommt zu 90% vom Bund (BMBF) und zu 10% vom Land Baden-Württemberg. Das HIU fungiert als Außenstelle des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung (ZSW) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Ulm möchte sich mit dieser Forschungseinrichtung auch als Spitzenstandort für die Elektromobilität der Zukunft bewerben.

 

Erste Großserie eines E-Autos besteht ADAC-Crashtest:
Das erste Elektro-Großserienauto, der i-MiEV von Mitsubishi, hat den ADAC-Crashtest bestanden. Demnach blieb die Fahrgastzelle trotz Leichtbauweise, kurzem Vorbau und Hochspannungssystem stabil. Die Hochspannungselemente des Elektroautos wurden automatisch abgeschaltet und auch die Lithium-Ionen-Batterie blieb unbeschädigt. „Befürchtungen, dass sich Elektrofahrzeuge bei einem Unfall in gefährliche ‚Strom-Bomben‘ verwandeln, haben sich also nicht bestätigt“, so der ADAC.

 

Weltrekord E-Auto „lekker Mobil“ von DBM Energy abgebrannt:
Das Elektroauto „lekker Mobil“ von DBM Energy ist in seiner Berliner Lagerhalle verbrannt.
Im Oktober 2010 war es durch seine Weltrekordfahrt bekannt geworden (600 km in einem umgerüsteten Audi A2). Die Batterien (Kolibri-Akku auf Lithium-Polymer-Basis / AlphaPolymer Technologie) seien laut dem Hersteller DBM Energy allerdings nicht der Auslöser für das Feuer gewesen. Das Landeskriminalamt wurde eingeschaltet. Ein neues Trägerfahrzeug für das innovative Batteriesystem ist bereits in Arbeit und werde in Kürze zur Verfügung stehen.

 

Informations- und Kommunikationstechnologie:

 

iPhone 5 und iPad 2 ohne Infineon-Technik:
Apple wird seine neuen Produkte ohne die Technik von Infineon (Sitz bei München) bauen. Die kommenden Generationen von iPad und iPhone werden auf einen Chipsatz aus dem Hause Qualcomm basieren (Kalifornien). Hintergrund ist, dass dieser im Gegensatz zur Infineon-Technik sowohl im GSM- als auch CDMA-Netz funken kann. Damit entfällt die Notwendigkeit zweier unterschiedlicher Modelle wie beim iPhone 4.

 

Google entwickelt Sprachübersetzung für Handys in Echtzeit:
Google hat für sein Smartphone-Betriebssystem Android eine Software für das Übersetzen von Gesprächen in Echtzeit entwickelt. Momentan ist allerdings nur eine Entwicklungsversion für die Übersetzung zwischen Englisch und Spanisch erhältlich. Außerdem könnten Dialekte, Hintergrundgeräusche oder schnelles Sprechen noch erhebliche Probleme bereiten. Künftig soll das Programm dann unter dem bereits für schriftliche Texte existierenden Dienst Google Translate angeboten werden, das bislang 53 Sprachen unterstützt und in 150 Ländern angeboten wird. Die Nutzer sprechen dabei in ihr Handy, das Programm liest dann die entsprechende Übersetzung laut vor.

 

„Internetkrake“ Facebook gibt sensible Nutzerdaten frei:
Die Social-Media-Plattform Facebook will Dritten in Form von App-Entwicklern künftig Zugriff auf sensible Nutzerdaten gewähren. Facebook war wegen seines umstrittenen kommerziellen Umgangs mit den Nutzerdaten schon mehrfach in der Kritik. Anbietern von Applikationen soll künftig nun ermöglicht werden, auch die Postadresse und Mobiltelefonnummer eines Nutzers automatisch abzufragen. Unter anderem steige damit auch die Gefahr des Identitätsdiebstahls durch Kriminelle weiter an. Das Blog All Facebook kritisiert, dass Facebook erneut versuche, die Neuerung klammheimlich einzuführen, ohne auf die Datenschutzprobleme aufmerksam zu machen. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis Facebook noch sensiblere Nutzerdaten an Dritte (gegen Entgelt) weitergeben würde. Der Sicherheitsdienstleister Sophos empfiehlt daher allen Facebook-Mitgliedern, sensible Daten wie Adressen und Telefonnummern aus ihren Facebook-Profilen zu löschen. Graham Cluley von Sophos: „Dubiose App-Entwickler haben es jetzt leichter denn je, an persönliche Informationen zu kommen. (…) Es stellt sich die Frage, ob für Facebook hier wirklich die Sicherheit seiner über 500 Millionen Mitglieder an erster Stelle steht.“

 

Weiteres aus Forschung und Entwicklung:

 

Europäisches Laserprojekt ELI – Revolution der Lasertechnologie:
Nahe Bukarest in Rumänien wird derzeit im Rahmen des europäischen Projekts „Extreme Light Infrastructure“ (ELI) der leistungsstärkste Laser der Welt entwickelt. Monentan liegt der Weltrekord für die kürzeste Dauer eines Laserpulses bei 80 Attosekunden (10 hoch 18 Sekunden). Dies wird mit einem kohärenter Femtosekundenstrahl eines Titan-Saphir-Lasers erreicht, der aus einem Gasatom in einem Vakuum Elektronen herausschlägt, die dann ihre Energie in Form eines extrem kurzwelligen Lichts wieder abgeben. Dieser Vorgang ändert sich jedoch ab einer Energiedichte des Laserpulses von 1.018 Watt pro Quadratzentimeter: Dann bewegen sich die Elektronen nicht mehr linear zur eingestrahlten Energie, sondern verhalten sich relativistisch. Die auf diesem Weg erreichbare Wellenlänge liegt dann im Bereich der harten und sehr energiereichen Röntgen- bis Gammastrahlung. Der derzeit im Bau befindliche ELI-Laser soll eine Leistung von etwa 1.024 Watt pro Quadratzentimeter erreichen, wodurch ein Laserpuls von 100 Yoktosekunden (10 hoch 24 Sekunden) möglich wird.

 

Zahnbehandlung künftig mit revolutionären Laserbohrern:
Wissenschaftler der Universität Bonn haben einen Prototyp eines neuartigen Laser-Bohrers für die Zahnbehandlung entwickelt. Dieser kann gesunde von ungesunden Zähnen unterscheiden und die Behandlungen selbst ist nahezu schmerzfrei. Der neuartige Laserbohrer arbeitet mit ultrakurzen Pulsen gebündelten Lichts, wodurch wesentlich präziser gebohrt werden kann als bisher. Vibrationen, die die Zahnnerven reizen und somit Schmerzen auslösen, entfallen.

 

„Durchleuchtungstechnologie“ revolutioniert:
Terahertz(THz)-Wellen werden zum „Durchleuchten“ von Objekten wie Kunststoffen, Verbundmaterialien und auch Lebensmitteln eingesetzt. Sie eignen sich daher hervorragend zur Überwachung industrieller Prozesse und zur Qualitätskontrolle, werden aber auch im Bereich von Körperscannern auf Flughäfen und zum Aufspüren von Sprengstoffen eingesetzt. Bislang war es jedoch nicht möglich, THz-Strahlen bei Raumtemperatur zu erzeugen. An der Universität Marburg ist dies nun unter Verwendung sogenannte Halbleiter-Scheibenlaser in unerreichter Leistung und dies bei Raumtemperatur gelungen.

 

Bio-Kunststoffe weiterentwickelt:
Die Abteilung „Materialentwicklung“ am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam-Golm hat biobasierte Polymere, also auf nachwachsenden Rohstoffen basierende Kunststoffe, entscheidend weiterentwickelt. Biopolymere kommen also ohne Erdöl aus und sind meist biologisch abbaubar. Bisherige Biopolymere wie zum Beispiel Polymilchsäure (Polylactid, PLA) haben allerdings den großen Nachteil, dass sie spröde sind und ihre Schlagzähigkeit gering ist. Sie finden daher vor allem als Massenkunststoff bei Lebensmittelverpackungen, Blister, Flaschen und als Einweg-Geschirr Anwendung. Die Fraunhofer-Forscher entwickelten die Polymilchsäure und weitere natürliche Kunststoffe nun weiter, indem sie die Materialien mit Spinnfasern aus Cellulose (Rayon) verstärkten und somit natürliche (biobasierte) Verbundwerkstoffe kreierten. Durch diese Kombination entsteht ein Material, das komplett biobasiert und bioabbaubar ist, aber dennoch stabil. Dadurch werden weitere Anwendungsbereiche, wie beispielsweise im Automobilbau erschlossen. Der neue Werkstoff wird auf der nature.tec, der Fachschau für Nachwachsende Rohstoffe in Berlin (21. – 30. Januar) vorgestellt.

 

Neuartige effiziente und umweltfreundliche Kühltechnologie:
Die Zeo-Tech GmbH hat zusammen mit führenden Forschungseinrichtungen in einem vom Bundesministerium für Wirtschaft geförderten Projekt eine neue Kühltechnologie entwickelt, die um 25-50% energieeffizienter ist und keine problematischen Kältemittel enthält. Sie kann zudem auch die zum Kühlen notwendige Energie ohne Verluste beliebig lang bis zum Einsatz speichern. Der auf Zeolith und Wasser basierende Kühlprozess ist zudem geräuschlos. Nach der Zufuhr von Wärme wird das Zeolith wieder in den Ausgangszustand zurückversetzt. Die neue Kühltechnologie eignet sich daher besonders auch für den mobilen Einsatz und den Transport medizinischer Güter. Das Zeolith kann innerhalb einer Stunde Temperaturen von bis zu -18 °C erzeugen.

 

Deutschland will im All durchstarten:
Die Bundesregierung hat angekündigt, die Raumfahrt noch weiter ausbauen zu wollen. Sie soll einerseits eine zentrale Aufgabe bei der Bewältigung der großen globalen Herausforderungen einnehmen (Klimawandel, Wasserknappheit, Landwirtschaft, Katastrophenmanagement etc.), andererseits aber dabei auch ihr ökonomisches Potenzial noch stärker ausschöpfen. Innert der letzten zehn Jahren wurden die finanziellen Mittel für die Raumfahrt um jährlich rund 10% gesteigert und haben im vergangenen Jahr 1,2 Mrd. Euro erreicht. Deutschland hat nach Frankreich die zweitgrößte Raumfahrtindustrie in Europa (DEU-Umsatz: 2 Mrd. Euro, 6.200 Beschäftigte). Ein besonderer Fokus der bundesdeutschen Raumfahrtstrategie liegt dabei auf der technologischen Weiterentwicklung robotischer Fähigkeiten, Mechatronik, künstlicher Intelligenz und autonomer Systeme. Die Gefahren im Weltall sind jedoch vielfältiger als oftmals vermutet – wie die aktuelle NASA-Mission beweist: Besatzungsmitglied Tim Kopra ist auf der Raumstation ISS vom Fahrrad gefallen und hat sich eine Rippe gebrochen. Lebensgefahr bestehe laut der NASA allerdings nicht. Jedoch war Kopra ursprünglich als „Führungsastronaut“ bei zwei Ausstiegen in den freien Raum vorgesehen. Anders als bei den Russen gibt es bei den US-Shuttles keine Double- oder Backup-Mannschaften, die  das gesamte Trainingsprogramm mit durchlaufen und notfalls einspringen können.

 

Japan hat Vorbereitungen zum Klonen eines Mammuts abgeschlossen:
Noch niemals hat ein Mammut seinen Fuß auf die japanischen Inseln gesetzt – gemäß japanischen Forschern soll sich das nun allerdings bald ändern. Bereits in wenigen Jahren wollen sie ein Mammut klonen, die Vorbereitungen seien bereits abgeschlossen. Im Sommer werde man Gewebe eines im Eis eingeschlossenen russischen Mammut-Kadavers erhalten. Die Mammutzellkerne sollen dann in eine Elefanteneizelle eingepflanzt und von einer Elefantenkuh ausgetragen werden. Hierfür soll ein besonders großes Exemplar ausgewählt werden. Mit einem lebenden Mammut ließe sich laut den japanischen Wissenschaftlern leichter verstehen, warum diese Tierart überhaupt ausgestorben ist. (Mehr als 80% der Mammutfunde wurden im Permafrostboden des östlichen Sibirien gemacht.)
 

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