Technologie

Informationsdienst Technologie und Innovationen: KW 14

1. Bund fördert Speichertechnologien mit 200 Mio. Euro
2. Neues Druckverfahren spart über 80% der Energie ein
3. Neuartiger Feuerlöscher arbeitet mit elektrischem Feld
4. Der Weltraum spricht russisch
5. Erforschung des Sonnensystems künftig in Teamarbeit
6. Private US-Weltraumrakete ab 2013
7. Russland hebt Geheimhaltung seines modernsten Panzers auf

 

Bund fördert Speichertechnologien mit 200 Mio. Euro
Das Bundesforschungsministerium will mit einer neuen „Förderinitiative Energiespeicher“ neue Speichertechnologien entwickeln und damit die Energiewende beschleunigen. Das Fördervolumen soll 200 Millionen Euro umfassen und wird gemeinsam mit dem Wirtschafts- und dem Umweltministerium getragen. Die Förderung steht sowohl Unternehmen wie auch Wissenschaftlern mit Forschungsprojekten und Demonstrationsanlagen zur Energiespeicherung zur Verfügung. Vorrangig seien günstigere und effizientere Großbatterien und neue Konzepte für Pumpspeicherwerke, beispielsweise die schon seit rund einem Jahr propagierte Idee, Wasser nicht zwischen oberirdischen Becken am Berg, sondern in unterirdische, stillgelegte Stollen aus dem Bergbau laufen zu lassen – was die Akzeptanz der Anwohner sowie die Nähe zu den großen Verbauchszentren gewährleisten würde. Ein weiterer Schwerpunkt soll die Verbesserung der Elektrolyse von Wasserstoff durch (regenerativen) Strom aus Wasser sein, sowie diesen dann anschließend in Methan umzuwandeln, das direkt in das riesige Erdgasnetz und dessen Speicher eingeführt werden kann.

 

Neues Druckverfahren spart über 80% der Energie ein
Vier Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen der Druckbranche haben gemeinsam in einem Projekt der Energieforschung ein neues Druckverfahren zur Marktreife entwickelt. Das neue Verfahren beruht auf einem weiterentwickelten Flexo-Druckprozess. Grundlegend sind spezielle Druckfarben, die sich nass in nass verdrucken lassen. Die Neuentwicklung ist, dass sie anschließend durch Elektronenstrahlen unter einer Stickstoffatmosphäre getrocknet bzw. gehärtet werden. Bislang waren Druckverfahren üblich, die meist auf lösemittelhaltigen Farben oder einer Trocknung mittels UV Lampen beruhen. Der Zeitbedarf für den neuartigen Trockenprozess beträgt nur Zentelsekunden und kommt dabei mit einem Sechstel der Energie aus. Die Druckgeschwindigkeit und die Druckqualität können mit dem bisherigen Tiefdruck mithalten. Der globale Verpackungsmarkt hat ein jährliches Volumen von 24 Milliarden Euro. In Deutschland werden jährlich 240.000 Tonnen Druckfarben im Wert von 400 Millionen Euro produziert.

 

Neuartiger Feuerlöscher arbeitet mit elektrischem Feld
Wasser, Sand und Löschschaum hinterlassen nach dem Brand zusätzlich Schäden. Ein neuer Feuerlöscher arbeitet sauber mit einem starken elektrischen Feld. Es ist dies das erste nichtstoffliche Löschmedium. Es werden jedoch nicht nur Wasserschäden vermieden und die Technik ist auch umweltfreundlicher, die Brandbekämpfung wird für Feuerwehrleute auch sicherer, da sie dann aus größerer Entfernung möglich wird. Auch eine automatische ferngesteuerte Brandbekämpfung ist denkbar. Das Forscherteam der Harvard-Universität knüpfte dabei an eine 200 Jahre alte Beobachtung an: Elektrizität beeinflusst die Form von Flammen, ein elektrisches Feld vermag sie zu beugen, zum Flackern zu bringen und sogar zum Erlöschen. Dabei wird als Kern der Antiflammenwirkung die elektrische Aufladung von Rußpartikeln in den Flammen vermutet. Diese geladenen Teilchen lassen sich mit elektrischen Feldern offenbar dirigieren und damit dann auch die gesamte Strömung der Gase in der Flamme. Mit der Technologie ließen sich jedoch auch die Flammen in Motoren und Kraftwerken besser steuern. Die dadurch erzielbare Effizienzsteigerungen und Energieeinsparungen seien beachtlich. So ließen sich beispielsweise mit elektrischen Feldern die Verbrennung von Benzin im Brennraum eines Motors räumlich und zeitlich besser steuern und eine gleichmäßige Ausbreitung der Flammenfront erreichen, was eine weitere Verbrauchssenkungen bewirken würde.

 

Der Weltraum spricht russisch
Der russische Ministerpräsident Wladimir Putin hat angekündigt, die russische Vormachtstellung bei der Raumfahrt weiter auszubauen. Dafür will die weltweit führende Weltraumnation in den nächsten vier Jahren mindestes 30 neue Weltraumsysteme entwickeln. Damit soll der Anteil am weltweiten Markt für Weltraumstarts künftig auf 50 Prozent steigen. Derzeit sind es 40 Prozent. Dafür werde Russland 2013 eine leichte und eine schwere Modifikation der neuen Rakete Angara testen. Ab 2015 soll dann zudem die neuartige Rakete Rus-M getestet werden. Zudem sei laut Putin eine neue Generation von Weltraumtechnik mit einer höheren Zuverlässigkeit und längeren Lebensdauer notwendig. Das weltraumgestützte Navigationssystem GLONASS (Konkurrenz zum US-System GPS) soll noch in diesem Jahr fertig gestellt werden. Dafür muss die Anzahl der entsprechenden Satelliten von heute 23 auf mindestens 29 aufgestockt werden. Bis Ende des Jahres soll zudem ein neues bis 2025 angelegtes Raumfahrtprogramm konzipiert werden.

 

Erforschung des Sonnensystems künftig in Teamarbeit
Die Erforschung des Mondes oder anderer Planeten des Sonnensystems ist ungemein aufwendig und kostenintensiv. Daher hat Russland den Teilnehmerstaaten der Internationalen Weltraumstation (ISS) nun eine gemeinsame Zusammenarbeit bei diesen Projekten vorgeschlagen. An der ISS sind 23 Länder beteiligt: Österreich, Belgien, Brasilien, Großbritannien, Deutschland, Griechenland, Dänemark, Irland, Spanien, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal, Russland, die USA, Finnland, Frankreich, Tschechien, die Schweiz, Schweden und Japan.

 

Private US-Weltraumrakete ab 2013
Das private US-Unternehmen SpaceX will die leistungsstarke Rakete Falcon Heavy erstmals Ende 2013 ins All schießen. Die Rakete ist nach den Sicherheitsstandards der Nasa für bemannte Raumfahrt konstruiert. Mit 53 Tonnen Kapazität ist es die leistungsstärkste US-Rakete seit der Nasa Saturn V Rakete, die mit dem Ende der Mission stillgelegt wurde. Die sowjetischen Energia und N1 konnten 100 bzw. 75 Tonnen ins All bringen. Ein Start der Heavy Falcon wird zwischen 80 und 125 Millionen US-Dollar kosten, also knapp 2000 US-Dollar (rund 1400 Euro) pro Kilogramm Ladung. Im Dezember 2010 hatte SpaceX als erstes Privatunternehmen eine Raumkapsel unbeschädigt in den Weltraum und zurück gebracht.

 

Russland hebt Geheimhaltung seines modernsten Panzers auf
Das russische Verteidigungsministerium hebt die Geheimhaltung für den Panzer T-90AM der neuesten Generation auf. Der Kampfpanzer entstammt der Forschungs- und Produktionskorporation „Uralwagonsawod“ (Gebiet Swerdlowsk, Ural). Die russische Maschinenbaufirma wurde zwischen 1931 bis 1936 aufgebaut und stellte zunächst schwere Güterwaggons für die Eisenbahn her. Erst während des Zweiten Weltkrieges wurde das Werk zur weltweit größten Fabrik zur Produktion von Kampfpanzern umgebaut. Mehr als 35.000 T-34-Panzer verließen das Werk.
 

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