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Informationsdienst Technologie und Innovationen

1. Chinesische Sonde soll Energiequellen der Zukunft erschließen:
2. Elektronik – RFID-Technologie vom Funkchip zum Sensor weiterentwickelt:
3. Materialforschung – Neuartiges Material revolutioniert Lebensmittelverpackungen:
4. Projekt erforscht die Sicherheit von Nanomaterialien:
5. Biotechnologie – Bakterielle Erzeugung eines seltenen Krebsmittels:
6. Fraunhofer IAIS entwickelt Software zur automatischen Gefahrenerkennung:
7. Modernster Teilchenbeschleuniger entsteht in Wiesbaden:
8. Deutsch-kanadisches Max-Planck-Institut:
9. Berlin geht in die Solaroffensive:
10. NASA-Budget verabschiedet:
11. Bislang erdähnlichsten Planeten entdeckt:
12. Avionik – Flugzeug mit neuartiger Blase-Lenkung:
13. Indischer Kampfjet nicht mit Eurofighter-Technologie:
14. Apple soll wegen Patentverletzungen 625,5 Millionen US-Dollar bezahlen:
15. Sicherheitslücke in iPhone-Apps übermitteln Nutzerdaten:
16. Mobilfunk – Telekom verliert iPhone-Monopol:

 

Chinesische Sonde soll Energiequellen der Zukunft erschließen:
China hat ihre zweite Sonde „Chang’e-2“ auf den Weg zum Mond gebracht. Langfristiges Ziel ist die geologische Erschließung des Mondes. Die Volksrepublik sieht in dem Erdtrabanten die Lösung der künftigen Rohstoffprobleme der Erde. Die Sonde soll neben wissenschaftlichen Experimenten die Landung eines unbemannten Raumschiffes in der „Bucht der Regenbogen“ (Sinus Iridium) bis Ende 2013 vorbereiten.

 

Elektronik – RFID-Technologie vom Funkchip zum Sensor weiterentwickelt:
RFID-Chips sind Funkchips die Daten zur Identifikation von Produkten übertragen und vor allem im Logistikbereich, aber auch darüber hinaus, Anwendung finden. Fraunhofer-Forscher haben die Technologie nun um einen entscheidenden Schritt weiterentwickelt. Ihnen ist es gelungen, einen Transponder zu entwickeln, der gleichzeitig auch Temperatur, Druck und Feuchtigkeit messen kann. Die Technologie eignet sich besonders, um die Temperaturen empfindlicher Produkte wie Medikamente, Impfseren oder Blutkonserven während der Lieferwege zu überwachen.

 

Materialforschung – Neuartiges Material revolutioniert Lebensmittelverpackungen:
Fraunhofer-Forscher haben eine antimikrobiell aktive Verpackungsfolie entwickelt, die Lebensmittel, insbesondere Fleisch, länger frisch hält. Das neue Material tötet die Mikroorganismen ab, die sich auf der Produktoberfläche befinden. Damit lässt sich die Haltbarkeit der Lebensmittel beträchtlich verlängern. Laut der EU-Verordnung 450/2009 dürfen die Lebensmittelverpackungen gezielt Bestandteile enthalten, die Stoffe an das verpackte Lebensmittel abgeben können. Der nun angewandte Wirkstoff ist in Lack gelöste Sorbinsäure.

 

Projekt erforscht die Sicherheit von Nanomaterialien:
Das wissenschaftliche Projekt NanoGEM „Nanostrukturierte Materialien-Gesundheit, Exposition und Materialeigenschaften“  soll unter anderem klären, ob Nanopartikel vom Körper aufgenommen werden und wenn ja, wie sie sich im Körper verteilen, also abhängig von ihrer Größe, Struktur und ihren Oberflächeneigenschaften. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) und die Industrie fördern das Forschungsprojekt über die kommenden drei Jahre mit insgesamt 6,4 Mio. Euro. Insgesamt sind 19 universitäre und private Forschungseinrichtungen beteiligt, unter der Konsortialführung des Instituts für Energie- und Umwelttechnik (IUTA) an der Universität Duisburg-Essen (UDE). Das Projekt soll somit einen Beitrag zur allgemeinen Sicherheit und Akzeptanz der Nanotechnologie leisten. Weitere Informationen: www.uni-duisburg-essen.de/ und www.iuta.de/files/nanogem-kickoff_pressemitteilung.pdf.

 

Biotechnologie – Bakterielle Erzeugung eines seltenen Krebsmittels:
Mit dem Krebsmedikament Taxol, das die Zellteilung stört und somit das Tumorwachstum behindert, werden jährlich Tausende von Krebspatienten behandelt. Der Wirkstoff wird aufwendig aus der Rinde der Pazifischen Eibe gewonnen. Für eine Taxol-therapie müssen bis zu vier ausgewachsene Exemplare dieser seltenen Baumart gefällt werden. Ein weiteres aufwendiges Verfahren gewinnt den Wirkstoff aus den Nadeln der Europäischen Eibe. Ein Forscherteam vom MIT in Cambridge haben nun Darmbakterien der Art Escherichia coli soweit genetisch verändert (Einschleusung der entsprechenden Pflanzengene in die Mikrobe), dass sie zwei chemische Vorstufen für das Krebsmedikament in großen Mengen herstellen. Ein Liter der Bakterienkultur produziert dabei bis zu ein Gramm Taxadien. Zudem haben sie deren Stoffwechsel so manipuliert, dass die Ausgangssubstanz für die Synthese des Taxadiens in viel größeren Mengen erzeugt wird als normalerweise.

 

Fraunhofer IAIS entwickelt Software zur automatischen Gefahrenerkennung:
Forscher vom Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS haben die Loveparade-Videos analysiert und eine Software entwickelt, die gefährliche Situationen wie die Entstehung einer Massenpanik bei Großveranstaltungen automatisch identifiziert und entsprechend vorwarnt. Die Software erkennt kritische Bewegungsströme und zeigt anhand eines farblichen Rasters, an welchen Stellen in einer Menschenmenge potenzielle Gefahrensituationen auftreten können. Das neue IT-Verfahren entstand im Rahmen des von der EU geförderten Projektes PRONTO zur IT-Unterstützung von Rettungskräften. Die Software analysiert zunächst generelle Bewegungsmuster in der Menschenmenge und berechnet anschließend statistische Werte. Sobald kritische Phasenübergänge in den Bewegungsmustern erkannt werden, können Rettungs- und Einsatzkräfte rechtzeitig alarmiert werden und Gegenmaßnahmen einleiten. Weitere Informationen: www.iais.fraunhofer.de

 

Modernster Teilchenbeschleuniger entsteht in Wiesbaden:
Die neun teilnehmenden Staaten (Deutschland, Russland, Frankreich, Indien, Polen, Rumänien, Finnland, Schweden und Slowenien) haben den Vertrag über den Bau des weltweit einmaligen Teilchenbeschleunigers FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research/Anlage für Antiprotonen- und Ionenforschung) gezeichnet. Das Forschungszentrum soll für rund 1,2 Milliarden Euro auf dem Gelände des GSI-Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung in Darmstadt entstehen. Ziel ist es u.a., den inneren Aufbau der Materie, die Antimaterie und die dunkle Materie zu ergründen. Deutschland stemmt drei Viertel der Kosten. Größter Projektpartner ist Russland, das 178 Mio. EUR beisteuert. Im Unterschied zum Teilchenbeschleuniger CERN bei Genf, sollen in FAIR nicht höhere Geschwindigkeiten erreicht werden, sondern mehr und schwerere Teilchen aufeinander geschossen werden. Spanien wird als zehntes Land beitreten, Großbritannien, China und Saudi-Arabien planen Beiträge.

 

Deutsch-kanadisches Max-Planck-Institut:
Ab 2011 nimmt im Rahmen der deutsch-kanadische Kooperation in der Quantenphysik das Max Planck UBC Centre for Quantum Materials an der University of British Columbia in Vancouver seine Arbeit auf. Diese Einrichtung wird das dritte Max Planck Center, neben der CSIC-MPG Research Unit „Convivencia“ in Madrid und dem Indo Max Planck Center for Computer Science in Indien und wird sowohl von der Max-Planck-Gesellschaft als auch dem Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) gefördert. Das zukunftsweisende Forschungsfeld erforscht interdisziplinär die Quanteneigenschaften komplexer Materialien.

 

Berlin geht in die Solaroffensive:
Bislang besitzen nur 8.000 Dächer in Berlin eine Solaranlage. Eine neue Studie, der Berliner Solaratlas, belegt nun, dass wenn alle geeigneten Dachflächen der über 500.000 Berliner Dächer konsequent mit Solarmodulen bestückt würden, diese ca. 3,2 Millionen Megawattstunden Strom pro Jahr liefern und somit theoretisch rund 77% des privaten Stromverbrauchs in Berlin abdecken könnten. Um das riesige Potential besser nutzen zu können baut Berlin nun eine Solarbörse auf. Der Berliner Solaratlas entstand in Zusammenarbeit der Wirtschaftsförderung Berlin Partner GmbH in Zusammenarbeit mit dem Senat von Berlin. Mit nur wenigen Mausklicks lässt sich in einem dreidimensionalen Modell im Internet ablesen, ob sich ein Dach für die Installation von Solaranlagen eignet (Photovoltaik und Solarthermie), wie viel Sonnenenergie sich damit einfangen lässt und die voraussichtlichen Kosten. Weitere Informationen: http://www.presseportal.de/go2/solarboerse-berlin

 

NASA-Budget verabschiedet:
Nach dem US-Senat hat nun auch das Repräsentantenhaus das neue Gesetz für die Weltraumbehörde NASA angenommen. Die NASA erhält demnach in den nächsten 3 Jahren ein Budget von 58 Mrd. USD. Die bemannte Raumfahrt wird größtenteils outgesourct: Künftig sollen private Unternehmen Raketen bauen und die Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS übernehmen. Bemannte Missionen zum Mond und weiter sollen aus Kostengründen nur noch in internationalen Kooperationen geschehen.

 

Bislang erdähnlichsten Planeten entdeckt:
In astronomischen Verhältnissen gesehen nahen 20 Lichtjahren Entfernung haben US-Astronomen eine spektakuläre Entdeckung gemacht. Der Planet „Gliese 581g“ hat eine Atmosphäre und weist Temperaturen auf, die ein Vorkommen von Wasser in flüssigem Zustand zulassen und somit für die Entstehung von Leben geeignet wäre. Der Planet umkreist die Sonne „Gliese 581“, besitzt rund die 3,1- bis 4,3-fache Erdenmasse und ist der bislang erdähnlichste je entdeckte Planet. Allerdings ist seine Anziehungskraft rund 70% größer, die geologischen Aktivitäten, wie Vulkanausbrüche und Erdbeben ausgeprägter und eine Seite dürfte sich – ähnlich wie der Mond – permanent der Sonne zuwenden, so dass auf der anderen andauernd Nacht herrscht. Problematisch ist auch, dass die Sonne ein roter Zwergstern ist, so dass mit regelmäßigen gigantischen Strahlungsausbrüchen zu rechnen ist. Entdeckt wurde „Gliese 581g“ von den Teleskopen am Mauna-Kea-Berg auf Hawaii.

 

Avionik – Flugzeug mit neuartiger Blase-Lenkung:
Flugzeuge werden bisher durch verschiedene Steuerklappen in der Luft manövriert. Der Britische Rüstungskonzern BAE Systems spricht nun nach eigenen Angaben von einem Meilenstein in der Luftfahrt: Ein unbemanntes Modell hat einen erfolgreichen Testflug ohne Steuerklappen absolviert. Die Experimentaldrohne „Demon“ ändert durch Luftdüsen, die durch das Triebwerk angesteuert werden, ihre Richtung. Durch den Wegfall von Steuerklappen, wie Höhen- und Seitenleitwerk, können weniger störanfällige mechanischen Teilen verwendet werden, womit weniger Wartung benötigt wird. Durch das Wegfallen der Klappen ist das Flugobjekt zudem kaum noch von Radarstrahlen zu erfassen. Die Experimentaldrohne Demon ist rund 90 Kg schwer und hat eine Spannweite von  zweieinhalb Metern. An der Entwicklung waren neben BAE Systems zehn britische Universitäten beteiligt.

 

Indischer Kampfjet nicht mit Eurofighter-Technologie:
Indien hat 126 neue Kampfflugzeuge im Wert von rund 10 Mrd. USD ausgeschrieben. Insgesamt sechs Anbieter konkurrieren um den Auftrag. Der Kampfjets Tejas Light Combat Aircraft soll aber nun mit einem US-Triebwerk von General Electrics ausgestattet werden, anstatt mit der Technik des Eurofighter. Indien verlangte bei der Ausschreibung mindestens 50 Prozent eigene Arbeitsanteile.

 

Apple soll wegen Patentverletzungen 625,5 Millionen US-Dollar bezahlen:
Ein US-Bezirksgerichts im Staat Texas (Geschworenengericht) hat zugunsten eines Patentinhabers entschieden und dem Unternehmen Mirror Worlds LLC 625,5 Millionen US-Dollar des Yale-Professors David Gelernter wegen einer Patentverletzung durch die Apple-Produkte Time Machine, Cover Flow und Spotlight zugesprochen. Es geht um drei Patente von Mirror Worlds für die visuelle Anordnung von Dateien als “Lifestream”. Dies wäre die viertgrößte zu zahlende Summe für eine Patentverletzung in der US-Geschichte. Apple will sich gegen das Urteil zur Wehr setzen du hofft auf eine Reduzierung der Summe.

 

Sicherheitslücke in iPhone-Apps übermitteln Nutzerdaten:
Die Studie "iPhone Applications & Privacy Issues: An Analysis of Application Transmission of iPhone Unique Device Identifiers" (UDIDs) der Bucknell University in Pennsylvania hat herausgefunden, dass iPhone-Apps in vielen Fällen Daten ohne Nutzen für die Funktionalität und ohne Wissen des Nutzers versenden und dieses auch noch oft ohne Verschlüsselung. Dazu zählen Browsing-Vorlieben, App-Nutzung und der gegenwärtige Aufenthaltsort (Bewegungsprofil). Viele der untersuchten Gratis-Apps waren direkt mit Werbung oder Werbe-Netzwerken verbunden. Die Verfasser der Studie hierzu: „Datenschutzleute, User und Administratoren sollten beunruhigt sein.” Apple gebe den Usern auch kein Tool, Cookies der Apps zu löschen oder die Anzeige des UDID gegenüber Apps zu blockieren. iPhone-Nutzer hätten somit keine Chance, dieses Informationsleck auf ihrem Telefon zu schließen.

 

Mobilfunk – Telekom verliert iPhone-Monopol:
Noch im Oktober dürfte die exklusive Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Telekom und Apple in Deutschland beendet werden. Dann dürfen auch die Telekom-Konkurrenten O2 und Vodafone das iPhone verkaufen. In einigen Ländern hält Apple noch an der Vermarktungsstrategie über einen einzelnen, exklusiven Partner fest (USA: AT&T), in anderen ist das Smartphone bereits bei mehreren Telekomanbietern erhältlich (GBR, ITL). Die Telekom hat seit dem Deutschlandstart im November 2007 rund 1,9 Millionen iPhones verkauft.

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