Wirtschaft

Informationsdienst Wirtschaft: International

1. EU: Härtere Maßnahmen gegen Defizitsünder:
2. Russlands WTO-Beitritt kurz vor der Unterzeichnung:
3. Investment Banking in der Krise:
4. EBWE will in die Ukraine jährlich Milliarden investieren:
5. Personalie: Ägyptens Investitionsminister zum Weltbank-Direktor ernannt:

 

EU | Härtere Maßnahmen gegen Defizitsünder:
EU-Finanzkommissar Olli Rehn will die EU-Staaten mit härteren und schnelleren Strafen zur Einhaltung der Haushaltsdisziplin zwingen. Demnach soll das entsprechende Land zu Beginn eines Defizitverfahrens (3% Grenze) 0,2% des BIPs als Sicherheitsleistung hinterlegen. Werden die Vorgaben nicht eingehalten, wird das Pfand als Strafe einbehalten, bei ordnungsgemäß erfüllten Auflagen erhält es den verzinsten Betrag zurück. Die neuen Regeln sollen den Währungs- und Stabilitätspakt stärken und sollen am Mittwoch beschlossen werden. Auch der Schuldenstand soll stärker berücksichtigt werden (Obergrenze bei 60% des BIPs). Staaten die darüber liegen, müssen ihre Schulden kontinuierlich um jährlich fünf Prozent jener Summe abbauen, die sie von der 60-Prozent-Grenze trennt. Für Deutschland würde dies mit einem Schuldenstand von rund 80 Prozent des BIPs rund 24 Milliarden Euro jährlich bedeuten. Die Vorschläge dürften von den Mitgliedsstaaten und vom Europäischen Parlament noch verändert werden. Die Strafen müssten dem Vorschlag gemäß auch nicht mehr von den Finanzministern ausdrücklich gebilligt werden, sondern würden nach dem Beschluss der EU-Kommission automatisch in Kraft treten.

 

Russlands WTO-Beitritt kurz vor der Unterzeichnung:
Laut dem russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin will Russland der Welthandelsorganisation bis zum 1. Januar 2011 beitreten. Alle EU-Forderungen für den WTO-Beitritt seien erfüllt worden, zu vielen Fragen seien Gesetzte angenommen worden. Die Verhandlungen sollen nun in den nächsten Wochen abgeschlossen werden. Laut dem ersten Vizepremier Russlands, Igor Schuwalow, würden die USA und die EU-Länder den WTO-Beitritt Russlands mehr benötigen als Russland selbst. Über den WTO-Beitritt Russlands wird seit 1993 verhandelt. Durchschnittlich nimmt der Prozess sieben Jahre in Anspruch. Der WTO, deren Aufgabe es ist, den internationalen Handel zu liberalisieren und die handelspolitischen Beziehungen zwischen ihren Mitgliedern zu regulieren, gehören derzeit mehr als 150 Länder an.

 

Investment Banking in der Krise:
Das Investment Banking lief im dritten Quartal 2010 wieder deutlich schlechter als zuletzt. Hintergrund ist die Zurückhaltung der Investoren. Bargeld werde lieber gehortet, anstatt zu investieren. Die durch das Ausmaß der Finanzkrise ausgelöste Verunsicherung ist demnach noch nicht überwunden, auch die zögerlichen Regulierungsversuche der Politik haben das Vertrauen in diese Branche noch nicht vollends wiederhergestellt. Das Handelsvolumen von an der New Yorker Börse notierten Aktien war im Juli um 11% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Im August belief sich der Rückgang sogar auf rund 30%. Auch die Umsätze mit Firmen- und Staatsanleihen gingen stark zurück. Gewinne wurden hingegen aufgrund von Euro- und Dollarschwäche auf den Währungsmärkten realisiert. Goldman Sachs wird im dritten Quartal 35% weniger Gewinn machen als bislang angenommen, Morgan Stanley hat er seine Erwartungen sogar um 70% nach unten korrigiert, die Deutsche Bank hat unter anderem wegen des schwachen Investment Banking angekündigt, im dritten Quartal einen Verlust zu verbuchen. Die Wall-Street-Analystin Meredith Whitney geht davon aus, dass in den kommenden 18 Monaten weltweit 80.000 Stellen in diesem Bereich verloren gehen könnten. Der Anteil des Investment Banking an den Gesamterträgen lag beispielsweise bei der Credit Suisse (CS) in den vergangenen Quartalen immer zwischen 47% und 70%.

 

EBWE will in die Ukraine jährlich Milliarden investieren:
Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) plant, jährlich bis zu einer Milliarde Euro in die Wirtschaft der Ukraine zu investieren. Laut dem EBWE-Direktor Vassili Lelakis werden derzeit mehrere Großprojekte vorbereitet, die in der Ukraine realisiert werden sollen. Noch in diesem Jahr wollen die EBWE und Kiew ein Kreditabkommen über zwei Milliarden US-Dollar unterzeichnen. Im Vordergrund stehen Energieprojekte, sowie Infrastrukturvorhaben im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2012. Momentan werden bereits sieben gemeinsame Projekte verwirklicht.

 

Personalie | Ägyptens Investitionsminister zum Weltbank-Direktor ernannt:
Weltbank-Präsident Robert Zoellick hat bekannt gegeben, dass der bisherige Investitionsminister Ägyptens, der 45-jährige Mahmoud Mohieldin, zum Weltbank-Direktor berufen wird. Mohieldins Anstrengungen zur Modernisierung des Wirtschafts- und Finanzsystems Ägyptens habe dazu beigetragen, die Folgen der globalen Krise erfolgreich zu überwinden. Mohieldin wird unter anderem für die Bekämpfung von Armut und für das Wirtschafts- und Finanzmanagement zuständig sein.

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