Wirtschaft

Informationsdienst Wirtschaft: International

1. Asien wächst mit über acht Prozent.
2. US-Konsumentenvertrauen bricht ein.
3. Goldpreis auf Rekordniveau – Angst vor Inflation.
4. Irland legt Kosten für die Sanierung der verstaatlichten Anglo Irish Bank offen.
5. Spanien | Erster Generalstreik seit 2002.
6. Warnungen vor Immobilienblase in der Schweiz.
7. Boeing erhält 5,3 Milliarden-Auftrag von US-Marine.

 

Asien wächst mit über acht Prozent:
Die asiatische Entwicklungsbank (ADB) prognostiziert ein Wachstum von 8,2% in diesem Jahr. Im April war sie noch von 7,5% ausgegangen. Vor allem der Export erhole sich, auch die Ausgaben von Unternehmen und private Konsumausgaben nahmen stark zu. Staatliche Konjunkturpakete haben einen zusätzlichen Schub bewirkt. China wächst mit 9,6%, Indien mit 8,5%, Singapur sogar um 14%, Taiwan mit 7,7% und Südkorea mit 6%. Gefahr drohe lediglich von der Unsicherheit über die Entwicklung der Industriestaaten: Vor allem der amerikanische Immobilienmarkt und mögliche Staatspleiten in einigen Teilen Europas. Auch werden Konjunkturprogramme in großen Ländern wie China gedrosselt, um eine Überhitzung der Wirtschaft zu vermeiden. Die Region müsse demnach, laut Forderungen der ADB, die Chancen der robusten Konjunktur für Strukturreformen nutzen. Die Produktivität müsse gesteigert, die Infrastruktur verbessert und die Finanzmärkte ausgebaut werden.

 

US-Konsumentenvertrauen bricht ein:
Der Index für das Konsumentenvertrauen in den USA ist laut dem Forschungsinstitut Conference Board im September überraschend kräftig gesunken, von 53,2 Punkten im Vormonat auf nun 48,5 Punkte, dem niedersten Wert seit Februar. Zuvor war lediglich von einem Rückgang auf 52,5 Punkte ausgegangen worden. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus.

 

Goldpreis auf Rekordniveau – Angst vor Inflation:
Laut Daten des World Gold Council hat sich der Anteil von Privatkunden und Fondsanlegern an der gesamten Goldnachfrage seit 2007 von 19 auf 40 Prozent mehr als verdoppelt. Am Dienstag erreichte der Goldpreis mit 1302,905 Dollar je Feinunze ein neues Rekordhoch. Hintergrund sind Inflationssorgen der Anleger v.a. wegen ausufernden Staatsschulden im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise, auch das Angebot hält nicht Schritt mit der Nachfrage. Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega diagnostizierte sogar einen Währungskrieg, da sich faktisch alle großen Währungsräume derzeit in einem Abwertungswettlauf befinden, um den eigenen Export zu stützen. Die IWF-Überlegungen (sowie von weiteren Ländern), den US-Dollar als Weltwährung abzulösen, tun ihr übriges.

 

Irland legt Kosten für die Sanierung der verstaatlichten Anglo Irish Bank offen:
Das Boomland Irland befindet sich seit Mitte 2008 in einer Rezession. Das BIP (Prognose 2010: 160 Mrd. Euro) ging 2009 um 8-10 Prozent zurück. Die Arbeitslosenrate stieg auf über 12,5 Prozent. Die Staatsverschuldung konnte in den Boomjahren von 95,2 Prozent des BIP im Jahre 1990 auf niedrige 25,1 Prozent des BIP 2007 gesenkt werden. 2009 betrug das Haushaltsdefizit jedoch 11,7 Prozent. Für 2010 wird mit keiner nennenswerten Änderung gerechnet.

Neue Spekulationen um die Sanierung des irischen Bankensektors belasten nun die Märkte: Die Regierung in Dublin will bis Donnerstag die endgültige Kostenaufstellung für die Rettung der verstaatlichten Anglo Irish Bank vorlegen. Die Ratingagentur Moody’s hatte am Montag sowohl vorrangige als auch nachrangige Verbindlichkeiten der Bank um mehrere Stufen herab gestuft. Spekuliert wird um weitere Milliarden an Steuergeldern. Damit sind die Sorgen um die Staatsfinanzen der Euro-Länder wieder aufgekommen. Befürchtet wird, dass die Sanierung der Banken den Inselstaat überfordern könnte. Bislang hat die Regierung knapp 23 Mrd. Euro in die verstaatlichte Anglo Irish Bank gesteckt. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) befürchtet, dass die Hilfen auf 35 Mrd. Euro anschwellen könnten. S&P hatte Irlands Rating erst vor rund einem Monat auf AA- herabgestuft – dies bedeutet höhere Risikoaufschläge und damit Kosten bei der Kapitalaufnahme.

 

Spanien | Erster Generalstreik seit 2002:
In Spanien hat der erste landesweite Generalstreik seit 2002 begonnen. Die 24-stündige Arbeitsniederlegung richtet sich gegen eine umstrittene Reform des Arbeitsmarkts und den rigiden Sparkurs der Regierung. Der Protest unterstreicht die wachsende Kluft zwischen den Gewerkschaften und der sozialistischen Regierung, die gegen die Wirtschaftskrise, eine Immobilienblase und das Rekorddefizit kämpft. Staatsbedienstete sollen weniger Geld bekommen, eine Reform des Arbeitsmarkts das Entlassen von Angestellten erleichtern. Die Mehrheit der Spanier will an dem Streik nicht teilnehmen. Daher wird eine Konzentration auf wirtschaftliche Schlüsselbereiche (Flughäfen) erwartet.

 

Warnungen vor einer Immobilienblase in der Schweiz:
Mittelfristig könnten den Schweizer Haushalten Zahlungsschwierigkeiten drohen. In einer gemeinsamen Studie (Immoprog-Studie) warnen das Raumentwicklungsbüro Fahrländer Partner und das Wirtschaftsforschungsinstitut BAK Basel vor einer Hypotheken- und Immobilienblase. Banken gewähren in der Schweiz jüngst auch Haushalten Hypotheken, die über relativ wenig Einkommen und Vermögen verfügen. Hintergrund sind die tiefen Zinsen und der Konkurrenzkampf der Banken im Hypothekengeschäft. Das Problem dürfte sich allerdings erst mittelfristig einstellen, da in den nächsten zwei Jahren nur moderate Zinserhöhungen erwarten werden. Wenn die derzeit historisch tiefen Zinsen jedoch wieder spürbar stiegen, werden wohl nicht all Haushalte ihre Hypotheken bedienen können.

 

Boeing erhält 5,3 Milliarden-Auftrag von US-Marine:
Die US-Marine hat bei dem Flugzeughersteller Boeing 66 Kampfflugzeuge vom Typ Super Hornet und 58 Growler bis 2015 bestellt. Das Geschäft hat ein Volumen von 5,3 Mrd. US-Dollar. Der Bieterkampf mit Airbus um den „Jahrhundertauftrag“ über 179 Tankflugzeuge für die US-Luftwaffe (Wert: 35 Mrd. US-Dollar) ist hingegen noch nicht entschieden.

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