Wirtschaft

Informationsdienst Wirtschaft: National

1. Deutschland wächst mit 3,4 Prozent:
2. OECD rügt Armutsrisiko und Lohn-Aufstockung in Deutschland:
3. Phishing-Opfer im Emissionsrechtehandel verklagt Bund auf 1,1 Mio. Euro:
4. Wettbewerbsverstoß – 1,2 Mio. Euro Strafe gegen Condor:
5. Daimler will einen Top-Korruptionsbekämpfer:
6. Ehemaligem Verwaltungsratschef der BayernLB droht Beugehaft:
7. BMW investiert über eine Milliarde in neue Antriebstechnologien:
8. BMW verhandelt mit Saab-Eigentümer Spyker über eine Partnerschaft:

 

Deutschland wächst mit 3,4 Prozent:
Die Volkswirtschaftler des DIW korrigierten ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 1,9 auf 3,4 Prozent nach oben. Für 2011 wird ein Wachstum von zwei Prozent erwartet. Die Konjunkturerholung wird dabei momentan vor allem von dem Export getragen. Der private Verbrauch wird aber bereits in diesem Jahr spürbar zunehmen und im nächsten Jahr das Wachstum stützen. Auch wenn die aktuelle Hartz-IV-Erhöhung um fünf Euro im Monat direkt in den Konsum fließen dürfte, kann man bei einer Gesamtsumme von mehreren hundert Millionen Euro nicht von einem großen Konjunkturprogramm reden. Die EU-Kommission hatte bereits vor einigen Monaten darauf hingewiesen, dass die europäischen Länder einerseits ihre Handelsdefizite abbauen müssen, andererseits exportstarke Nationen wie Deutschland den privaten Konsum und somit den Binnenmarkt stärken müssen. Ein weiterer Baustein ist die Vermeidung von Lohndumping.

 

OECD rügt Armutsrisiko und Lohn-Aufstockung in Deutschland:
Laut der OECD unterstütze Deutschland durch seine derzeitigen Hinzuverdienstregeln für Hartz-IV-Empfänger die Ausbildung eines Niedriglohnsektors. Das sei verkehrt. Aufgrund der Lohnzuschüssen des Staates sei das Armutsrisiko in Deutschland besonders hoch. Geringverdiener werden so von staatlichen Hilfsgeldern und Niedriglohnarbeiten abhängig, anstatt eine richtige Arbeit zu finden, mit der sich der Unterhalt bestreiten lässt. Bereits seit Mitte der neunziger Jahre würde Deutschland zu stark niedrig entlohnte Jobs fördern. Die OECD begrüßt daher die Ankündigung der Regierung, die Zuverdienstregeln für Hartz-IV-Bezieher ändern zu wollen. Eine Arbeitsgruppe soll noch im Oktober Vorschläge für die neuen Zuverdienstregeln präsentieren.

 

Phishing-Opfer im Emissionsrechtehandel verklagt Bund auf 1,1 Mio. Euro:
Die mittelständische Papierfabrik Drewsen aus Niedersachsen ist das bislang größte Opfer von Phishing im Emissionsrechtehandel. Die Abwicklung des Handels mit Klimarechten liegt bei der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt), eine Unterbehörde des Umweltbundesamts. Für Transaktionen im DEHSt-Emissionshandelsregister reicht die Angabe der Kontozugangsdaten aus. Eine TAN-Nummer wie bei Bankkontakten existiert nicht. Am 28. Januar hatten Kriminelle zahlreiche Rechtekonten bei der DEHSt mit Zertifikaten im Wert von 3,2 Mio. Euro abgeräumt, darunter 88.000 Emissionsrechte der Firma Drewsen. Die bis heute nicht ermittelten Täter hatten die Zugangsdaten mit einer gefälschten Mail erschwindelt. Drewsen hat die Bundesrepublik Deutschland nun auf knapp 1,1 Mio. Euro Schadenersatz verklagt. Die DEHSt plant inzwischen eine Verschärfung der Sicherheitsbedingungen, so könnte u.a. der neue digitale Personalausweis in Kombination mit einem Lesegerät zur Identifizierung eingesetzt werden.

 

Wettbewerbsverstoß – 1,2 Mio. Euro Strafe gegen Condor:
Das Bundeskartellamt hat gegen Condor, einer Tochterunternehmen des Reiseveranstalters Thomas Cook, wegen verbotener Ticketpreis-Absprachen eine Geldbuße in Höhe von 1,2 Mio. Euro verhängt. Condor hatte sich mit der Airline SunExpress, ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Lufthansa AG und der Turkish Airlines, im Sommer 2009 darauf geeinigt, keinen Flug aus der Türkei nach Deutschland unter 99 Euro anzubieten. SunExpress entging einer Geldstrafe, weil sie die Wettbewerbsbehörde über die Vorgänge informiert hatte. Die Absprache sei bereits im Herbst 2009 wieder beendet worden, nachdem eine interne Revision den Wettbewerbsverstoß erkannt hatte.

 

Daimler will einen Top-Korruptionsbekämpfer:
Bei dem Autobauer Daimler soll ab 2011 ein neues Vorstandsmitglied für "Integrität und Recht" über die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften wachen (Compliance). Der Vorstand soll noch im ersten Quartal 2011 durch einen Experten für von außen auf sieben Manager erweitert werden. Bereits vor eineinhalb Jahren hatte Daimler den Posten des Chief Compliance Officer geschaffen und direkt unter dem Vorstand angesiedelt. Bislang haben unter den DAX-Konzernen nur Siemens, die Deutsche Telekom, Fresenius und Fresenius Medical Care diese Funktion im Vorstand verankert. Vorstandschef Dieter Zetsche betonte die hohen ethischen Standards. "Kein Geschäft der Welt ist es wert, gültige Gesetze, Regeln und ethische Normen zu verletzen." Im Frühjahr hatte Daimler in den USA in einem Vergleich wegen einer Korruptionsaffäre (Bestechung) 185 Mio. Dollar Strafe zahlen müssen.

 

Ehemaligem Verwaltungsratschef der BayernLB droht Beugehaft:
Der frühere Präsident des Bayerischen Sparkassenverbands und ehemalige Verwaltungsratschef der BayernLB, Siegfried Naser, verweigert vor dem Untersuchungsausschuss des Landtags zur Hypo Group Alpe Adria Affäre der BayernLB die Aussage, weil gegen ihn in der Affäre um den Kauf der Skandalbank ermittelt wird. Der Landtag will sich das nicht bieten lassen. Ein Bußgeld hat er schon verhängt, nun wird mit Beugehaft gedroht. Die Hypo Group Alpe Adria hat der BayernLB Milliardenverluste beschert. Bereits zum Zeitpunkt der Übernahme durch die bayerische Landesbank hatte es Berichte über eine finanzielle Schieflage sowie Korruptionsvorwürfe gegeben. Wolfgang Kulterer, der ehemalige Chef der einstigen Kärtner Landesbank, sitzt bereits seit Mitte August wegen des Verdachts der Untreue und Falschaussage in Untersuchungshaft.

 

BMW investiert über eine Milliarde in neue Antriebstechnologien:
BMW will mehr als eine Milliarde Euro in neue Antriebstechnik investieren und damit auch die Einführung von Vollhybrid-Fahrzeugen in der BMW- Dreier- und Fünfer-Reihe forcieren. Zudem soll in die Optimierung von Verbrennungsmotoren und in die für den Großstadtverkehr gedachten Elektroautos Megacity-Vehikel investiert werden. BMW verfügt über die notwendigen Mittel, da der Konzern bis 2012 rund sechs Milliarden Euro einsparen will. Das Absatzziel für 2010 liegt bei mehr als 1,4 Millionen Autos.

 

BMW verhandelt mit Saab-Eigentümer Spyker über eine Partnerschaft:
BMW verhandelt mit dem Saab-Eigentümer, dem niederländischen Sportwagenbauer Spyker, über eine Partnerschaft. Demnach will der bayerische Automobilhersteller künftig ab 2012 Motoren an Saab liefern. Spyker hatte im Februar Saab von General Motors übernommen. BMW steht, anders als viele Konkurrenten, noch ohne großen Partner da. Kooperiert wird lediglich mit PSA Peugeot Citroën, dem US-Spezialhersteller Carbon Motors (Lieferung von 240.000 Dieselmotoren für Polizeiautos) und eine gemeinsame Einkaufskooperation mit Daimler.

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