Wirtschaft

Informationsdienst Wirtschaft: National

1. Arbeitslosenrate fällt weiter überraschend stark:
2. IG-Metall Tarifabschluss – Fehler bei Leiharbeit korrigiert:
3. Hypo Real Estate schichtet 191 Milliarden Euro in eine Bad Bank:
4. Der Weg für die Karstadt-Übernahme ist frei:
5. Porsche fährt mit einem Plus von 18% einen neuen Umsatzrekord ein:
6. VW will Alfa Romeo von Fiat übernehmen:

Arbeitslosenrate fällt weiter überraschend stark:
Die Arbeitslosenrate in Deutschland erreichte den niedersten September-Stand seit 18 Jahren: Im Vergleich zum Vormonat waren 157.000 Menschen mehr in Arbeit (saisonbereinigt 40.000), die Zahl der Erwerbslosen sank dadurch auf 3,031 Millionen Menschen Damit liegt die Arbeitslosenzahl laut der Bundesagentur für Arbeit (BA) bei 7,2% (- 0,4%). Bayern steht mit 4,0% kurz vor der statistischen Grenze der Vollbeschäftigung. Die höchste Quote weist Berlin mit 13,2% auf. Die Erholung geht dabei über das Maß der üblichen Herbstbelebung hinaus. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Arbeitslosenzahl um 315.000 zurück. Risiken bestehen jedoch in exogenen Einflüssen, vor allem der hohen Verschuldung einzelner EU-Länder und das gigantische Haushaltsdefizit in den USA. Die BA rechnet damit, dass die Arbeitslosigkeit schon im Oktober unter die drei Millionen Marke sinken wird.

 

IG-Metall Tarifabschluss – Fehler bei Leiharbeit korrigiert:
Die 85.000 Beschäftigten der Stahlindustrie erhalten 3,6% mehr Geld. Der Tarifvertrag hat dabei eine Laufzeit von 14 Monaten. Der Abschluss hat jedoch eine noch weit größere Bedeutung: Leiharbeiter dieser Branche bekommen jetzt das gleiche Geld für die gleiche Arbeit. In der dritten Verhandlungsrunde haben die Arbeitgeber zugestimmt, Leiharbeitern die gleichen Stundenlöhne wie Festangestellten zu zahlen. Möglich war dies, weil u.a. die Leiharbeit in der Stahlbranche nicht die gleiche Bedeutung hat wie in anderen Branchen. Bislang haben Leiharbeiter in der Stahlindustrie nach IG-Metall-Angaben durchschnittlich  etwa 20 Prozent weniger verdient. Ziel der IG-Metall war es, dass Leiharbeit unattraktiver wird und der Aufschwung nicht nur mit Leiharbeit gefahren wird. Frankreich und die Niederlande haben beispielsweise bereits das Equal-Pay-Prinzip (gleiches Geld für gleiche Arbeit) eingeführt.

 

Hypo Real Estate schichtet 191 Milliarden Euro in eine Bad Bank:
In der Nacht auf Freitag hat die marode Münchner Hypo Real Estate (HRE) Schrottpapiere im Umfang von 191,1 Milliarden Euro in eine Bad Bank namens FMS Wertmanagement umgeschichtet. Die HRE hatte insgesamt staatliche Bürgschaften über 142 Mrd. Euro erhalten, die nun die Rechnung der Bank nicht mehr belasten. Dies soll der HRE einen Neustart ermöglichen. Gleichzeitig ändert sich der Name der Bank: Sie heißt nun Deutsche Pfandbriefbank (pbb). Befreit von den Altlasten soll sich die Bank wieder ihrem ursprünglichen Kerngeschäft widmen, dem Handel mit Pfandbriefen. Die Rendite bei festverzinslichen Anleihen liegt derzeit bei 2,4 Prozent. Die Bad Bank erhält ein Startkapital von 3,87 Mrd. Euro. Sollte dies nicht reichen, muss der Bankenrettungsfonds der Regierung einspringen.

 

Der Weg für die Karstadt-Übernahme ist frei:
Das Amtsgericht Essen hat am gestrigen Donnerstagabend mitgeteilt, dass auch die letzte Beschwerde gegen die Bestätigung des Insolvenzplans inzwischen zurückgenommen wurden. Damit steht der Übernahme der insolventen Warenhauskette Karstadt durch den deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen nichts mehr im Wege. Das Insolvenzverfahren dürfte damit aufgehoben werden. Die Einsprüche der Gläubiger hätten die Übergabe von Karstadt an den neuen Eigentümer sogar um Jahre verzögern können. Die Übernahme durch Berggruen wird wohl nun wie ursprünglich geplant zum 1. Oktober erfolgen. In den nächsten vier Jahren sollen insgesamt 400 Mio. Euro investiert werden. Das Geld soll aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet werden.

 

Porsche fährt mit einem Plus von 18% einen neuen Umsatzrekord ein:
Porsche hat in dem am 31. Juli abgelaufenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von fast 18 Prozent auf den Rekordumsatz von 7,8 Milliarden Euro eingefahren. Der Absatz stieg um 8,8 Prozent auf 81.850 Fahrzeuge. Wichtigster Wachstumstreiber war die neue Limousine Panamera, während der Absatz des 911er und des Boxster schwächelten. Der Absatz außerhalb der Stammmärkte in Europa und Nordamerika wuchs um 26% auf 25.000 Fahrzeuge, davon entfielen 11.724 Einheiten allein auf China (+ 47,5%). In Europa gab es ein Plus um 1,4% auf 31.000 Einheiten. Der nordamerikanische Markt wuchs um 4,6% auf 23.705 verkaufte Fahrzeuge. Schon bald könnte ein fünftes Porschemodell auf den Markt kommen. Damit soll der Absatz binnen weniger Jahre auf 150.000 Fahrzeuge beinahe verdoppelt werden. Da die Mitarbeiter den Erfolg erst möglich gemacht hätten, erhalten sie eine Sonderzahlung von 2.100 Euro – 1.000 Euro mehr als im Jahr zuvor. Darüber hinaus zahlt Porsche ein volles 13. Monatsgehalt als Weihnachtsgeld.

 

VW will Alfa Romeo von Fiat übernehmen:
VW will den zum FIAT-Konzern gehörenden italienischen Autobauer Alfa Romeo übernehmen. Die in diesem Zusammenhang mehrfach wiederholte Ablehnung des FIAT-Konzernchefs Sergio Marchionne ignoriert VW-Chef Piëch. "Wir sind geduldig, wir können warten." Dem Fiat-Konzern gehe es noch zu gut, VW habe jedoch keine Eile, das Ziel zu erreichen. Piëch rechnet selbst mit einem Zeithorizont von zwei Jahren. VW kontrolliert zehn Marken und ist zudem an dem Lkw-Bauer MAN sowie dem japanischen Kleinwagenspezialisten Suzuki beteiligt.

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