Wirtschaft

Informationsdienst Wirtschaft: Nationale Nachrichten

1. 2010 wird das beste Jahr in der Geschichte der Automobilindustrie:
2. Ausbau des deutschen Stromnetzes über das Bahn-Netz könnte zweistelligen Milliardenbetrag sparen:
3. Arbeitgeberverbände wollen Mindestlohn für alle Zeitarbeiter:
4. Hochtief im Abwehrkampf gegen spanische Übernahme:
5. Jenoptik trennt sich von Weltraumtochter Jena-Optronik:
6. Eon muss wegen Wettbewerbsbehinderung 650.000 € Strafe zahlen:

 

2010 wird das beste Jahr in der Geschichte der Automobilindustrie:
Die Autoindustrie steuert für das laufende Geschäftsjahr auf Rekordgewinne zu. Die Hersteller hätten in der Krise massiv ihre Kosten reduziert, gleichzeitig gebe es nun enorm ansteigende Absatzzahlen weltweit. Experten gehen jedoch davon aus, dass die deutsche Schlüsselindustrie in den kommenden zehn Jahren an Bedeutung und Beschäftigten verlieren wird. Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management, ist der Ansicht, dass es bis 2020 rund 10 bis 20 Prozent weniger Beschäftigte in der deutschen Autoindustrie geben wird. Grund sei, dass der Wissensvorsprung der deutschen Hersteller durch neue Antriebstechnologien wie Elektromobilität entwertet werden würde, wodurch sich neue Wettbewerber auf dem Markt etablieren können.

 

Ausbau des deutschen Stromnetzes über das Bahn-Netz könnte zweistelligen Milliardenbetrag sparen:
Die Bundesregierung will entsprechende Pläne, den Ökostrom bedingten Ausbau der Stromnetze über den Ausbau des Leitungsnetzes der Deutschen Bahn zu stemmen, ressortübergreifend prüfen. Der Ausbau des Hochspannungsnetzes liegt wegen lokalen Widerständen derzeit weit hinter den Planungen zurück. Der Investitionsbedarf wird auf bis zu 40 Mrd. € bis 2020 geschätzt. Ein neuer Plan sieht nun vor, das bestehende Stromnetz der Bahn auszubauen und dafür die bestehenden bahneigenen Stromtrassen um bis zu 15 Meter zu erhöhen. Laut einem internen Bahn-Papier wäre dieser Ausbau bereits für 2-2,5 Mrd. € machbar.

 

Arbeitgeberverbände wollen Mindestlohn für alle Zeitarbeiter:
Die zwei dominierenden und bislang konkurrierenden Arbeitgeberverbände der Zeitarbeitsbranche – der Bundesverband Zeitarbeit (BZA) und der Arbeitgeberverband Mittelständische Personaldienstleister (AMP) – wollen sich zusammenschließen und einen einheitlichen Mindestlohn für die rund 850.000 Zeitarbeiter in Deutschland erreichen. Im Westen soll dieser bei 7,79 Euro pro Stunde und im Osten bei 6,89 Euro liegen. Beide Unternehmen decken zusammen 70% der Zeitarbeiter ab. Die Interessen und Ziele der beiden Verbände seien identisch. Nun müssen noch die Mitgliedsunternehmen der Verbände über die Fusion abstimmen.

 

Hochtief im Abwehrkampf gegen spanische Übernahme:
Hochtief, das letzte große deutsche Bauunternehmen mit Kompetenzen von Tunnelbau bis zur Errichtung von Kernkraftwerken, steht vor einem Übernahmekampf mit der spanischen ACS. Der spanische Bauriese hält bereits heute 29,98 Prozent an Hochtief, hat aber vor einer Woche ein Aktientausch-Angebot für die restlichen Aktien angekündigt. Nun demonstrieren rund 500 Mitarbeiter vor der Zentrale in Essen gegen die Übernahmepläne, parallel berät der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung über Abwehrmaßnahmen und Betriebsratschef Siegfried Müller appellierte an die Bundesregierung, dem Baukonzern beim Abwehrkampf zu helfen. Bundeswirtschaftsminister Brüderle (FDP) will sich jedoch nicht in den Übernahmekampf einmischen. Er gehe von vernünftigen und fairen Gesprächen zwischen den beiden Unternehmen aus. Hochtief befürchtet, dass ACS den deutschen Konkurrenten nach einer Übernahme zerschlagen und die Filetstücke verkaufen könnte, was einen massiven Arbeitsplatzabbau in Deutschland zur Folge haben könnte (weltweit 68.000 Mitarbeiter).

 

Jenoptik trennt sich von Weltraumtochter Jena-Optronik:
Der Thüringer Laser- und Optikspezialist Jenoptik verkauft sein Weltraumgeschäft.
Sämtliche Geschäftsanteile der Tochtergesellschaft Jena-Optronik GmbH sollen an einen global führenden Anbieter in der Luft- und Raumfahrt verkauft werden, wodurch die Nettoverschuldung auf unter 100 Millionen Euro sinken soll. Gleichzeitig sollen mit den Erlösen die Geschäfte im Ausland, vor allem Nordamerika und Asien, ausgebaut werden. Alle 131 Mitarbeiter von Jena-Optronik würden vom neuen Eigentümer übernommen. Die Weltraumtochter steuerte 2009 mit rund 30 Millionen Euro etwa 7% zum Konzernumsatz bei. Jenoptik prognostiziert für 2010 Erlöse von knapp 500 Millionen Euro und einen operativen Gewinn von mindestens 25 Millionen Euro. Der Erlös aus dem Verkauf sei darin noch nicht berücksichtigt.

 

Eon muss wegen Wettbewerbsbehinderung 650.000 € Strafe zahlen:
Die in Brandenburg sitzende Eon-Regionalgesellschaft Eon Edis muss wegen der Behinderung neuer Stromanbieter 650.000 Euro Strafe zahlen. Sollte Eon Edis die Behinderungen nicht bis Dienstag afheben, droht die Bundesnetzagentur sogar mit 1,3 Mio. € Strafe. Die Mitwettbewerber Lekker Strom und der Ökostromanbieter Lichtblick hatten den Vorwurf erhoben, dass Eon den Wettbewerb auf Regionalebene systematisch behindere. Eon hat die Vorwürfe zurückgewiesen, es habe lediglich EDV-Schwierigkeiten gegeben.

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