Wirtschaft

Informationsdienst Wirtschaft und Internationales: 11.04.2011

Wirtschaft, Internationales:
1. Friedensinitiative der Afrikanischen Union in Libyen
2. Isländer lehnen Entschädigung Großbritanniens und der Niederländer ab
3. IWF warnt vor Belgiens hohem Schuldenstand
4. Deutschland zahlt dieses Jahr 37 Mrd. Euro allein an Zinsen
5. Start-ups
und Business-Angels besser fördern
6. Ukraine tanzt auf zwei Hochzeiten
7. Militärtransporter A400M verteuert sich um weitere 3,5 Mrd. Euro
8. China investiert 230 Mrd. Dollar in Luftfahrt
9. Japan: Debatte über zukünftige Energiepolitik

Branchen und Unternehmen:
10. Leistungsstärkste Windkraftanlage erhält Zwilling am Lausitzring
11. 100 größte US-Firmen verdienen 420 Mrd. Dollar
12. Spekulanten wollen mit Leerverkäufen von Commerzbank absahnen
13. JP Morgan Chef bekommt 420.000 Dollar Umzugshilfe
14. Siemens steigt bei Atom-Joint-Venture mit Areva aus
15. Bestes erstes Quartal für Audi
16. Toyota fährt Produktion zu 50% wieder hoch

 

Wirtschaft, Internationales:

 

Friedensinitiative der Afrikanischen Union in Libyen
Der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi hat laut der Afrikanischen Union einen entsprechenden Friedensplan zur Beendigung des Bürgerkriegs akzeptiert, der auch einen Waffenstillstand beinhaltet. Der Plan sieht offenbar genauso wir die UN-Resolution bislang keinen Rücktritt Gaddafis vor, sondern eine Waffenruhe und Verhandlungen über die Zukunft, mit dem Ziel, dass das libysche Volk seinen Führer selbst wählen kann. Die Mehrheit der westlichen Staaten liest die Resolution jedoch nicht als Auftrag, den Bürgerkrieg zu beenden, sondern explizit Gaddafi und seinen Clan von der Macht zu verdrängen. Die EU bereitet sich derweil auf humanitäre Einsätze vor, um der notleidenden Zivilbevölkerung zu helfen. Daran soll auch die Bundeswehr beteiligt werden. Voraussetzung ist eine entsprechende Bitte des UN-Büros für humanitäre Angelegenheiten (OCHA).

 

Isländer lehnen Entschädigung Großbritanniens und der Niederländer ab
Bereits zum zweiten Mal haben die Isländer in einer Volksabstimmung ein Schuldenabkommen mit Großbritannien und den Niederlanden abgelehnt. Hintergrund ist die Pleite der isländischen Icesave-Bank im Jahr 2008. Island hatte seine Sparer entschädigt, nicht jedoch die anderer Nationen. Daraufhin hatten Großbritannien und die Niederlande jeweils ihre davon betroffenen Sparer entschädigt und die Kosten Island in Rechnung gestellt, das inzwischen das bankrotte Geldinstitut verstaatlicht hat – insgesamt rund 4 Milliarden Euro. Die Rückzahlung der Schulden war bereits im März 2010 abgelehnt worden. Anschließend wurde ein neues Abkommen mit deutlich günstigeren Konditionen ausgehandelt, das nun erneut abgelehnt wurde. Die Ablehnung wird begründet, dass es prinzipiell keine rechtliche Grundlage dafür gebe, den isländischen Steuerzahlern die Schulden der ehemals privaten Pleitebanken aufzubürden. Beobachter rechnen damit, dass die Gläubigerstaaten nun einen Gerichtsprozess anstreben werden.

 

IWF warnt vor Belgiens hohem Schuldenstand
Nach Griechenland und Italien weist Belgien mit rund 100 Prozent des BIP den dritthöchsten Schuldenstand in der EU auf. Nun äußerte auch der Internationale Währungsfonds (IWF) Zweifel an Belgiens Kreditwürdigkeit. Die Süddeutsche Zeitung zitierte aus einem IWF-Text: „Der hohe Schuldenstand, die Fälligkeiten der Staatsanleihen und die Abhängigkeit von ausländischen Kapital bergen hohe Kreditrisiken, wenn sich die Stimmung der Investoren verschlechtert.“ Belgien habe demnach „ein Refinanzierungsrisiko“. Allerdings sind die Zinsen für Belgien derzeit noch vergleichsweise niedrig. Für zehnjährige Staatsanleihen betragen sie derzeit vier Prozent. (Karte zur Staatsverschuldung in der EU.)

 

Deutschland zahlt dieses Jahr 37 Mrd. Euro allein an Zinsen
Die Europäische Zentralbank hat die erste Zinserhöhung seit zwei Jahren beschlossen. Der Leitzins erhöht sich um 0,25 Prozent auf 1,25 Prozent – der Grund sind Inflationsängste. Paradoxerweise verfügt eines der komplexesten Politik- und Wirtschaftsfelder anscheinend nur über eines der eindimensionalsten Werkzeuge: Die Inflation frisst die Ersparnisse und die Früchte des ersten der seit Jahren zurückgehaltenen Lohnsteigerungen auf. Und was treibt die Inflation? Die Rohstoffe. Der Preisanstieg bei den Rohstoffen und die Spekulanten in diesem Segment bekommen also die Lohn- und Wertsteigerungen der Gesellschaft überwiesen. Und zum Gegensteuern fällt der EZB dann nur ihr eindimensionales Zinsanheben ein, anstelle die Politik gegen die Exzesse an den Rohstoffmärkten zu mobilisieren (das kapitalistische Musterland Liechtenstein hat seit jahren staatliche Preiskontrollen bei Benzin = staatlich festgelegte Obergrenzen; verschiedentlich werden Obergrenzen von Terminkontrakten einzelner Marktteilnehmer gefordert = Volumen einzelner Spekulationen; oder gleich ganz die Einführung der Tobin-Steuer, um „Sand in das Getriebe der Spekulation“ zu streuen). Das Ergebnis der Zinserhöhung: Investitionen gehen zurück, da die Finanzierung größerer Projekte teurer und unrentabler wird. Der Konsum nimmt ab, da die Anreize aufs Sparen verlagert werden und gleichfalls kreditgestützte Finanzierungen teurer werden. Und drittens, die Staaten müssen alle mehr für ihre Staatsschulden zahlen – was besonders diejenigen an der Grenze der Belastbarkeit weiter unter Druck setzt. Was bedeutet das am Beispiel Deutschland konkret? Die Bundesschuld beträgt 1,1 Billionen Euro. Dafür werden jährlich allein rund 37 Milliarden Euro Zinsen fällig. Allein an Zinsen, ohne dass sich die Schuld reduziert – und das bei dem Rekordniedrigzins des EZB-Leitzinses von bis vor kurzem 1 Prozent und obwohl Deutschland die niedrigste Zinslast in der EU hat (= beste Bonität). Die Zinszahlungen sind der zweitgrößte Haushaltsposten, noch vor Verteidigung und Bildung. Jeder sechste Euro der Bundes-Steuereinnahmen fließt direkt in den Schuldendienst. Hinzu kommen 600 Milliarden Euro Schulden der Bundesländer. In der aktuellen Finanzplanung rechnet Finanzminister Schäuble, dass die Zinsausgaben des Bundes von 37 Milliarden Euro auf über 50 Milliarden Euro im Jahr 2015 steigen werden – einerseits wegen neuen Schulden, andererseits wegen zu erwartenden Zinssteigerungen. (Bundeshaushalt 2011 insgesamt 305,8 Milliarden Euro – nach Ausgaben: Rente: 79,9 Mrd. Euro, Arbeitsmarktpolitik: 47,3 Mrd. Euro (beides wird in der Regel als „Arbeit und Soziales“ zusammengefasst), Schuldendienst: 35,3 Mrd. Euro, Verteidigung: 32,1 Mrd.Euro, Bildung, Wissenschaft und Forschung: 16,9 Mrd. Euro, Krankenversicherung: 16,5 Mrd. Euro).

 

Start-ups und Business-Angels besser fördern
Der aus prominenten Persönlichkeiten der deutschen Wissenschaft und Wirtschaft zusammengesetzte „Innovationsdialog“ fordert eine bessere finanzielle Unterstützung von Start-ups. Junge, innovative Unternehmer haben oft massive Schwierigkeiten, genügend Geld für den ersten Schritt auf den Markt einzusammeln. Je forschungsintensiver ein junges Unternehmen ist, desto mehr ist es auf Wagniskapital und öffentliche Hilfe angewiesen, weil die hohen Kosten weniger mit Krediten gedeckt werden können. Insgesamt sei das Gründungsgeschehen in Deutschland im internationalen Vergleich schwach – und zudem seit Mitte der 1990er Jahre rückläufig. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssten daher angepasst werden, um den Markt für Wagniskapital zu beflügeln. Der internationale Vergleich: In Israel ist beispielsweise das Angebot an Wagniskapital gemessen am Bruttoinlandsprodukt 18 mal so hoch, in Großbritannien 12 mal und in den USA gibt es 20 mal mehr Business-Angels pro eine Million Einwohner als in Deutschland. Eine Möglichkeit wäre, solche Investitionen gegenüber den (spekulativen) Anlagen auf dem Aktienmarkt steuerlich zu begünstigen.

 

Ukraine tanzt auf zwei Hochzeiten
Letzte Woche wurde bekannt, dass die Ukraine noch im laufenden Jahr das Assoziierungsabkommen für eine künftige EU-Mitgliedschaft mit der Europäischen Union festlegen will. Das Assoziierungsabkommen beinhaltet auch ein Abkommen über die Bildung einer Freihandelszone, die noch in 2011 in Kraft treten könnte. Nun flirtet Präsident Janukowitsch allerdings auch mit der Zollunion im postsowjetischen Raum. Laut Janukowitsch könnte sich die Ukraine noch im Juli gleichberechtigt dem Protokoll über die Bildung der Zollunion Russland-Weißrussland-Kasachstan anschließen. Dies würde, so heißt es aus Kiew, eine Annäherung des europäischen und des euroasiatischen Wirtschaftsraumes ermöglichen. Ein Beitritt zur Zollunion würde zudem die Schaffung einer Freihandelszone mit der Europäischen Union keinesfalls behindern. Die Ukraine ist in einen nach Europa orientierten westlichen Landesteil und einen traditionell eher nach Russland orientierten östlichen Landesteil gespalten (Schaukelpolitik zwischen der EU und Russland). Das osteuropäische Land ist das wichtigste Gastransitland für die Europäische Union und daher von strategischer Bedeutung im Sinne der Energiesicherheit. Rund 80% des russischen Gases für die Gemeinschaft fließen derzeit (noch) durch das Leitungssystem der Ukraine. Russland versucht sich genauso von der dem Transitland Ukraine zu diversifizieren (Nord Stream, South Stream, Blue Stream), wie die EU von dem Erzeuger Russland (Nabucco).

 

Militärtransporter A400M verteuert sich um weitere 3,5 Mrd. Euro
Airbus-Chef Thomas Enders: „Es ist erfreulich, dass die erforderliche Vertrags- und Preisanpassung jetzt endlich unter Dach und Fach ist.“ Damit ist gemeint, dass die Käuferländer 3,5 Milliarden Euro der insgesamt 5 Milliarden Euro Mehrkosten für den umstrittenen Militärtransporter Airbus A400M zuschießen. Die jahrelangen Verzögerungen und die Mehrkosten in Milliardenhöhe gehen auf Missmanagement und technische Probleme zurück. Von den 173 Maschinen nimmt Deutschland 53 ab (13 werden weiterverkauft), Frankreich nimmt 50, Großbritannien 22. Der Bundeswehr werden die ersten Maschinen im Laufe des Jahres 2013 zulaufen. Ursprünglich hätte der Militärtransporter bereits im Jahr 2010 voll einsetzbar sein sollen.

 

China investiert 230 Mrd. Dollar in Luftfahrt
Laut des Mitte März verabschiedeten 12. Fünfjahresplans will China bis 2015 weitere 230 Milliarden Dollar in die zivile Luftfahrt investieren. Damit soll die Anzahl der Flughäfen von derzeit 175 auf 231 steigen. Die Zahl der Verkehrsflugzeuge soll auf 4.500 und die Zahl der Passagiere bis 2015 auf 450 Millionen pro Jahr steigen.

Japan: Debatte über zukünftige Energiepolitik
(Pressemitteilung von Germany Trade and Invest) Mit der Kernenergie in eine schadstoffärmere und trotzdem sichere Energiezukunft. So konnte man die japanische Planung für den Energiesektor zusammenfassen, zumindest vor dem Reaktorunglück von Fukushima. Japan beginnt nun über ein neues Energiekonzept und eine stärkere Diversifizierung zu diskutieren; erneuerbare Energien dürften künftig an Bedeutung gewinnen.
So hat das japanische Wirtschaftsministerium (METI) den Einspeisetarif für Solarstrom umstrukturiert. Bisher erhielten private Haushalte 48 Yen pro Kilowattstunde, die sie wieder ins Netz einspeisten. Jetzt sind es 42 Yen (etwa 0,36 Euro; 1 Euro = rund 117 Yen). Die Vergütung für gewerbliche Einrichtungen allerdings wird verdoppelt – von 20 auf 40 Yen: "Mit der Umstellung des Einspeisetarifs will die japanische Regierung vor allem die Verbreitung von Solarstrom im Nicht-Wohnsektor voranbringen", so Detlef Rehn, Analyst von Germany Trade & Invest in Japan. Von den 623 MW, die im Haushaltsjahr 2009 an neuen Solarstromkapazitäten geschaffen wurden, waren nur 12% für Unternehmen bestimmt. Bis 2020 soll diese Quote auf etwa 30% steigen. "Motiv für die Förderung des Solarstroms ist jedoch nicht allein der Umweltgedanke, sondern auch die Absicht, den heimischen Herstellern von PV-Anlagen zu helfen", so Detlef Rehn weiter. Die japanischen Unternehmen haben in den letzten Jahren an internationaler Wettbewerbsfähigkeit etwas eingebüßt. Gemessen an der gesamten installierten Kapazität von 2,6 GW war Japan 2009 weltweit der drittgrößte PV-Markt (Marktanteil 11,5%), hinter Deutschland (9.7 GW, 42.2% Weltmarktanteil) und Spanien (3.4 GW, 14.9%). Der Anteil der Solarenergie an der gesamten Elektrizitätsproduktion in Japan lag 2008 bei gerade einmal 0,2% (Quelle: International Energy Agency). Zum Vergleich: In Deutschland liegt er bei 2%.
"Die erneuerbaren Energien und besonders der Solarstrom werden in Japan wahrscheinlich an Bedeutung gewinnen, doch trotzdem nur ein Nischendasein führen", so Detlef Rehn von Germany Trade & Invest. Die Bank Sarasin schätzt, dass das durchschnittliche jährliche Wachstum der neu installierten PV-Leistung von 2009 bis 2015 bei etwa 30% liegen wird.

 

Branchen und Unternehmen:

 

Leistungsstärkste Windkraftanlage erhält Zwilling am Lausitzring
Die Rennstrecke „Lausitzring“ im Süden Brandenburgs wird künftig mit grünem Strom versorgt. Ein einziges 199 Meter hohes Windrad soll ausreichend Strom für die Rennstrecke liefern. Die weltweit größte Windkraftanlage ist ein Zwilling der bereits Anfang 2011 auf dem Firmengelände des Herstellers Enercon in Magdeburg errichteten Rekordwindkraftanlage. Die Leistung beträgt 7,5 Megawatt (Weltrekord), womit jährlich 17 Millionen Kilowattstunden Strom produziert werden sollen, was einem durchschnittlichen Bedarf von 4.800 Haushalten entspricht. Die Investitionskosten liegen bei 14 Millionen Euro. Die Anlage werde die Rennstrecke komplett mit Strom versorgen können, zudem könnten drei Viertel des erzeugten Stroms ins Netz eingespeist werden.

 

100 größte US-Firmen verdienen 420 Mrd. Dollar
Die 100 größten Firmen in den USA haben im abgelaufenen Geschäftsjahr zusammen 420 Milliarden Dollar verdient – mehr als im bisherigen Rekordjahr 2007 (415 Milliarden Dollar) und 29 Prozent mehr als 2009. Allein die fünf Technologiegiganten Microsoft, Apple, AT&T, IBM und Intel fuhren den Hauptteil von 80 Milliarden Dollar ein. Die Nummer sechs, sieben und acht in der Technologiebranche, Google, Cisco und Oracle kommen auf weitere 22,4 Milliarden Dollar Gewinn. Die Marge ist dabei sehr unterschiedlich: Den Umsatzstarken Firmen Walmart, General Motors, der weltgrößte Pharmahändler McKesson und der Raffineriebetreiber Valero kommen gerade einmal auf 5 Prozent Umsatzrendite. In der Technologiebranche sind es zum Teil weit über 20 Prozent. Microsoft und Coca Cola gar über 30 Prozent. Kein großer deutscher Konzern schafft es, von seinem Produkt/Dienstleistung ein Drittel des Verkaufspreises als Gewinn abzuführen – was auch nicht gerade ein Indiz für funktionierenden Wettbewerb sondern eher für Wucher wäre.

 

Spekulanten wollen mit Leerverkäufen von Commerzbankaktien absahnen
Die Commerzbank hatte eine Kapitalerhöhung über 11 Milliarden Euro angekündigt, um dem Staat die geliehenen Gelder zurückzahlen zu können. Dies hätte naturgemäß ein Sinken des Aktienkurses zur Folge. Dies sehen „Investment“ Banker nun als goldene Gelegenheit, sich schnell zu bereichern: Mit Leerverkäufen wird auf sinkende Aktienkurse gewettet. Derzeit werden rund 17 Prozent aller Commerzbank-Aktien leer verkauft – viermal mehr als Anfang Februar. Der Wert beträgt 1,2 Milliarden Euro, das entspricht rund 70 Prozent aller überhaupt für Wertpapierleihe und Leerverkauf verfügbaren Commerzbank-Aktien. Bei Leerverkäufen werden sich Aktien geliehen, dann verkauft und später zurückgekauft – das funktioniert nur bei sinkenden Kursen. Die Commerzbank lehnte eine Stellungnahme bislang ab. Ein von Frankreich und Deutschland vor den Eindrücken der Finanzkrise gefordertes Verbot von Leerverkäufen scheiterte (vorerst) 2010 an Bankenplatz-Ländern wie Großbritannien und somit auch an der EU-Kommission.

 

JP Morgan Chef bekommt 420.000 Dollar Umzugshilfe
Jamie Dimon, Chef von JP-Morgan, ist wieder der bestbezahlte US-Bankchef. Für 2010 erhält er insgesamt 23 Millionen Dollar, davon allein 420.000 Dollar als Umzugshilfe. Bei dieser Umzugshilfe stellt sich die Frage, aus welcher entfernten Ecke der Realität kommt Dimon her, dass der Umzug 420.000 Dollar kostet? Die Antwort: Firmenpolitik von JP ist es, Mitarbeitern die Kosten zu erstatten, die ihnen durch einen arbeitsbedingten Wohnortwechsel entstünden. Dimon hatte vor seinem Umzug nach New Yok in Chicago gewohnt und das Privathaus vorerst behalten, bis seine Kinder die Highschool abgeschlossen hatten. Dann kam das Platzen der US-Immobilienblase 2007/08. Im April 2007 hatte er das 1390 Quadratmeter große Anwesen noch für 13,5 Millionen Dollar angeboten, aber keinen Käufer gefunden. Erst als er in mehreren Schritten schließlich auf 6,95 Millionen Dollar herunterging, fand sich ein Käufer. Das zeigt das typisch amerikanische Denken: Dimon hatte für das Haus im Jahr 2000 lediglich rund 4,7 Millionen Dollar bezahlt – also immer noch 2,25 Millionen Dollar Gewinn. Damit man nun doch noch einen Verlust hineinrechnen kann, muss man als Vergleichswert schon die Mondpreise auf dem Höhepunkt der Blase als Referenzwert nehmen. Nun möge man meinen, das sei ein persönliches Risiko, wenn man den günstigsten Moment zum Verkaufen verpasst – weit gefehlt. Wer so schön mit den Zahlen tricksen kann, kann aus einem Gewinn noch einen Verlust rechnen – und unterstreicht damit seine Eignung für den Posten bei einer der großen Banken.

 

Siemens steigt bei Atom-Joint-Venture mit Areva aus
Siemens steigt aus dem gemeinsamen Unternehmen Areva NP mit dem Konzern Areva aus. Für seine Beteiligung erhält Siemens vorerst 1,62 Milliarden Euro. Den genauen Preis wird ein Schiedsgericht festlegen. Genauso wie einen weiteren strittigen Punkt: Siemens wehrt sich gegen eine Klausel, wonach man nach der Trennung von Areva acht Jahre lang keine nukleare Kraftwerkstechnik mehr verkaufen darf. Siemens bewertet das als rechtswidriges Wettbewerbsverbot. Die EU-Kommission prüft nun den Fall. Damit verfestigen sich insgesamt jedoch auch die Gerüchte, dass Siemens komplett aus dem Atomgeschäft aussteigen werde. Sein Zukunftsgeschäft sieht Siemens in dem energetischen Umbau der Welt und in dem Geschäft mit den großen Metropolen (Löscher: "Siemens ist der grüne Infrastruktur-Pionier").

 

Bestes erstes Quartal für Audi
Die AUDI AG hat mit einem starken Märzergebnis von rund 125.700 Auslieferungen und einem Plus von 13,9 Prozent das beste erste Quartal ihrer Geschichte beendet. Über die ersten drei Monate verkaufte das Unternehmen rund 312.600 Automobile, 18,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dabei lagen die Zuwachsraten in allen Regionen im deutlich zweistelligen Bereich. Insgesamt verkaufte das Unternehmen in den europäischen Märkten über die ersten drei Monate rund 186.500 Autos; damit stieg der Absatz um 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im vergangenen Monat lieferte Audi rund 79.900 Autos in Europa aus, plus 11,4 Prozent. Befeuert wurde das Wachstum durch ein starkes erstes Quartal auf dem deutschen Heimatmarkt: Mit 56.283 Autos setzte Audi hier 13,7 Prozent mehr Autos ab als im ersten Quartal 2010. Und auch in Großbritannien, wo Audi traditionell stark vertreten ist, zogen die Verkaufszahlen über die ersten drei Monate weiter an auf 34.869 Einheiten, ein Plus von 13,7 Prozent. In den USA stieg der Absatz über die ersten drei Monate um 19,1 Prozent auf 25.383 Autos; allein im März kauften 9.818 US-Amerikaner einen neuen Audi (plus 14,3 Prozent gegenüber Vorjahr). In China lieferte Audi von Januar bis März 64.122 Autos aus, 24,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Monat März entschieden sich 23.000 chinesische Kunden für einen Neuwagen von Audi, plus 17,7 Prozent gegenüber dem März 2010. Auch in den weiteren Märkten der Region Asien-Pazifik verzeichnete Audi im ersten Quartal ein deutliches Plus von 21,4 Prozent und lieferte rund 15.800 Autos aus. Allein im März verkaufte Audi hier rund 5.900 Einheiten, plus 21,3 Prozent. (Vollständige Pressemitteilung hier.)

 

Toyota fährt Produktion zu 50% wieder hoch
Der weltgrößte Autobauer Toyota will in seinen 18 japanischen Werken ab dem 18. April die Produktion wieder zu 50 Prozent hochfahren. Die Halbierung der Stückzahlen sei immer noch fehlenden wichtigen Zuliefererteilen geschuldet. Das weitere Vorgehen ab dem 27. April hänge dann von der Erholung der Zuliefererkette ab. Durch den Produktionsausfall in Folge der Erdbeben- und Atomkatastrophe (11. März) in Japan hat Toyota bislang 260.000 Wagen weniger produziert als geplant. Das entspricht 8 Prozent der für dieses Jahr geplanten gesamten Fertigung im Heimatland.

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