Wirtschaft

Informationsdienst Wirtschaft und Unternehmen: 10.12.2010

1. Euro-Chef Juncker rechnet mit Euro-Bonds:
2. EU will Marktmacht von Milcherzeugern stärken:
3. Fitch senkt erwartungsgemäß Bonität Irlands auf BBB+:
4. EU-Patentamt weist hebt umstrittenes Brokkoli-Patent in Teilen auf:
5. 73% der Befragten
in Europa sehen Anstieg der Korruption:
6. Bafin will gegen Provisionswahn bei PKV vorgehen:
7. Deutsche Unternehmen stocken F&E massiv auf:
8. Koalition beschließt Steuererleichterungen über 4,5 Mrd. Euro:
9. Bayer baut Konzern weiter um und verlagert Milliarden nach China:
10. Wacker Chemie baut Siliziumwerk in den USA:
11. Neue AKW-Krümmel-Chefin im Praxistest durchgefallen:
12. Neuordnung bei VW – Audi bekommt Hoheit über SUV:
13. Hyundai will eigene Premium-Marke aufbauen:
14. ABB meldet sich mit hoher Profitabilität zurück:
15. Schaeffler beteiligt Belegschaft für geübten Verzicht am Gewinn:
16. Solarunternehmen Conergy verkauft Windenergiesparte an Briten:
17. ThyssenKrupp drohen Bußgelder und Gefängnis in Brasilien:
18. Parmalat-Prozess endet mit Milliarden-Bußgeld und 18 Jahren Haft:
19. Madoff-Treuhänder will 32 Mrd. Dollar von Banken zurückklagen:

 

Euro-Chef Juncker rechnet mit Euro-Bonds:
Der Chef der Euro-Gruppe, der Ministerpräsident Luxemburgs Jean-Claude Juncker geht davon aus, dass es zukünftig in der Eurozone gemeinsame (Staats-)Anleihen geben wird, so genannte Euro-Bonds. „Ich bin überzeugt, dass die Euroanleihen ein Instrument sein könnten und eines Tages auch sein werden, um irrationale Bewegungen auf den Kapitalmärkten, die sich gegen einzelne Länder der Eurozone und gegen die Eurozone insgesamt richten, abzubremsen.“ Durch gemeinsame Anleihen würden zwar die schwächeren Länder profitieren, allerdings würden stärkere Länder wie Deutschland mit einem Zinsaufschlag rechnen müssen, weshalb Berlin besonders stark protestiert hatte. Daher scheint diese Möglichkeit erst nach einer Überwindung der Schuldenkrise und der zugrunde liegenden Ursachen, womit sich die Risikoaufschläge wieder deutlich absenken würden, eine gangbare Option. Juncker betonte, er nehme die Bedenken sehr ernst. Gleichwohl hätten auch die soliden Länder Interesse an einer stabilen Währung.

 

EU will Marktmacht von Milcherzeugern stärken:
Europaweit und auch in Deutschland haben die Handelsketten in den vergangenen Jahren ihre Preise für Milch, Butter und Käse in einem Dumpingkreislauf immer wieder gesenkt und die Preissenkungen gegenüber ihren Lieferanten durchgesetzt. Während die Verbraucher davon profitierten, gerieten viele Milchbauern unter existentiellen Druck. Die Folge waren wochenlange Demonstrationen und Lieferstreiks in 2009. Die EU-Kommission will nun die Rechte der Bauern stärken und mit Milchkartelle den Milchbauern in der Europäischen Union zu einer größeren Marktmacht verhelfen. EU-Agrarkommissar Dacian Ciolos präsentierte einen ersten Vorschlag, mit dem Ziel, die Erzeuger auf die Zeit nach 2015 vorzubereiten, wenn die Milchquoten ausgelaufen werden. Trotz grundsätzlich positiver Reaktionen sieht beispielsweise der Deutsche Bauernverband oder die Milcherzeugerorganisation European Milk Board (EMB) noch Verbesserungsbedarf bei der vorgeschlagenen Markt-Obergrenzen für die Erzeugergemeinschaften: Dies müsse noch einmal „sehr genau geprüft“ werden. Ciolos hatte ursprünglich weitaus großzügigere Grenzwerte im Sinn, stieß damit aber auf den erbitterten Widerstand von EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia.

 

Fitch senkt erwartungsgemäß Bonität Irlands auf BBB+:
Die Ratingagentur Fitch hat die Bonität Irlands – trotz des EU-Rettungsschirms – von A+ um drei Stufen auf BBB+ gesenkt. Fitch begründete dies mit den zusätzlichen Kosten für die Restrukturierung des angeschlagenen Bankensystems, dessen fiskalische und makroökonomischen Risiken auch die wirtschaftlichen Aussichten bedrohen, bzw. verschlechtern – trotz des eingeschlagenen Konsolidierungskurses, der externen Hilfen und „immer noch starker wirtschaftlicher Fundamentaldaten“. Der Schritt war indes erwartet worden, so dass die Märkte nicht übermäßig reagierten. Positiv ist dabei, dass Fitch im Gegensatz zur letzten Senkung im Oktober diesmal die Aussichten als „stabil“ einschätzt. Dennoch dürften sich die Risikoaufschläge auf irische Staatsanleihen weiter verteuern: Derzeit ist eine Rendite von rund 8% fällig, im Vergleich zu rund 3% Zinsen, die Deutschland für seine Anleihen zahlt.

 

EU-Patentamt weist hebt umstrittenes Brokkoli-Patent in Teilen auf:
Das Europäische Patentamt in München (EPA) hat in einem ersten Urteil über zwei umstrittene Patente auf Brokkoli und Tomaten, biologische Verfahren „im wesentlichen“ für nicht patentierbar erklärt. Die wichtige Antwort, ob die Pflanzen als solche patentierbar sind, blieb indes vorerst aus. Ein breites Bündnis aus Landwirten, Umweltschützern, Kirchen und auch Bundesagrar- und Verbraucherministerin Ilse Aigner hatte die Rücknahme der beiden Patente gefordert. Die untergeordneten Kammern müssen nun neu über das Brokkoli- und das Tomaten-Patent verhandeln. Der Bereich der Patente, der die patentierten biologischen Verfahren behandelt, wurde abschlägig beurteilt. Was den Teil des Patents, der die neu geschaffenen Pflanzen an sich betrifft, ist noch nicht absehbar. Eine Entscheidung hierzu soll in den kommenden Wochen erfolgen. Greenpeace-Gentechnikexperte Christoph Then bewertete dies als einen wichtigen Teilerfolg. Allerdings sei es „patentrechtlich immer interessanter, das Produkt zu patentieren als das Verfahren.“ Daher sei Greenpeace vorerst noch „sehr vorsichtig“. Bundesagrarministerin Aigner: „Konventionelle Züchtungsverfahren müssen eindeutig von der Patentierung ausgeschlossen sein. Wir dürfen nicht zulassen, dass es zu einer kommerziellen Privatisierung unseres Naturerbes durch die Hintertür kommt.“

 

73% der Befragten in Europa sehen Anstieg der Korruption:
Transparency International hat den jährlichen Global Corruption Barometer vorgestellt. Demnach hat weltweit jeder Vierte in den vergangenen zwölf Monaten Bestechungsgelder an Behörden oder Institutionen gezahlt (zu den neun zur Auswahl stehenden Einrichtungen gehören beispielsweise Institutionen des Gesundheits- und Bildungswesens sowie Finanzbehörden, am meisten wird die Polizei geschmiert – über 30% der Befragten gaben letzteres an). Insgesamt sei die Korruption weltweit auf dem Vormarsch. In Europa beurteilen dies 73% der Befragten und in Nordamerika 67%. Erfreulich: sieben von zehn Personen seien bereit, Hinweise auf Korruption zu melden. Huguette Labelle, Vorsitzende von Transparency International: „Das macht Hoffnung, dass sehr viele Menschen bereit sind, sich gegen Korruption einzusetzen. Diese Bereitschaft sollte gestärkt werden. Entscheidend sind ein besserer Schutz für Hinweisgeber und leichterer Zugang zu Informationen.“ Nach Weltregionen: Die meiste Korruption existiert im zentralen und südlichen Afrika (über 50%),  gefolgt vom Mittleren Osten und Nordafrika (36%), den ehemaligen Ostblockstaaten (32%), Lateinamerika (23%), dem Westbalkan und der Türkei (19%), Ostasien und Ozeanien (15%) und der EU und Nordamerika (5%). Nach Ländern: Afghanistan, Kambodscha, Kamerun, Indien, Irak, Liberia, Nigeria, Palästinensische Gebiete, Senegal, Sierra Leone und Uganda. Hier gab mehr als die Hälfte der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten ein Schmiergeld gezahlt zu haben.

 

Bafin will gegen Provisionswahn bei PKV vorgehen:
Derzeit zahlen private Krankenkassen bis zu 18 Monatsbeiträgen an den Vermittler, der er einen neuen Kunden gewinnt (Branchendurchschnitt: 9 Monatsbeiträge). Unter diesem Anreizsystem leidet die Beratung genauso wie die Versichertengemeinschaft der Kunden. Die Finanzaufsicht Bafin will gegen diese „Entartung“ nun vorgehen. In einem Rundschreiben an die PKV-Vorstände droht die Behörde an, gegen zu hohe Provisionen vorzugehen und Sonderprüfer einzusetzen. Die Manager würden ihrer Verantwortung nicht gerecht, wenn sie mit Vermittlern zusammenarbeiteten, die „offensichtlich aus Profitstreben die Qualität der Beratung vernachlässigen“. Die hohen Vermittlungskosten müssen früher oder später von den Versicherten über steigende Prämien finanziert werden. Nach Angaben des Verbandes der privaten Krankenversicherer lagen die Abschlussaufwendungen, sprich im Wesentlichen die Provisionen, im vergangenen Jahr bei 2,7 Milliarden Euro.

 

Deutsche Unternehmen stocken F&E massiv auf:
Nur fünf Jahre nachdem deutsche Unternehmen erstmals die 50-Milliarden-Marke für Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen geknackt hatten, wird bereits die 60-Milliarden-Marke (in 2011) überschritten. Selbst im Krisenjahr 2009 hatte die deutsche Wirtschaft die Ausgaben für Forschung und Entwicklung nur um knapp 2,5% gesenkt, deutlich geringer als der Wirtschaftseinbruch von real 4,7%.

 

Koalition beschließt Steuererleichterungen über 4,5 Mrd. Euro:
Die schwarz-gelbe Koalition hat sich auf eine Reihe von Steuervereinfachungen im Volumen von 4,5 Mrd. Euro für Bürger und Unternehmen geeinigt. Bei den Steuervereinfachungen entfallen 590 Millionen Euro auf die Bürger (Arbeitnehmer-Pauschbetrag, Pendlerpauschale und Absetzbarkeit der Kinderbetreuung). Den Löwenanteil erhält die boomende Wirtschaft.

 

Bayer baut Konzern weiter um und verlagert Milliarden nach China:
Der Chemiekonzern Bayer hat in der Dreivierteljahrbilanz 2010 einen Umsatz von 26,076 Mrd. Euro und ein EBIT von 2,758 Mrd. Euro ausgewiesen. Erst kürzlich hatte Bayer-Chef Dekkers aber dann ein rigoroses Sparprogramm angekündigt, das die Streichung von 4.500 Stellen vorsieht, davon rund 1.700 in Deutschland. Die freiwerdenden Mittel sollen vor allem Mehrwert in China erzeugen. Mit einer Milliarde zusätzlich soll nun am Standort Shanghai die bestehenden mehr als verdoppelt werden. Dadurch erhöhen sich die Investitionen in Shanghai auf 3 Mrd. Euro. Auch die Leitung der Kunststoff-Sparte soll nach Shanghai verlegt werden. Bayer Aufsichtsratmitglied Reiner Hoffmann sieht dies kritisch: Die Verlagerung der Spartenleitung würde die Kosten für Kommunikation steigern, die Wege in den Chefetagen verlängern, was unvermeidlich zu Reibungsverlusten führen würde. Explizit warnte er davor, auch die Entwicklungs- und Forschungskapazitäten nach China zu verlagern.

 

Wacker Chemie baut Siliziumwerk in den USA:
Das bayerische Spezialchemieunternehmen Wacker Chemie hat Pläne bekannt gegeben, ein Werk zur Produktion hochreinem Siliziums im US-Bundesstaat Tennessee zu bauen (Kosten: 1,1 Mrd. Euro). Das erste Siliziumwerk Wackers außerhalb Deutschlands wird eine Jahreskapazität von 15.000 Tonnen Polysilizium aufweisen, 650 Arbeitsplätze schaffen und bis Ende 2013 fertig gestellt sein. Tennessee habe Hilfe bei der Erschließung und deutlich niedrigere Energiepreise angeboten. Polysilizium wird unter anderem bei der Herstellung von Solarzellen benötigt.

 

Neue AKW-Krümmel-Chefin im Praxistest durchgefallen:
Die Atomaufsicht in Schleswig-Holstein hat ihr Veto gegen die designierte Chefin des Pannenreaktors Krümmel (Vattenfall) eingelegt, die neue Krümmel-Chefin (Ulrike W., 56, Physikerin) sei nicht sicher. Die Bewerberin habe eine Aufgabe im praktischen Abschlusstest nicht bestanden. In einer Simulation sollte sie Krümmel in 30 bis 60 Minuten in einen sicheren Zustand bringen – was ihr aber auch nach zwei Stunden noch nicht gelungen sei. Vattenfall bemühe sich nun um eine Lösung. Krümmel steht seit Juni 2007 nach einem Reaktorbrand still, ein Wiederanfahren im Sommer 2009 verhinderte ein Kurzschluss der Anlage. Ein neuer Termin ist für Anfang 2011 vorgesehen.

 

Neuordnung bei VW – Audi bekommt Hoheit über SUV:
Nachdem erst kürzlich Porsche den Zuschlag für die Entwicklung der Sportwagen erhalten hat, bekommt nun Audi eben jene über die Geländewagen zugesprochen, was auch Porsches Erfolgsmodell Cayenne und den VW Touareg mit einschließt (der Cayenne stellt mehr als ein Drittel des Jahresabsatzes von Porsche). Mit dieser Entscheidung soll offenbar der Frieden im Konzern wiederhergestellt werden. Mit dem so genannten Baukastensystem soll ein hoher Grad der Standardisierung erreicht sowie Synergien und damit Kostenersparnisse von mindestens 20 Prozent realisiert werden. Wer im Konzern die Entwicklungshoheit für einen Baukasten besitzt, bestimmt maßgeblich über die Motoren und die Modelle. Audi hat zudem einen Absatzrekord gemeldet: In den ersten elf Monaten dieses Jahres verkaufte Audi bereits rund 1.003.900 Fahrzeuge und schlug damit schon jetzt das Absatzergebnis des bisher stärksten Verkaufsjahres der Unternehmensgeschichte (2008).

 

Hyundai will eigene Premium-Marke aufbauen:
Der südkoreanische Autohersteller Hyundai will eine eigene Premiummarke aufbauen und es damit der japanische Konkurrenz Toyota (Lexus), Nissan (Infiniti) und Honda (Acura) gleichtun. Der mögliche Name sei „Genesis“. Die Autos sollen bei den etablierten Hyundai-Händlern verkauft werden, da ein eigenes Vertriebsnetz zu viel Geld verschlingen würde.

 

ABB meldet sich mit hoher Profitabilität zurück:
Der Schweizer Industriekonzern ABB meldet sich nach seiner existentiellen Krise (2002) und einem erfolgreichen Sparprogramm zurück – und hat bei der Profitabilität seine beiden Hauptkontrahenten Siemens und General Electric bereits überholt. Vergangene Woche wurde bereits der US-Industriemotorenherstellers Baldor für 4,2 Mrd. Dollar inklusive Schulden übernommen. ABB hat sich mittlerweile auf zwei Geschäftsfelder konzentriert: Automatisierung und Energie, vor allem der Bau von Transformatoren und Stromnetzen. Der Umsatz 2009 betrug rund 32 Mrd. Dollar.

 

Schaeffler beteiligt Belegschaft für geübten Verzicht am Gewinn:
Der fränkische Autozulieferer Schaeffler hatte sich mit der Übernahme des Konkurrenten Continental unmittelbar vor Ausbruch der Finanzkrise verhoben und hoch verschuldet. Nach einer Rosskur wird dieses Jahr ein operativer Gewinn von gut 1,3 Milliarden Euro eingefahren. Nun zahlt das Unternehmen seinen Mitarbeitern zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte eine Erfolgsbeteiligung und bedankt sich wegen des geleisteten Verzichts. Künftig sollen Boni ebenso zur neuen Firmenkultur gehören wie eine Mitbestimmung der Beschäftigten. Die für April 2011 vorgesehene Tariferhöhung von 2,7 Prozent wird zudem auf Februar vorgezogen.

 

Solarunternehmen Conergy verkauft Windenergiesparte an Briten:
Das Hamburger Solarunternehmen Conergy kann einen Erfolg beim Umbau seiner Geschäftsfelder verbuchen. Die britische Beteiligungsgesellschaft Impax kauft das im laufenden Jahr mit 5,8 Mio. Euro verlustreiche deutsche und französische Windprojekt-Geschäft. Vor knapp drei Jahren wurde wegen finanziellen Schwierigkeiten die Refokussierung auf das Kerngeschäft Solarenergie beschlossen, die damit nun weitgehend abgeschlossen ist. Zum Verkaufspreis gab es keine Äußerungen. Konkret geht es um drei laufende Windparks in Ostdeutschland mit 23 Megawatt Leistung und die Entwicklungspläne von 93 Megawatt in Deutschland und 285 Megawatt in Frankreich. Im laufenden Monat stehen für Conergy noch entscheidende Gespräche mit den Banken und Investoren über eine neue Finanzierung an. Die angestrebte Lösung umfasst einen teilweisen Schuldenverzicht, die Umwandlung von Fremd- in Eigenkapital und einen Kapitalschnitt.

 

ThyssenKrupp drohen Bußgelder und Gefängnis in Brasilien:
Wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Umweltrecht hat Brasiliens Justiz gegen ThyssenKrupps brasilianischer Konzerntochter CSA Anklage erhoben: Es drohen hohe Bußgelder und den beiden verantwortlichen Geschäftsführern sogar Gefängnis (19 Jahre und mehr). Auch die zeitweise oder völlige Stilllegung des Werkes oder die Streichung von Steuersubventionen ist möglich. Grund ist ein im Juni eröffnetes Stahlwerk („Problemhütte im Urwald“), das die Luft in einem Ausmaß verschmutzt habe, „das die menschliche Gesundheit bedroht“. ThyssenKrupp weist die Vorwürfe zurück.

 

Parmalat-Prozess endet mit Milliarden-Bußgeld und 18 Jahren Haft:
Der frühere Großunternehmer Tanzi hatte eine kleine Molkerei mit Hilfe eines Korruptionsnetzes zu einem Weltkonzern aufgebaut – und letztendlich laut de Staatsanwaltschaft die „größte Schuldenfabrik des europäischen Kapitalismus“ aufgebaut. Bei der betrügerischen Insolvenz war 2003 ein Schuldenberg von 14 Mrd. Euro zurückgeblieben. 32.000 Kleinanleger sowie Investoren wurden geschädigt. Erstinstanzlich wurde der frühere Parmalat-Chef nun wegen betrügerischen Bankrotts zu 18 Jahren Haft und zusammen mit insgesamt 17 Angeklagten zu einer Zahlung von 2 Mrd. Euro Entschädigung an den nach dem Crash wieder aufgebauten Konzern verurteilt. Erst im Mai war „Berlusconis Zauberlehrling“ Tanzi von einem Mailänder Berufungsgericht zu einer zehnjährigen Haftstrafe wegen Börsenspekulation verurteilt worden.

 

Madoff-Treuhänder will 32 Mrd. Dollar von Banken zurückklagen:
Der Milliardenbetrüger Bernard Madoff, Mitte 2008 zu 150 Jahren Haft verurteilt, hatte mittels eines Schneeballsystems 65 Mrd. Dollar geprellt. Sein Insolvenzverwalter Irving Picard tritt nun eine Klagelawine los und zerrt sieben weitere Banken vor Gericht: Citigroup, Bank of America -Tochter Merrill Lynch, die französische Natixis, die belgische Fortis, die niederländische ABN Amro, die spanische BBVA und die japanische Nomura. Insgesamt hat Picard damit mehr als 100 Klagen eingereicht, um nach eigenen Angaben 32 Mrd. Dollar für die hintergangenen Investoren zurückzugewinnen.

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