Wirtschaft

Informationsdienst Wirtschaft und Unternehmen: 15.10.2010

Wirtschaftspolitik:
1. Dollarschwäche und Euroanstieg heizen Währungskrieg weiter an:
2. EU-Kommission will Marktmacht der Wirtschaftsprüfer zerschlagen:
3. Genossenschaftsbanken sollen weniger Liquidität vorhalten müssen:
4. Bahnstreit zwischen Paris und Berlin um Eurotunnelzüge:
5. Bundeskartellamt mahnt australische Erz-Fusion ab:
6. Schweiz will „Too big to fail“-Schlussfolgerungen für eigene Großbanken Anfang 2011 umsetzen:

International:
7. General Motors plant im November ein 20-Mrd.-Dollar-Comeback an der Börse:
8. JP Morgan Chase verdient 4,4 Mrd. Dollar innerhalb von drei Monaten:
9. Google verdient 2,17 Mrd. Dollar innert drei Monaten:
10. Konzentrationsprozess in der Pharmabranche geht weiter:
11. Großbank Lloyds kündigt weiteren Abbau von 4500 Stellen an:
12. Sony Ericsson nach sieben Quartalen wieder mit 62 Mio. Euro im Plus:

Deutschland:
13. Herbstgutachten bescheinigt gute Aussichten für die deutsche Wirtschaft:
14. Siemens schließt bei der Profitabilität zu Hauptkonkurrent General Electric auf:
15. Deutsche Bank überschreitet 30%-Anteil an der Postbank:
16. Zehn Interessenten für Deutsche-Bahn-Tochter Arriva:
17. Opel trotz Abwrackprämie mit 427 Mio. Euro Verlust:
18. BMW-Geländewagenflotte soll fast ausschließlich in South Carolina gebaut werden:
19. Porsche meldet 1,2 Mrd. Euro operativen Gewinn:
20. Meyer Werft baut zwei Dreamliner für eine Milliarde Euro:
21. Bundesdruckerei reicht Beschwerde gegen Bundesbank ein:

 

Dollarschwäche und Euroanstieg heizen Währungskrieg weiter an:
Der Euro kletterte mit 1,4121 Dollar auf den höchsten Stand seit Januar. Grund ist dabei vor allem die Schwäche des US-Dollar. Gegenüber der australischen Währung erreichte der US-Dollar erstmals seit Anfang der 1980er Jahre fast die Parität, zur japanischen Währung fiel er auf ein neues 15-Jahres-Tief. Hintergrund ist, dass die US-Notenbank in den letzten Monaten mehrfach schon eine Lockerung der Geldpolitik angedeutet hat, was alleine schon für einen Abwertungsdruck sorgt. Nun sollen im November offenbar zusätzliche Käufe von Staatsanleihen folgen. Den USA kommt dabei eine schwächere Währung gelegen, da es die eigenen US-Exporte stärken würde – eine Strategie, die eigentlich vor allem China vorgeworfen wird. Da der US-Dollar jedoch (noch) Weltreservewährung ist, haben die USA durch das Anwerfen der Notenpresse den Vorteil, die Geldentwertung über eine Entwertung der Reservebestände ausländischer Zentralbanken auf die Welt verteilen zu können. China hat nun im Währungsstreit mit den USA nachgelegt: China behauptet, die USA selbst hätten den Konflikt mit einer massiven Abwertung des Dollar ausgelöst, um die einheimische Exportwirtschaft zu stützen. Die mittlerweile breiter diversifizierten Devisenbestände Chinas haben derweil im vergangenen Quartal um insgesamt 194 Milliarden Dollar auf 2,65 Billionen Dollar zugelegt.

 

EU-Kommission will Marktmacht der Wirtschaftsprüfer zerschlagen:
Lediglich vier große Wirtschaftsprüfer – PwC, KPMG, Deloitte und Ernst & Young – haben laut der EU-Kommission bei der Bilanzprüfung von Aktiengesellschaften in den meisten EU-Staaten einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent. Eine derartige Marktkonzentration berge systemische Risiken. EU-Kommissar Michel Barnier will daher die Macht der großen Gesellschaften brechen und sie zu mehr Transparenz zwingen. Hierfür wird heute ein Grünbuch vorgestellt, das die erste Stufe eines EU-Gesetzgebungsverfahrens ist. 2011 soll dann eine EU-Richtlinie oder Verordnung folgen. Möglich wäre, dass zu untersuchende Unternehmen künftig ihre Wirtschaftsprüfer nicht mehr selbst aussuchen dürfen und auch nicht deren Honorar festlegen dürften. Das Honorar würde dann staatlich festgelegt werden. Die Finanzkrise habe riesige Probleme der Branche und große Schwächen der Wirtschaftsprüfer offen gelegt: Diese haben trotz Prüfungen nicht rechtzeitig vor den in den Bankbilanzen schlummernden Risiken gewarnt. In den Augen der Öffentlichkeit und vieler Kunden haben die gut verdienenden Wirtschaftsprüfer schlichtweg versagt. Daraus hätten manche EU-Staaten bereits Schlüsse gezogen und striktere Regeln für die hoch bezahlte Zunft erlassen.

 

Genossenschaftsbanken sollen weniger Liquidität vorhalten müssen:
Nachbesserung bei Basel III: Deutschland, Frankreich, Brasilien, Italien und Japan haben ein Diskussionspapier erarbeitet, nach dem für Spitzeninstitute, die in Verbünden agieren, weltweit laxere Liquiditätsregeln gelten sollen als für private Banken. Der Vorschlag wird am Dienstag vom international für Bankenregulierung zuständigen Baseler Ausschuss im Rahmen des Treffens der G20-Finanzminister und -Notenbanker besprochen. Die Ausnahmeregel betrifft die Zentralinstitute der Genossenschaftsbanken, die es in vielen Ländern gibt. Während der Krise habe sich länderübergreifend gezeigt, dass die regionalen Genossenschaftsbanken ihre Gelder nicht in starkem Ausmaß von ihren Spitzeninstituten abzogen und diese daher keine Liquiditätsengpässe hatten. 

 

Bahnstreit zwischen Paris und Berlin um Eurotunnelzüge:
Frankreich besteht darauf, dass durch den Eurotunnel unter dem Ärmelkanal nur Züge des französischen Herstellers Alstom fahren dürfen. Der französische Transportminister Dominique Bussereau sagte, die Entscheidung des französisch-britischen Bahnbetreibers Eurostar, Züge beim deutschen Hersteller Siemens einzukaufen, sei "null und nichtig", da die deutschen Züge nicht die Sicherheitsanforderungen auf der Strecke erfüllen würden (Auftragsvolumen: 600 Mio. Euro). Von Anfang an hat Frankreich darauf bestanden, dass kein anderes Zugmaterial als das von Alstom durch den Tunnel fahren darf. Bussereau hatte bereits signalisiert, dass er seine Weisungsbefugnis gegenüber der Staatsbahn SNCF nutzen könnte, die wiederum mehrheitlich Eurostar kontrolliert. In der Nacht auf Sonntag soll erstmals ein Test-ICE den Ärmelkanal unterqueren und beweisen, das zwei aneinandergekoppelte ICE-Züge mit je 200 Metern Länge ebenso sicher sind wie ein 400 Meter langer Eurostar von Alstom.

 

Bundeskartellamt mahnt australische Erz-Fusion ab:
Das Bundeskartellamt hat die geplante Fusion der beiden australischen Rohstoffgiganten BHP Billiton und Rio Tinto abgemahnt (Nummer drei und Nummer zwei der Welt). Die Unternehmen wollen ihre Eisenerzproduktion im Westen Australiens in einem Joint Venture mit einem Volumen von 116 Mrd. Dollar bündeln. Da von der Fusion deutsche Belange direkt betroffen wären, darf das Bundeskartellamt den Fall überprüfen. Zusammen mit dem Weltmarktführer, der brasilianischen Vale, kontrollieren die beiden australischen Konzerne mehr als zwei Drittel des Marktes. Die Europäische Kommission, die den Fall ebenfalls überprüft, dürfte sich an dem Urteil der Bonner Behörde orientieren. Auch die Wettbewerbshüter in Australien und Japan prüfen die Pläne. Die förmliche Abmahnung will das Bundeskartellamt in der kommenden Woche zustellen. Danach können die beiden Konzerne dazu Stellung nehmen und Zugeständnisse unterbreiten.

 

Schweiz will „Too big to fail“-Schlussfolgerungen für eigene Großbanken Anfang 2011 umsetzen:
Der Schweizer Bundesrat will das von der Expertenkommission „Too big to fail“ ausgearbeitete Maßnahmenpaket zur Begrenzung der Risiken von Grossbanken bereits Anfang 2011 konkretisieren. Das Finanzdepartement wurde inzwischen beauftragt, auf dieser Grundlage eine Vorlage auszuarbeiten. Neben den Vorschlägen der Kommission sollen auch die neusten internationalen Beschlüsse und Empfehlungen des Financial Stability Boards und des kommenden G20-Gipfeltreffens berücksichtigt werden. Die Schweiz wird dabei vermutlich für ihre eigenen systemrelevanten Großbanken weit über die Forderungen von Basel III hinausgehen, was Eigenmittel, Risikoverteilung und Liquidität betrifft.

 

General Motors plant im November ein 20-Mrd.-Dollar-Comeback an der Börse:
Die Opel-Mutter General Motors plant für November ihr Comeback beim Börsengang. Die US-Regierung hatte sich während der Krise mit 60,8% an GM beteiligt. Der Ausstieg Washingtons soll nun mit dem Verkauf von Aktien im Rahmen des Börsengangs beginnen. Das Platzierungsvolumen könnte ein Volumen von bis zu 20 Mrd. Dollar besitzen und wäre damit einer der größten Börsengänge aller Zeiten.

 

JP Morgan Chase verdient 4,4 Mrd. Dollar innerhalb von drei Monaten:
Während die US-Wirtschaft noch mit den Folgen der gigantischen Finanzkrise zu kämpfen hat, verdienen die Banken wieder prächtig: Nach den angekündigten Rekordboni in Höhe von 144 Mrd. Dollar für die Wall Street Banker fin 2010, überrascht nun die US-Grossbank JP Morgan Chase mit einem unerwartet großen Gewinnsprung im dritten Quartal. Obwohl das Investment-Banking einbrach, stieg der Gewinn im dritten Quartal um fast ein Viertel auf 4,4 Mrd. Dollar. Prognosen waren von 3,6 Mrd. Dollar ausgegangen. Der Gewinn aus dem Investment-Banking ging im Jahresvergleich um ein Drittel auf 1,2 Mrd. Dollar zurück. Gesteigert wurden die Gewinne hingegen im Geschäft mit Privatkunden und Kreditkarten. Ende Oktober werden weitere Großbanken ihre Resultate vorlegen.

 

Google verdient 2,17 Mrd. Dollar innert drei Monaten:
Der Internetdienstleister Google hat im abgelaufenen Quartal bei einem Nettoumsatz von 5,48 Mrd. Dollar 2,17 Mrd. Dollar verdient, rund ein Drittel mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Google hat im dritten Quartal mehr als 1500 Beschäftigte eingestellt, die Betriebskosten stiegen insgesamt um ein Drittel auf 2,19 Mrd. Dollar. Derzeit versucht der Konzern seine Geschäfte zu erweitern. Hohe Investitionssummen werden in Projekte wie die Handysoftware Android, die Entwicklung voll automatisierter Autos und den mit 6.000 MW größten Windpark der Welt investiert. Zur Jahresmitte lagen die flüssigen Reserven des Konzerns bei 30,6 Mrd. Dollar.

 

Konzentrationsprozess in der Pharmabranche geht weiter:
Der französische Konzern Sanofi-Aventis will den US-Biotechnologiekonzern Genzyme feindlich übernehmen und bietet 18,5 Milliarden Dollar (69 Dollar pro Aktie) und damit 31% mehr als der derzeitige Aktienkurs. Genzyme indes hat die Offerte als zu niedrig zurückgewiesen. Sanofi strebe nun eine feindliche Übernahme an, da Genzyme "konstruktive Diskussionen verweigert" habe. Wegen auslaufendem Patentschutz für viele Blockbuster und der zunehmender Konkurrenz durch Nachahmerprodukte (Generika) stehen viele Pharmaunternehmen unter Konsolidierungsdruck. So ist auch der Börsenwert der großen Pharmakonzerne in den vergangenen zehn Jahren um etwa 400 Milliarden Dollar gesunken, kleinere Unternehmen konnten hingegen hinzugewinnen. Die Generika haben zudem den Wettbewerb und die Kosteneffizienz verbessert.

 

Großbank Lloyds kündigt weiteren Abbau von 4500 Stellen an:
Die teilverstaatlichte britische Grossbank Lloyds hat den Abbau von weiteren 4.500 Stellen angekündigt. Lloyds seit der Übernahme der angeschlagenen Großbank HBOS im Januar 2009 bereits 20.000 Arbeitsplätze abgebaut. Mitte des Jahres beschäftigte die Bankengruppe nach eigenen Angaben 106.500 Mitarbeiter.

 

Sony Ericsson nach sieben Quartalen wieder mit 62 Mio. Euro im Plus:
Das japanisch-schwedische Gemeinschaftsunternehmen Sony Ericsson ist nach sieben verlustreichen Quartalen in Folge wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Der Vorsteuergewinn betrug 62 Millionen Euro, allerdings hatten Analysten im Vorfeld mit 72 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz im dritten Quartal betrug 1,6 Milliarden Euro.

 

Herbstgutachten bescheinigt gute Aussichten für die deutsche Wirtschaft:
Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben am gestrigen Donnerstag ihr Herbstgutachten vorgestellt. Die Aussichten für die Wirtschaft sind demnach ausgesprochen gut. Das Jahr 2010 könnte zudem das beste Jahr seit der Wiedervereinigung werden. Auch die Arbeitslosenzahlen werden deutlich sinken und die Wirtschaft stärker wachsen, als bislang angenommen. In der Frühjahrsprognose 2010 war noch von einem Wachstum von 1,5% für dieses Jahr ausgegangen worden. Dieser Wert wurde nun für das laufende Jahr auf 3,5% nach oben korrigiert. Für 2010 wird derzeit mit einem immer noch guten Wachstum von 2,0% gerechnet. Dabei profitiere die heimische Wirtschaft nicht mehr nur überwiegend vom Export, sondern auch von einer unerwartet stark gestiegenen Inlandsnachfrage.

 

Siemens schließt bei der Profitabilität zu Hauptkonkurrent General Electric auf:
Siemens hat im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 eine operative Umsatzrendite von knapp 12% erzielt und damit in Sachen Profitabilität zu seinem US-Konkurrenten General Electric (GE) aufgeschlossen. Im Geschäftsjahr 2008/09 lag dieser Wert für Siemens noch bei 10,3%. Die Bilanz für das Geschäftsjahr 2009/10 wird Siemens am 11. November veröffentlichen. 

 

Deutsche Bank überschreitet 30%-Anteil an der Postbank:
Die Deutsche Bank hat die wichtige Anteilsschwelle von 30% bei der Postbank überschritten, womit sie von einem – möglicherweise teureren – Pflichtangebot für die Postbank befreit ist. 30% der Postbank-Aktien sind im Streubesitz, 40% besitzt die Deutschen Post. Dieses Paket bekommt die Deutsche Bank 2012 und 2013 für insgesamt 6,3 Mrd. Euro. Die Postbank ist mit gut 14 Millionen Kunden das größte deutsche Privatkundeninstitut.

 

Zehn Interessenten für Deutsche-Bahn-Tochter Arriva:
In einer Woche läuft die Angebotsfrist für das Deutschland-Geschäft der neuen Deutsche-Bahn-Tochter Arriva ab. Bislang gibt es zehn Interessenten. Die Deutsche Bahn hatte den britischen Verkehrskonzern Arriva Ende August 2010 für 2,8 Milliarden Euro übernommen und muss sich nun aus Wettbewerbsgründen von den deutschen Arriva-Beteiligungen trennen. Arriva ist in Deutschland an rund 50 Bahn- und Busgesellschaften beteiligt und erwirtschaftete hier 2009 einen Umsatz von 460 Millionen Euro. Zu den bisherigen Interessenten gehören unter anderem die Staatsbahnen, bzw. deren Töchter oder Beteiligungen aus Italien, Hongkong, Dänemark, den Niederlanden und Frankreich.

 

Opel trotz Abwrackprämie mit 427 Mio. Euro Verlust:
Der Autobauer Opel hat trotz Abwrackprämie 2009 einen Verlust von 427 Mio. Euro eingefahren, nach einem Verlust von 1,1 Mrd. Euro 2008. Ursprünglich war für 2009 sogar von einem Verlust in Höhe von 1,2 Mrd. Euro ausgegangen worden. Auch für das laufende Jahr ist Opel skeptisch. Die Sanierungspläne sehen einen Stellenabbau von 8.000 der über 40.000 Stellen in Europa vor. Auch das Werk im belgischen Antwerpen soll geschlossen werden, falls nicht in letzter Minute noch ein Investor gefunden wird. Ab dem Jahr 2012 sollen dann nach erfolgten Restrukturierungen wieder Gewinne eingefahren werden.

 

BMW-Geländewagenflotte soll fast ausschließlich in South Carolina gebaut werden:
Der bayerische Autobauer BMW will seine Geländewagenflotte künftig fast ausschließlich in Spartanburg im Bundesstaat South Carolina bauen und von dort nach Europa und Asien ausschiffen. Spartanburg werde somit das Kompetenzzentrum für die komplette X-Serie. Lediglich der X1 werde künftig noch in Leipzig gebaut. Mit Investitionen in Höhe von 750 Mio. Dollar hat BMW jüngst das Werk in Spartanburg auf eine Kapazität von 300.000 Fahrzeugen ausgebaut. Neben dem wichtigen US-Markt seien aber vor allem auch die regelmäßigen Währungsschwankungen ausschlaggebend. Die Fed denkt über eine weitere Lockerung der Geldpolitik nach, wodurch der US-Dollar (verstärkt durch das enorme Haushalts- und Handelsdefizit) weiter unter Druck gerät. BMW-Chef Reithofer: "Die Lohnkosten sind nicht der Hauptgrund für unseren Ausbau in den USA, zumal wir in Spartanburg sehr hohe Löhne zahlen. Wir nutzen die Produktion dort vor allem als natürliches Hedging. Wenn die aktuelle Dollar-Schwäche anhält, wird das sehr wichtig."

 

Porsche meldet 1,2 Mrd. Euro operativen Gewinn:
In dem Ende Juli abgelaufenen Geschäftsjahr 2009/10 hat der Stuttgarter Sportwagenbauer seinen operativen Gewinn auf rund 1,2 Mrd. Euro steigern können. Im Vorjahreszeitraum waren es 700 Mio. Euro. Die Dachgesellschaft Porsche SE verbuchte hingegen mit Minus 454 Mio. Euro einen deutlichen Verlust. Grund war der gescheiterte VW-Übernahmeversuch. Im Vorjahr war hier sogar ein Minus von 3,6 Mrd. Euro entstanden. VW-Chef Winterkorn hierzu: Porsche soll durch Autos wahrgenommen werden – nicht durch Finanzthemen.  Die vollständige Bilanz präsentiert Porsche bei einer Pressekonferenz am 19. Oktober.

 

Meyer Werft baut zwei Dreamliner für eine Milliarde Euro:
Die Papenburger Meyer Werft steht offenbar kurz vor der Vertragsunterzeichnung für zwei neue Luxuskreuzfahrtschiffe mit der amerikanischen Reederei Norwegian Cruise Line (NCL). Das Auftragsvolumen soll bei rund einer Milliarde Euro liegen. Im August war ein weiterer Luxusliner von der Reederei Aida Cruises bestellt worden, so dass die Meyer Werft bis 2013 mit Aufträgen für Kreuzfahrtschiffe ausgelastet ist. In den nächsten Wochen wird die Werft mit der "Disney Dream" das bislang größte jemals in Deutschland gebaute Kreuzfahrtschiff fertigstellen.

 

Bundesdruckerei reicht Beschwerde gegen Bundesbank ein:
In der Eu schreibt nur die deutsche Notenbank europaweit den Druck von Geldscheinen aus. Dagegen hat die wiederverstaatlichte Bundesdruckerei beim Oberlandesgericht Düsseldorf Beschwerde eingereicht. Ursprünglich hätte die Vergabe des Druckauftrags bereits Anfang August erteilt werden sollen. Die Bundesdruckerei erzielte 2009 einen Umsatz von 312 Mio. Euro, wovon 58 Mio. Euro auf den Banknotendruck entfielen. Die Bundesbank möchte für 2011 den Löwenanteil des Auftrags an die privaten Druckereien Enschede in den Niederlanden und Oberthur in Frankreich geben.

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