Wirtschaft

Informationsdienst Wirtschaft vom 08.10.2010: National

1. Maschinen- und Anlagebau wächst mit 8 Prozent in 2011:
2. Werbeagenturen wachsen mit 6,2 Prozent an Vorkrisenniveau heran:
3. Hedgefonds für feindliche Übernahme von Hochtief:
4. Schraubenkonzern Würth zieht in die Schweiz um:
5. Allianz will weiter wachsen um die Nr.1 zu bleiben:
6. Eurostar will Siemens-Züge:
7. Karstadt-Insolvenzverwalter erhält 32 Millionen Euro:
8. Klage über 175 Mio. Euro Schadensersatz gegen frühere Arcandor-Führungskräfte:
9. Der Mobilfunkkonzern O2 baut mehr als 1.000 ab:
10. Porsche erwägt Comeback in der Formel 1:

 

Maschinen- und Anlagebau wächst mit 8 Prozent in 2011:
Der Branchenverband VDMA hat die Wachstumsprognosen für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau von drei auf sechs Prozent angehoben. In 2011 wird ein Wachstum von acht Prozent erwartet. Mit einem Volumen von 160 Milliarden Euro werde das Niveau von 2005 und 2006 erreicht, mit 175 Milliarden 2011 dann beinahe wieder das Vorkrisenniveau von 2007. Rekordjahr war 2008 mit einem Produktionsvolumen von 196 Milliarden Euro.

 

Werbeagenturen wachsen mit 6,2 Prozent an Vorkrisenniveau heran:
Laut dem Gesamtverband der Kommunikationsagenturen (GWA) wird die Werbebranchein 2010 mit 6,2% wachsen. Der Zuwachs für 2011 wird mit 5,2% angegeben, womit das Vorkrisenniveau von 2008 beinahe wieder erreicht wäre.

 

Hedgefonds für feindliche Übernahme von Hochtief:
Der britische Hedgefonds Centaurus Capital hat sich für eine Übernahme des deutschen Baukonzerns Hochtief durch den spanischen Konkurrenten ACS ausgesprochen. In den letzten Wochen haben sich Hedgefonds insgesamt 15-20 Prozent der Aktien des größten deutschen Baukonzerns besorgt. ACS besitzt bereits 30 Prozent der Aktien. Hedgefonds-Manager Bierbaum forderte Hochtief auf, den Abwehrkampf einzustellen. Der Abwehrversuch, die Übernahme für ACS zu verteuern, würde nur zu weiteren Wertverlusten führen.

 

Schraubenkonzern Würth zieht in die Schweiz um:
Der Schraubenkonzern Würth aus dem baden-württembergischen Künzelsau hat angekündigt, seine Unternehmenszentrale in die Schweiz zu verlagern (Rorschach/Bodensee). Steuerersparnisse spielen dabei laut Unternehmensaussagen keine Rolle. Entscheidend seien vielmehr die verlässlichen Rahmenbedingungen. Die Würth-Gruppe beschäftigt weltweit rund 59.000 Mitarbeiter. Die rund 400 Gesellschaften erzielten im ersten Halbjahr 2010 einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro. Der Unternehmer Reinhold Würth selbst ist seit 2008 wegen Steuerhinterziehung vorbestraft.

Allianz will weiter wachsen um die Nr.1 zu bleiben:
Allianz-Chef Michael Diekmann hat erstmals klare Angaben über die Übernahmestrategie der Allianz und die dafür verfügbaren Mittel gemacht. Er hat angekündigt, dass die Allianz, der nach Börsenkapitalisierung mit Abstand größte Versicherer der Welt, von seinen jährlichen Gewinnen in Höhe von rund fünf Milliarden Euro, gut eine Mrd. pro Jahr für neue Zukäufe ausgeben will. Übernommen werden sollen Schadens- und Unfallversicherer. Diese weisen hohe Finanzströme auf, was der Allianz bei der Finanzierung der Entwicklung ihrer Lebensversicherer weltweit helfe, die derzeit vor allem in den Schwellenländern rapide wachsen. Die Allianz hält fast 400 Mrd. Euro an Kapitalanlagen. Das Unternehmen setzt bei den Übernahmen zudem auf die Marketingstrategie des Rebranding. Die übernommenen Unternehmen sollen demnach verstärkt unter dem Namen Allianz geführt werden. Rund 80% des Gesamtumsatzes wird bereits unter dem Markennamen Allianz erzielt. Im Herbst soll eine neue groß angelegte Marketingkampagne beginnen.

 

Eurostar will Siemens-Züge:
Eurostar, der Betreiber des Eurotunnels unter dem Ärmelkanal hindurch, will die modernsten Siemens-Züge kaufen. Damit hat der rund 400 km/h schnelle Velaro, eine Weiterentwicklung des ICE 3, die französische Konkurrenz von Alstom ausgestochen. Insgesamt geht es um die Lieferung von zehn neuen Hochgeschwindigkeitszügen, die Details werden noch ausgehandelt. Das Auftragsvolumen dürfte eine Höhe um 600 Mio. Euro besitzen. Mit einer Auslieferung wird für 2014 gerechnet.

 

Karstadt-Insolvenzverwalter erhält 32 Millionen Euro:
Der Insolvenzverwalter von Karstadt, die Wirtschaftskanzlei Görg, erhält für die Abwicklung des Verfahrens 32,3 Mio. Euro einschließlich Mehrwertsteuer. In den vergangenen Monaten eine Kernmannschaft von 15 bis 20 Anwälten mit dem Insolvenzverfahren beschäftigt. Laut Görg wäre gemäß der Insolvenzordnung auch ein Honorar von 50 Mio. Euro gerechtfertigt gewesen.

 

Klage über 175 Mio. Euro Schadensersatz gegen frühere Arcandor-Führungskräfte:
Der Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hat gegen Middelhoff und weitere frühere Arcandor-Führungskräfte eine Klage für Schadensersatz in Höhe von 175 Millionen Euro eingereicht. Zu Arcandor hatten unter anderem Karstadt und Quelle gehört. Hintergrund war der Verkauf von fünf Karstadt-Immobilien an den Oppenheim-Esch-Fonds, die nach Ansicht des Insolvenzverwalters weit unter Marktwert verkauft wurden. Bei großangelegten Durchsuchungen im ganzen Land wurden nun die Büro- und Wohnräume mehrerer Beschuldigter durchsucht.

 

Der Mobilfunkkonzern O2 baut mehr als 1.000 ab:
Der Abbau von 1.000 Stellen sei eine Folge der Übernahme des Internetanbieters Hansenet („Alice“) vor rund einem Jahr. Damals hatte der spanische Mutterkonzern Telefonica 900 Millionen Euro an Telecom Italia für Hansenet bezahlt, um O2 im DSL-Geschäft zu stärken. Nun sollen die deutschen Callcenter von O2 und Hansenet sieben auf vier reduziert werden. O2 beschäftigt insgesamt 6.700 Angestellte.

 

Porsche erwägt Comeback in der Formel 1:
Porsche blickt auf eine erfolgreiche Formel 1 Geschichte zurück: Mit dem Porsche-Turbomotor, ein V6-Aggregat, gewann der Sportwagenbauer insgesamt 25 Grand-Prix-Siege und drei WM-Titel. Seit Mai prüft Volkswagen intensiv, welche Marke (Audi, Porsche Bugatti) wo im Motorsport den jeweiligen Titel gewinnen soll. Dabei strebt VW eine schnelle Lösung an. Anfang November trifft der VW-Vorstand mit Motorsportdirektor Kris Nissen zusammen. Neben einem Formel-1 Einsatz von Porsche und Audi wird über einen Start von VW in der US-Rennserie Nascar sowie bei der World Rally Championship (WRC) nachgedacht.

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