Materialforschung

Innovationen im Bereich Arbeits- und Schutzkleidung

Die Materialforschung eröffnet immer breitere Anwendungsmöglichkeiten für moderne Hightech-Funktionstextilien, die mittlerweile weit über den Bekleidungsbereich hinausgehen. Einen aktuellen Einblick in die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten bietet die Broschüre „Perspektiven 2025“ des Forschungskuratoriums Textil e.V.. Die darin skizzierten Themenfelder umfassen für herkömmliche Textilien bislang ungewohnte Bereiche wie Wohnen, Ernährung, Mobilität, Gesundheit, Architektur, Stadt der Zukunft, Energie sowie Produktion & Logistik.

Aber auch in dem genuinen Bereich von Hightech-Textilien, der Bekleidung, hat sich einiges getan. Am augenscheinlichsten wird das in dem Bereich der Schutz- und Arbeitskleidungen. Im folgenden ein kurzer Überblick. Bei einigen Entwicklungen dauert es zwar noch ein paar Jahre, bis sie vom Labor in den Markt gelangen, dennoch lohnt sich ein kurzer Ausblick.

Hightech-Funktionskleidung für Gefrierhäuser

Das Hohenstein Institute in Bönnigheim hat eine innovative Schutzkleidung speziell für Gefrierhäuser und Tiefkühlhäuser entwickelt, die Temperaturen von bis zu -49°C aushält. Dabei wird erstmals das gesamte Spektrum der Infrarotstrahlung abdeckt, wodurch ein besserer Kälteschutz gewährleistet wird und die Kälte nicht über die Textilien zum Körper vordringt und gleichzeitig die vom Körper produzierte Wärme nicht nach außen gelangt. Die Entwicklung ist zudem auch für den militärischen Bereich interessant: Das erstmalige Blocken auch der langwelligen Infrarotstrahlung macht den Träger für Wärmebildkameras gänzlich unsichtbar. Durch gezieltes Umlenken der absorbierten Wärmestrahlung innerhalb der Funktionsfasern kann darüber hinaus wahlweise auch die wahre Körperform gezielt verschleiert und beliebig maskiert werden.

Chemikalien abweisende Schutzkleidung

An der University of Michigan wurde Ende Januar 2013 eine spezielle Nanobeschichtung für Schutzbekleidung entwickelt. Die superomniphobe Oberfläche ist dabei extrem flüssigkeitsabweisend und kann praktisch nicht mehr nass oder schmutzig werden. Das vordringliche Ziel der Entwicklung ist es, das Einwirken gefährlicher Chemikalien auf die Oberfläche zu verhindern, die ansonsten durch die Schutzkleidung hindurch diffundieren könnten. So kann die Nanobeschichtung erstmals auch Flüssigkeiten mit geringer Oberflächenspannung wie Öle, Alkohole, organische Säuren, Shampoos, Farben oder Lösungsmittel abweisen.

Da die Arbeit vom US Air Force Office of Scientific Research finanziert wurde, liegt die primäre Anwendung in Schutzkleidung für Soldaten. Doch könnte das Material darüber hinaus auch in anderen Bereichen eingesetzt werden, wie beispielsweise von Laborpersonal oder im Chemiebereich. Die superomniphobe Nanobeschichtung könnte aber auch wasserabweisende Lacke ermöglichen, die Schiffe nahezu reibungslos durch die Meere gleiten lassen.

Smart Textiles – die intelligente Kleidung von morgen

Neue Hightech-Textilien ermöglichen zunehmend auch so genannte „Smart Textiles“, intelligente Bekleidung. Mittels integrierter Sensorik, Körpermonitoring und Kommunikationstechnik kann die Temperatur und der Luftdurchlässigkeit individuell geregelt werden. Auch die Energiegewinnung durch die Bewegungsenergie wird möglich oder auch der Download von modischen Farben und Muster auf entsprechende Funktionsfasern. Auch in dem Bereich integrierter künstlicher Muskeln wurden in den letzten Jahren bereits einige Fortschritte getätigt. Damit könnte nicht nur Alten, Kranken und Gehbehinderten geholfen werden, sondern auch besonders praxistaugliche Funktions- und Arbeitskleidung entwickelt werden, die die Arbeitskraft deutlich unterstützen und sogar steigern kann.

Schutz- und Arbeitskleidung

Abgesehen von den zahlreichen Innovationen, die derzeit in den Laboren entwickelt werden, ist bereits der aktuelle Stand der Funktionstextilien und Schutzkleidung sehr beachtlich. Eine gute Übersicht über den aktuellen Stand der großen Auswahl an Arbeits- und Schutzbekleidung finden Sie beispielsweise auf der Website des Spezialanbieters www.bardusch.de.

(mb)

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Marc Brümmer

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