Energie & Umwelt

Innovationspreise für Klima und Umwelt an vier Projekte verliehen

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und der Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) haben gemeinsam den Deutschen Innovationspreis für Klima und Umwelt 2011 (IKU) verliehen. Die wissenschaftliche Bewertung der Bewerber wurde von dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe vorgenommen. Die Fraunhofer-Gruppe ist die größte Forschungseinrichtung in Europa. Den Vorsitz der hochrangig besetzten Jury hatte Prof. Klaus Töpfer.

Der Preis zeichnet heuer zum dritten Mal herausragende Innovationen und Ideen aus, die ihren Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten und den Transformationsprozesses hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft entscheidend prägen. Die vier Preisträger erhalten dabei, neben der Ehrung und der öffentlichen Auszeichnung, jeweils 25.000 Euro Preisgeld. Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen: „Zukunftsfähig bleiben wir dann, wenn wir lernen, wirtschaftliches Wachstum mit Umweltschutz und Ressourcenschonung zu verbinden. Die ausgezeichneten Ideen der Preisträger sind Beweis für die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie.“ BDI-Hauptgeschäftsführer Dr. Markus Kerber ergänzt: „Die deutsche Industrie bietet herausragende technologische Entwicklungen für den Klima- und Umweltschutz. Die Preisträger sind Vorbilder, deren Innovationen unsere Aufmerksamkeit und Förderung verdienen.“ Dabei zeigen die ausgezeichneten Projekte eindrucksvoll, dass Klimaschutz und wirtschaftlicher Erfolg kein Widerspruch sind.

Die vier Preisträger sind:

– In der Kategorie „Prozessinnovationen für den Klimaschutz“: Das Team der Fels-Werke GmbH und Ecoloop GmbH aus Goslar. Unter dem Namen Ecoloop entwickelte es ein Verfahren, bei dem mit Hilfe von Kalk aus überaus schadstoffreichen Abfällen und Biomasse reines Synthesegas hergestellt werden kann. Ecoloop-Anlagen können in Zukunft unterschiedlichste industrielle Prozesse ergänzen und den Verbrauch fossiler Ressourcen sowie den CO2 -Ausstoß reduzieren.

– In der Kategorie „Produkt- und Dienstleistungsinnovationen“: Die Celitement GmbH aus Eggenstein-Leopoldshafen bei Karlsruhe. Sie hat einen klimafreundlichen Zement entwickelt. Zement ist der "Kleber" im Beton und ist für die Baubranche unverzichtbar. Pro Jahr werden mehr als drei Milliarden Tonnen Zement produziert. Der neuartige Zement lässt sich nun schon bei rund 200 Grad Celsius herstellen. Dadurch wird im Vergleich zur herkömmlichen Zementproduktion für den Celitement nur halb so viel Energie verbraucht, dadurch auch halb so viel CO2 ausgestoßen und bis zu zwei Drittel weniger Kalkstein benötigt.

– In der Kategorie „Umweltfreundliche Technologien“ siegte die Freudenberg Sealing Technologies aus Weinheim. Sie hat ein umweltschonendes Verfahren zur Metallumformung metallischer Stützringe für moderne Dichtungselemente entwickelt. Im Vergleich zum konventionellen Verfahren spart die neue Schmalband-Umform- und Lasertechnikanlage (SUL) im Schnitt 73% Stahl ein, das sind rund 1.800 Tonnen im Jahr. Zugleich sinkt damit auch der CO2-Ausstoß um rund 2.700 Tonnen .

– In der Kategorie „Technologietransfer“ wurden die Ingenieure ohne Grenzen e.V. in Berlin ausgezeichnet. Die Kompetenzgruppe erneuerbare Energienhat für die Landbevölkerung in Tansania Kleinst-Biogasanlagen entwickelt (BiogaST), die genügend Energie produzieren können, um zwei Mahlzeiten am Tag zu kochen und in den Abendstunden die Räumlichkeiten beleuchten. Die Mini-Anlagen laufen mit Ernteresten der regionaltypischen Bananenstauden. Die Anlage ist so konzipiert, dass sie von den Tansaniern selbstständig mitfinanziert, gebaut und betrieben werden können.

Anlässlich der IKU-Preisverleihung hat das BMU eine neue Kurzstudie präsentiert, die von den Instituten gws Osnabrück und IFEU Heidelberg erarbeitet wurde. Die Studie analysiert die gesamtwirtschaftlichen Wirkungen von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Die Ergebnisse der Studie: Sowohl eine verstärkte Energieeffizienz als auch der Ausbau der erneuerbaren Energien sind mit positiven gesamtwirtschaftlichen Effekten verbunden und führen zu zusätzlichen Arbeitsplätzen, steigern die Energiesicherheit und führen zu neuen Exportchancen auf einem zukunftsträchtigen Wachstumsmarkt. (Link zu der Studie "Volkswirtschaftliche Effekte der Energiewende: Erneuerbare Energien und Energieeffizienz".)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.