Energie & Umwelt

Insolvente deutsche Solarfirma Solon vom arabischen Konkurrenten Microsol gerettet

Das zunehmend schwierigere Umfeld für deutsche Solarfirmen hatte Mitte Dezember 2011 das erste prominente Opfer gefordert: Der Berliner PV-Modulhersteller Solon musste Insolvenz anmelden, nachdem zuvor die Gespräche mit den Gläubigern gescheitert waren. Schuld an dem Einbruch am Solarmarkt ist das wachsende Angebot von staatlich subventionierten Billiganbietern aus China und dem daraus resultierenden wettbewerbsverzerrten Preisdruck, gepaart mit den laufenden zusätzlichen und außerplanmäßigen Förderkürzungen in Deutschland sowie dem Nachfragerückgang in Südeuropa aufgrund der Schuldenkrise, beispielsweise in Spanien.

Konkurrent aus den Vereinigten Arabischen Emiraten will Arbeitsplätze erhalten
Der Photovoltaik-Modulhersteller Microsol aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) hat nun die Übernahme der insolventen Solon verkündet. Die Mehrzahl der Arbeitsplätze soll dabei erhalten werden (433 der 471 Beschäftigten in Deutschland). Auch die Tochtergesellschaften in Italien und den USA, bei denen zusammen 235 Mitarbeiter beschäftigt sind, sollen erhalten bleiben. Über den Preis der Übernahme wurde zunächst stillschweigen vereinbart. Das Bundeskartellamt hat dem Verkauf bereits zugestimmt.

IMS-Studie: Mit dem Solarmarkt soll ab 2013 wieder aufwärts gehen
Eine Studie von IMS Research zeichnet jedoch ein optimistisches Bild für die deutsche Solar-Branche: Demnach dürfte der Umsatz 2012 zwar um bis zu 55% einbrechen, sich dann jedoch ab Anfang 2013 wieder erholen, wenn die Unternehmen wieder in technologische Neuerungen investieren. Laut der Studie dürfte der Gesamtumsatz der Branche 2015 dann wieder über dem Wert von 2011 liegen.

Klagen gegen chinesische Subventionen
Vor der US-Handelskammer ist derzeit ein Verfahren gegen chinesische Solarfirmen wegen wettbewerbsverzerrender Subventionen anhängig. Geklagt hat ein Bündnis aus sieben US-amerikanischen Solarmodul-Herstellern. Die chinesischen Modulhersteller konnten zuletzt ihren Weltmarktanteil auf 45% steigern. Sieben der zehn größten Solarproduzenten stammen mittlerweile aus dem Reich der Mitte.
(mb)

 

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