Energie & Umwelt

Internationale Energieagentur bestätigt – Peak Oil war 2006

Die Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) sind immer mit Vorsicht zu genießen. Häufig wird ihnen ein größerer politischer oder monetärer Hintergrund nachgesagt, als dass sich die Ergebnisse wissenschaftlich begründen ließen. Beispiel: Die IEA prognostizierte im World Energy Outlook 2002 einen Ölpreis von 22 US-Dollar für das Jahr 2010, derzeit liegt er bei 87 US-Dollar. Im gleichen Report ging die IEA-Windkraftprognose bis 2020 von 100 Gigawatt aus: 2009 lag die weltweite Kapazität jedoch bereits bei 157 Gigawatt. Als Ursache der gravierenden Fehlschätzungen wird vielfach der Einfluss der Ölwirtschaft vermutet.

In dem World Energy Outlook 2010 geht die IEA nun von eine Ölproduktion von 99 Megabarrel in 2035 aus, wobei dann das Barrel Öl 113 US-Dollar kosten soll. Die Glaubwürdigkeit dieser Vorhersagen hat indes auch das Oil Depletion Analysis Centre (ODAC) in London angezweifelt.

Dabei hat die IEA erstmals der bereits vor drei Jahren von der Energy Watch Group erfolgten Datierung des oil peaks auf 2006 zugestimmt. Demnach werde die Fördermenge konventionellen Erdöls nie wieder das Niveau von 2006 erreichen. Die Zunahme der Fördermenge bis 2035 beruhe auf der erwarteten gesteigerten Erschließung unkonventioneller Ölressourcen: Erdgaskondensate und Teersande, die sehr aufwändig und umweltbelastend gefördert werden.

Internationale Wissenschaftler (ASPO) hatten zuvor bereits den peak oil auf 2008 datiert. Problematisch für die Versorgungssicherheit ist außerdem, dass rund 63% der gesamten nachgewiesenen Erdöl-Reserven im mittleren Osten lagern.

Thomas Seltmann, Projektmanager der Energy Watch Group: „Wir empfehlen den Regierungen dringend, den Ausbau erneuerbarer Energien ehrgeizig zu beschleunigen, um den absehbaren Verknappungen und Preissprüngen bei fossilen Energien zu begegnen. Ein schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien ist insgesamt kostengünstiger als ein langsamer Ausbau. Sogar eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien ist innerhalb weniger Jahrzehnte möglich und insgesamt kostengünstiger als der weitere Verbrauch von Erdöl, Erdgas, Kohle und Uran.“

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