Management

Interview (3) mit Michael Moesslang zu seinem neuen Präsentationsbuch

Michael Moesslang, PreSensation Institute, hat im Frühjahr diesen Jahres ein sehr spannendes Buch mit dem Titel „So würde Hitchcock präsentieren“ herausgebracht.

Im ersten Teil der Interviewreihe mit Herrn Moesslang ging es um die Inspiration zum „Hitchcock-Buch“ und interessante Informationen rund um (Management-)Präsentationen. Im zweiten Teil des Gesprächs war die Hitchcock-Präsentationstechnik als Anleitung für gute und spannende Vorträge im Mittelpunkt gestanden.

Im dritten Teil der Interviewreihe geht es um praktische Tipps für Präsentationen, absolute No-Go’s, die sog. TED Talks etc. Auch der dritte Teil ist als Audio-Podcast steht zum Anhören zur Verfügung.

 

Willkommen zum dritten Teil unseres Fachgesprächs mit Michael Moesslang. In den beiden ersten Teilen hatten wir uns über schlechte und gute Präsentationen unterhalten. Sie haben uns dabei Ihre Hitchcock-Präsentationstechnik vorgestellt, die Vorträgen den gewissen Pepp verleiht, um die Zuhörer nicht unterwegs zu verlieren.

Können Sie uns vielleicht ein paar Beispiele für gelungene und auch für misslungene Präsentationen nennen, damit man sich das leichter vorstellen kann?

Das ist deshalb nicht ganz einfach, weil wir nicht alle die selben Präsentationen kennen. Doch schauen Sie sich mal Präsentationen von Steve Jobs an. Der macht fast alles richtig und gilt als einer der besten Präsentatoren der Business-Welt. Er übt allerdings auch jede Präsentation mit seinem gesamten Team zwei Tage lang intensiv. Zwei ganze Tage, die jeweils bis tief in die Nacht gehen.

Bitte fassen Sie noch einmal kurz zusammen und geben Sie ein drei wichtige Tipps, worauf man unbedingt und in erster Linie bei Vorträgen achten sollte.

Das Wichtigste ist es, dass das Publikum immer im Mittelpunkt steht. Nicht nach dem Motto, da steht es im Weg, sondern, dass alles, was der Präsentator tut, für das Publikum so leicht verständlich wie nur irgend möglich sein muss. Denn die Zuhörer machen sich ungern die Mühe, komplexes Zeug oder langes Gelaber zu analysieren und verstehen zu wollen. Zweitens habe ich selbst eine Maxime für mich: „Ich habe nicht das Recht auch nur einen Zuschauer, auch nur eine Minute lang zu langweilen.“ Das ist keine Garantie, aber ein Ansporn für mich. Drittens empfehle ich immer und immer wieder an der eigenen Wirkung zu arbeiten, zu üben und zu trainieren. Sie entscheidet über den Erfolg.

Sie sind ja selbst nicht nur Buchautor und Performance-Coach, sondern auch Top-Speaker und 5-Sterne-Redner. In Ihrem Buch erwähnen Sie „TED talks“. Dies ist ein sehr spannendes Event- und Vortragsformat. Können Sie uns das Grundprinzip kurz erläutern und haben Sie selbst auch schon einmal auf einem solchen TED Event gesprochen?

Ich kenne es bisher auch nur von der Web-Site TED.com. Die Unterzeile erklärt es am besten: „Ideas worth spreading“, also TED will Gedanken verbreiten, die es wert sind. Da spricht mal Bill Gates, Al Gore oder Jamie Oliver, mal weniger bekannte Menschen, die etwas interessantes Präsentieren. Manchmal nur 5 Minuten. Die Videos lohnen sich alle anzuschauen. Neben der TED-Konferenz in Kalifornien gibt es TEDx. Konferenzen, die auf der ganzen Welt gehalten werden, seit 2010 sogar in München.

Drei Beispiele, die mich fasziniert haben: Erstens Bill Gates, zu seiner Zeit bei Microsoft eher als schlechter Präsentator mit PowerPoint-Fiasko bekannt. Bei TED sprach er über Zero Emission plötzlich mit Begeisterung und richtig gut. Hans Rosling, ist ein schwedischer Wissenschaftler, der durch TED erst bekannt wurde. Er spricht über Bevölkerungswachstum und Armut. Er versteht es, dies auf faszinierende Weise zu tun; einmal beispielsweise mit IKEA-Boxen, einem Saab-Modell und Flip Flops. Sehenswert. Und drittens ein mir unbekannter Mann, der erklärt, wie man Schuhe richtig bindet, dass die Schleifen nicht mehr aufgehen. Eine kleine Änderung und es funktioniert!

Gute Präsentationen sind ja aber nur ein Teil Ihres Portfolios. Als Coach begegnen Ihnen noch viel mehr vermeidbare Fauxpas. Bitte fassen Sie doch kurz zusammen, was für Probleme Ihnen in Ihrer Coaching-Tätigkeit mit Managern am häufigsten begegnen.

Viele sind so mit sich selbst beschäftigt, dass sie gar nicht merken, wenn sie ihr Publikum verlieren. Typisch ist auch dieser „Information overload“, nämlich alles reinzupacken, was geht. Und das ist dann natürlich viel zu viel. Das Schlimmste ist für mich aber dieses Ablesen von viel zu vollen Folien. Dann sollen sie doch einfach die Folien per Mail schicken, dann kann das jeder selber lesen.

Herr Moesslang, was sollten neben dem Halten von erstklassigen Präsentationen noch herausragende Fertigkeiten von erfolgreichen Führungskräften sein?

Eine Führungskraft gibt ja nicht nur Präsentationen. Übrigens merken Sie was: Ich spreche nicht von Präsentation halten, sondern von Präsentation geben. Beides ist im Deutschen und Englischen richtig. Es entsteht jedoch eine ganz andere Bedeutung.

Allgemein Kommunikation und die Wirkung auf andere machen den Erfolg einer Führungskraft aus. Detaillierte fachliche Kenntnisse werden weiter oben immer unwichtiger. Ein CEO muss nicht wissen, wie man die Software programmiert, die sein Unternehmen verkauft. Doch er muss es verstehen, mit Menschen umzugehen, sie zu führen und Vertrauen aufzubauen. Das bedeutet Kommunikation. Auch nach außen ist es Kommunikation. Und da sollte sich jede Führungskraft fragen: wirkt das, was ich kommuniziere, oder gibt es da noch Potential?

Sie haben als innovativer Top-Speaker bestimmt weitere Bücher und Projekte in der Planung. Was werden wir demnächst von Ihnen hören?

Aktuell stehen der Vortrag zu Hitchcock und ein Hitchcock-Workshop, bei dem Teilnehmer ihre Präsentationen erarbeiten, im Vordergrund. Das „Juwel-Exklusiv-Seminar“ für Executives wird im Herbst mein persönliches Highlight. Das ist ein Seminar, bei dem es um genau diese Kommunikations- und Wirkungs-Skills geht.

Danach wird es sicher neue Projekte im Themenkreis von Präsentation, Rhetorik und persönlicher Wirkung geben. Es gibt da einige, die brodeln. Natürlich werde ich es spannend lassen.

Herr Moesslang, vielen Dank für dieses interessante und – natürlich in Hitchcock-Manier – spannende Interview! Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Herzlichen Dank Herr Brümmer!

 

Kurzprofil des Interviewpartners

Michael Moesslang, Dipl. Kommunikationswirt BAW, Top 100 Excellence Trainer und Autor, ist der Experte für sensationelles Präsentieren und persönliche Wirkung. Seine mitreissenden Keynote-Vorträge und Seminare zum Thema „PreSensation®“ motivieren, seine souveräne und professionelle Authentizität überzeugt. Er versteht es, die Teilnehmer wirkungsvoll zu integrieren und nachhaltigen Nutzen zu bieten. Als Experte seines Faches bezieht er aktuelle Erkenntnisse aus Psychologie und Verhaltenswissenschaften ein. Michael Moesslang aktivierte als Vortragsredner und Lehrbeauftragter – z. B. St. Galler Business School – bereits Zuhörer in über 1.000 Vorträgen und Präsentationen.

Weitere Informationen finden Sie auf seinem AGITANO-Expertenprofil und unter www.michael-moesslang.de.

 

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