Wirtschaft

Investorenkonferenz des BMWi zur Griechenlandrettung

Deutschland will mit Griechenland aus der Krise wachsen. Deutsches Knowhow in der Verwaltung und in der Wirtschaft soll Griechenland Wachstum bringen, von dem dann wiederum auch die deutschen Unternehmen profitieren. Dementsprechend waren die Anforderungen an den Investitionsstandort Griechenland auch das zentrale Thema auf der Investorenkonferenz des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) mit den Vertretern aller großen deutschen Wirtschaftsverbände am gestrigen Mittwoch in Berlin. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler: „Es wurde davon gesprochen, dass man hofft, dass die Wirtschaftskultur, die wir hier in Deutschland haben, sich gleichermaßen auf Griechenland wird übertragen lassen können.“ Rösler ergänzte: „Wie gesagt, wir machen Angebote, aber ich habe den Eindruck, dass diese Angebote sehr gern angenommen werden.“ Mitte August und im September wird der Bundeswirtschaftsminister dann mit einer großen Unternehmerdelegation nach Athen reisen, um das Vorhaben zu konkretisieren.

Konkret geht es um die Gründung mittelständischer Unternehmen, die Schaffung einer staatlichen Förderbank und um EU-Förderanträge. Der Außenhandelsverband will Personal nach Griechenland entsenden, um dort die Exportwirtschaft zu stärken, das Handwerk seinerseits will pensionierte Gewerbelehrer für die Berufsausbildung nach Griechenland schicken. Das BMWi selbst will frühere Treuhandmitarbeiter entsenden, die Erfahrungen bei der Privatisierung der einstigen DDR-Staatsbetriebe haben. Mit ins Boot soll auch das Know-How der osteuropäischen Transformationsländer bei der Umstrukturierung ihrer eigenen Volkswirtschaften.

Die zentralen Bereiche für deutsche Unternehmensinvestitionen seien dabei vor allem Telekommunikation, Infrastruktur, Erneuerbare Energien, Abfallwirtschaft und Gesundheitswirtschaft. Die Finanzierung sollen Privatbanken, die Europäische Investitionsbank und die staatliche KfW-Bank übernehmen.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie wünscht sich vor allem staatliche Unterstützung für mehr Rechtssicherheit und Investitionsschutz. Auch sei die Finanzierung von Projekten in Griechenland derzeit ungeheuer schwierig.
 

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