Panorama

IPCC berechnet CO2-Fussabdruck eines Marihuana-Joints

Evan Mills von der kalifornischen Universität Berkeley – und als Mitglied des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) Friedensnobelpreisträger 2007 – hat (in seiner Freizeit) die Umweltauswirkungen des Cannabiskonsums berechnet. Cannabis ist in den USA in 17 Bundesstaaten zu medizinischen Zwecken erlaubt, allerdings sind die Hürden wie in Kalifornien hierfür so gering, dass die „weiche Droge“ auch zu Genusszwecken häufig konsumiert wird, wie das aufgrund der gesetzlichen Regelungen in den Niederlanden und teilweise in Dänemark, Tschechien und der Schweiz bereits der Fall ist.

Der Anbau erfolgt dabei in den USA überwiegend in Indoor-Plantagen mit Kunstlicht und aufwendiger Klimatisierung. Dadurch verbrauchen die Hanfplantagen 1% des US-Verbrauchs an Strom, was rund fünf Milliarden Dollar im Jahr entspricht. Dadurch hat jeder „Joint“ (Cannabiszigarette) einen CO2-Fussabdruck, der einer 100-Watt-Glühlampe entspricht, die 17 Stunden lang läuft.

Laut dem Wissenschaftler könnte der Energieaufwand um bis zu 75% reduziert werden, wenn klimafreundlichere Anbaumethoden wie Freilandplantagen verwendet werden. Mit einer Entkriminalisierung würde zudem das Milliardengeschäft aus der Schattenwirtschaft und dem kriminellen Milieu gehoben werden, wodurch es besser kontrolliert und ähnlich wie Nikotin und Alkohol besteuert werden könnte. Dies würde dann nicht nur den Staatshaushalten, sondern auch dem Klima helfen.

Ein Bericht der „Global Commission on Drug Policy“ aus 19 ehemaligen Spitzenpolitikern, Geschäftsleuten und Schriftstellern, darunter der ehemalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan, der ehemalige US-Notenbankchef Paul Volcker, der ehemalige US-Außenminister George Shultz, der griechische Premierminister George Papandreou, Javier Solana, von 1995 bis 1999 Generalsekretär der NATO und von 1999 bis 2009 Generalsekretär des Rates der Europäischen Union und Hoher Vertreter für die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, sowie der britische Unternehmer Richard Branson und der peruanische Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa, hat Mitte 2011 festgestellt: „Der jahrzehntelange Krieg gegen Drogen ist verloren und hat verheerende Folgen für Menschen rund um die Welt.“ Gestärkt werden vor allem die kriminellen Netzwerke, die damit Milliarden verdienen. Cesar Gaviria, früherer Präsident Kolumbiens: „Europa hat im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht. Die Politik der Schadensbegrenzung ist im Großen und Ganzen ein Erfolg. Wir erwarten nun von den USA, dass sie diese Möglichkeiten in Erwägung ziehen. Sie sollten verstehen, dass es zum Totalverbot einige Alternativen gibt.“ Der Umsatz von illegal verkauften Drogen wird jährlich auf mehrere hundert Milliarden Dollar geschätzt.

(AGITANO möchte hierüber wertneutral berichten, ohne ein Urteil über den Inhalt zu fällen.)

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