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ITK-Konjunkturindikator: Optimismus in der Informationswirtschaft nimmt zu

Trotz eines leichten Rückgangs um 0,5 Punkte auf einen aktuellen Wert von 57,6 Punkten liegt der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft (ITK) auch im dritten Quartal 2012 klar über der kritischen 50-Punkte-Marke. Somit gehen weiterhin mehr Unternehmen von einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung des Wirtschaftszweigs aus als von einer negativen. Die konjunkturelle Stimmung in der Informationswirtschaft ist nun bereits seit dem dritten Quartal 2011 recht stabil und bis Jahresende ist mit einer weiteren Verbesserung zu rechnen. Auch auf die Teilbranche der Mediendienstleister, die ihre Aussichten seit Jahresbeginn eher trübe beurteilten, greift dieser Optimismus allmählich über. Ihre Erwartungen für die kommenden Monate haben sich deutlich aufgehellt. Zu diesem Ergebnis kommt die vierteljährliche Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter den Unternehmen der Informationswirtschaft in Deutschland.

Eine nähere Betrachtung der beiden zentralen Komponenten des Stimmungsindikators Informationswirtschaft zeigt, dass sich hinter seinem leichten Rückgang eine insgesamt erfreuliche Entwicklung verbirgt. So geht der Teilindikator für die aktuelle Geschäftslage im dritten Quartal 2012 im Vergleich zum Vorquartal zwar um 2,2 Punkte auf einen Wert von 53,0 Punkten zurück, gleichzeitig legt der Teilindikator für die Geschäftserwartungen im vierten Quartal 2012 aber um 1,3 Punkte auf einen Wert von 62,5 Punkten zu. Damit wird sich nach Meinung der befragten Unternehmen die konjunkturelle Situation in der Informationswirtschaft auf einem bereits jetzt recht guten Niveau weiter verbessern. In dieses Bild passt, dass auch die Perspektiven für die deutsche Wirtschaft insgesamt derzeit wieder günstiger beurteilt werden als in den zurückliegenden Monaten. So stieg beispielsweise der Frühindikator der ZEW-Konjunkturerwartungen im September 2012 erstmalig seit April 2012 wieder an und hat sich im Oktober 2012 erneut verbessert.

Die deutlichste Veränderung ist in der Teilbranche der Mediendienstleister zu beobachten. Im Gegensatz zu den wissensintensiven Dienstleistern und der IKT-Branche war ihre Stimmung im bisherigen Jahresverlauf von starkem Pessimismus geprägt. In der aktuellen Umfrage steigt der Stimmungsindikator in dieser Teilbranche nun um 5,4 Punkte auf 42,6 Punkte. Damit liegt er zwar immer noch deutlich unter der wichtigen 50-Punkte-Marke, jedoch geben die Geschäftserwartungen Anlass zur Hoffnung, dass sich die wirtschaftliche Situation der Mediendienstleister in den kommenden Monaten verbessern wird. Der Teilindikator für die Geschäftserwartungen jedenfalls hat um 17,2 Punkte zugenommen und erreicht mit 53,9 Punkten den höchsten Wert seit einem Jahr. Per Saldo ist der Anteil an Unternehmen der Medienbranche, die mit steigenden Umsatzzahlen im vierten Quartal 2012 rechnen, jetzt elf Prozent höher als der Anteil derjenigen, die Umsatzeinbußen erwarten. Und auch bei der Nachfrage übersteigt der Anteil der Optimisten den der Pessimisten um fünf Prozent. Der Teilindikator für die aktuelle Geschäftslage sinkt zwar aufgrund rückläufiger Umsätze und Nachfrage im dritten Quartal um 4,1 Punkte auf 33,7 Punkte, jedoch kann diese ungünstige Lage durch die optimistischen Erwartungen für das vierte Quartal mehr als ausgeglichen werden.

Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft

Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW Stimmungsindikators Informationswirtschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt vierteljährlich mehr als 5.000 Unternehmen mit mindestens 5 Beschäftigten aus den Branchen (1) IKT-Hardware, (2) IKT-Dienstleister, (3) Medien, (4) Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, (5) Public-Relations- und Unternehmensberatung, (6) Architektur- und Ingenieurbüros, technische, physikalische und chemische Untersuchung, (7) Forschung und Entwicklung, (8) Werbung und Marktforschung, (9) sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten. Alle neun Branchen zusammen bilden den Wirtschaftszweig Informationswirtschaft. IKT-Hardware und IKT-Dienstleister bilden zusammen die IKT-Branche. Die sechs zuletzt genannten Branchen umfassen die wissensintensiven Dienstleister. Ein Überblick über die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft ist im Internet unter www.zew.de/konjunktur abrufbar.

Anmerkung zur Hochrechnung

Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Informationswirtschaft hoch. Die Formulierung „Anteil der Unternehmen“ reflektiert somit den „Umsatzanteil der Unternehmen“.

(Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung / ZEW / 2012)

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Marc Brümmer

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