Finanzmarkt

IW-Köln: Aus der Lehman-Pleite gelernt, aber Finanzaufsicht besser ausstatten

Der Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers gilt gemeinhin als Startschuss der vor fünf Jahren ausgebrochenen Finanz- und Wirtschaftskrise. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) ging der Frage nach inwieweit verschärfte Eigenkapitalrichtlinien dazu beitrugen, dass Banken ihre Geschäfte künftig besser absichern.

Steuerzahler inzwischen besser geschützt

Die verschärften Eigenkapitalrichtlinien machen das Finanzsystem als Ganzes robuster. IW-Direktor Prof. Michael Hüther: „Durch die neuen Regeln ist das Geld der Steuerzahler bei Bankenkrisen besser geschützt als bisher. Jetzt kommt es darauf an, dass sich die Finanzaufsicht als Schiedsrichter nicht scheut, bei Verstößen konsequent die Rote Karte zu ziehen.“

Finanzaufsicht besser ausstatten

Entscheidend für den Erfolg der Regulierungen ist nach Ansicht der IW-Forscher eine möglichst effiziente Aufsicht. Diese muss auf europäischer Ebene installiert sein, da die Aufsichtsbehörden in verschiedenen Euro-Staaten in der Vergangenheit zu nachlässig waren. Außerdem soll die personelle und technische Ausstattung der Finanzaufsicht gestärkt werden.

Sie benötigt zudem einen unabhängigen wissenschaftlichen Beirat nach dem Vorbild der Monopolkommission, um stets auf dem neuesten Stand der Entwicklungen im Finanzsektor zu sein. Die Regulierung der sogenannten Schattenbanken muss der Studie zufolge noch konsequenter erfolgen. Sie sollen sich als Finanzdienstleister registrieren müssen, eine EU-Zulassung bekommen und einer effektiven Aufsicht unterworfen werden. Als wenig hilfreich beurteilen die IW-Forscher dagegen eine Finanztransaktionssteuer, da sie nicht die Krisenursachen bekämpft.

(Institut der deutschen Wirtschaft Köln)

Christoph Schroeder

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