Panorama

IW Köln und „MINT Zukunft schaffen“ stellen klar: …

… Fachkräftelücke bedroht Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland; 165.000 offene Stellen für MINT-Kräfte – Lücke von fast 80.000

 

Bereits heute gibt es in Deutschland entgegen anders lautenden Einschätzungen einen deutlichen Mangel an Fachkräften in den MINT-Qualifikationen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Im Oktober 2010 waren nach Berechnungen des IW Köln 165.000 offene Stellen für MINT-Kräfte verfügbar. Dem standen nur knapp 87.000 Arbeitssuchende mit MINT-Qualifikation gegenüber, also eine Lücke von fast 80.000. Zu Beginn des letzten Aufschwungs im Oktober 2005 waren dies noch mehr als doppelt so viele – damals zählten die Arbeitsagenturen rund 177.000 MINT-Kräfte ohne Job.

 

Die Fachkräftesituation stellt sich in den verschiedenen Branchen, Berufen und Regionen unterschiedlich dar. Besonders dramatisch ist die Lage am Arbeitsmarkt für Ingenieure: Allein hier stehen den 67.000 offenen Stellen nur 24.000 Arbeitssuchende gegenüber. Engpässe an Ingenieuren bestätigt auch das IAB. Erst jüngst hat auch die Bundesagentur für Arbeit auf Basis der Gegenüberstellung von offenen Stellen und Arbeitslosen auf akute Fachkräfteengpässe bei Ingenieuren hingewiesen.

 

Thomas Sattelberger, Vorstandsvorsitzender der wirtschaftsnahen Initiative „MINT-Zukunft schaffen“, die Lösungen zur Schließung dieser Fachkräftelücke erarbeitet, dazu: „Insbesondere der Bedarf an Ingenieuren und Informatikern wird in den nächsten Jahren allein durch die deutschen Hochschulen immer weniger abgedeckt. Aktuell steht jährlich 88.000 Absolventen in MINT Fächern ein zu deckender Fachkräftebedarf von mindestens 100.000 gegenüber. Es ist daher trotz anderslautenden Einschätzungen zu befürchten, dass die MINT-Fachkräftelücke bis 2020 auf über 230.000 anwachsen wird. Um dem entgegenzuwirken, müssen insbesondere die exorbitant hohen  Abbrecherquoten in den MINT-Fächern von derzeit 33 auf höchstens 20 % gesenkt werden. Zudem muss es uns gelingen, mehr junge Menschen – und hier insbesondere mehr junge Frauen – für die faszinierenden MINT-Fächer zu begeistern sowie eine Willkommensatmosphäre für junge ausländische Studierende zu schaffen. Alle Partner die sich uns angeschlossen haben stehen hinter diesen Zielen – auch gerade unsere mittelständischen Unternehmen.“.

 

Denn auch der Mittelstand leidet besonders unter dem steigenden Fachkräftemangel: Alfons Sittinger, Bürgermeister des Marktes Arnstorf und Geschäftsführer der  Mittelstandsvereinigung XperRegio: „Wir haben Xper-i-MINT – ein regionales Bildungsforum für Unternehmer und Schulen – ins Leben gerufen, um dem akuten Fachkräftemangel in unserer Region zu begegnen. Für unsere kleinen und mittleren Betriebe stellt das Fehlen von qualifizierten Fachkräften einen echten Engpass in der weiteren dynamischen Entwicklung der Unternehmen dar.“

 

Die hervorragenden Beschäftigungsperspektiven im MINT-Sektor führen auch zu steigenden Verdiensten. Seit Ende der 90er Jahre sind die Lohnvorsprünge von MINT-Fachkräften gegenüber anderen Gruppen am Arbeitsmarkt deutlich gestiegen. Dies ist ein deutlicher Beleg für den großen Bedarf der Unternehmen an Beschäftigten mit MINT-Qualifikation, so das IW in Köln.

 

 

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Andrea Kunwald

MINT Zukunft schaffen

Spreeufer 5

10178 Berlin

Tel.: 030 / 24632-457

Fax: 030 / 21230-959

E-mail: presse@mintzukunftschaffen.de

 

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