Wirtschaft

IWF warnt Japan und USA vor Herabstufung der Kreditwürdigkeit

Die Schuldenkrise der Staaten hat nun auch prominente Opfer außerhalb der Euro-Zone erreicht: Die USA und Japan müssten nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) möglichst schnell Pläne zur Sanierung ihrer Haushalte vorlegen. Andernfalls drohe ihnen die Herabstufung durch die Märkte, was höheren Zinsen bei der Kreditaufnahme gleichkäme. Am Mittwoch erst hatte der parteiunabhängige US-Rechnungshof erklärt, dass den USA im laufenden Haushaltsjahr ein neues Rekorddefizit von knapp 1,5 Billionen Dollar bevorstehe – 40% mehr als in der letzten Schätzung vom August. „Die USA stehen vor erschreckenden wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Herausforderungen“, hatte der Rechnungshof kommentiert. Die Ratingagentur Moody’s nannte als einen der Gründe, die zu einer Herabstufung der USA beitrügen, die äußerst umstrittene Verlängerung von Steuererleichterungen für Spitzenverdiener über 200.000 Dollar Jahreseinkommen aus der Amtszeit von Ex-Präsident George W. Bush. Japan wiederum kämpft den 22. Monat infolge mit fallenden Verbraucherpreisen (Deflation). Die Ratingagentur S&P hat das Land daraufhin zum ersten Mal seit 2002 im Rating um eine Note auf AA- herabgestuft (der Ausblick bleibe aber stabil). Zur Begründung hieß es, es fehle ein glaubwürdiger Plan der Regierung der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft, die Rekord-Schulden abzubauen. Damit hat Japan jetzt das gleiche Rating wie China und Saudi Arabien und sogar einen Tick schlechter als Spanien.

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