Energie & Umwelt

Japan bezahlt ab dem 1. Juli die weltweit höchste Einspeisevergütung für Solarstrom

Japan baut seine Energieversorgung um: Bislang wurden jeweils rund 25% der Stromerzeugung aus der Atomkraft, mit Kohle sowie mit Gas gewonnen. Auf die Erneuerbaren entfallen nur knapp 10%. Laut der Studie "Energy Rich Japan" könnte das ressourcenarme Japan allerdings problemlos zu 100% mit Erneuerbaren Energien versorgt werden. Eine Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln zeigt auf, wie dies über Konjunkturpakete angeschoben werden könnte. Das gebirgige Landesinnere Japans bietet dabei hervorragende Möglichkeiten für die Nutzung der Wasserkraft, die langen Küstenlinien der japanischen Inselwelt sind für Windenergie prädestiniert und das Land liegt zudem auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der weltweit größten Ansammlung von Vulkanen. Das geothermische Potential zur Strom- und Wärmeerzeugung ist entsprechend riesig.

Nach einer repräsentativen Umfrage der Zeitung „Tokyo Shimbun“ haben sich zuletzt 80% der japanischen Bürger für einen Ausstieg aus der Atomkraft ausgesprochen, lediglich 16% befürworteten eine weitere Nutzung. Vor dem Reaktorunfall von Fukushima waren die Zahlen quasi spiegelverkehrt. Die japanische Regierung hat nun reagiert und gewährt ab dem 1. Juli 2012 die weltweit höchsten Einspeisevergütungen für Solarstrom. Betreiber von PV-Anlagen erhalten damit in Zukunft 42 Yen pro Kilowattstunde (kWh) Solarstrom, das ist rund doppelt so hoch wie in Deutschland. Derzeit sind in Japan PV-Anlagen mit einer Leistung von rund 5 GW am Netz.

(mb)

 

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