Energie & Umwelt

Japan: Fortschritte beim Löschen von Reaktorblock 3

Derzeit liegt das Hauptaugenmerk auf Reaktorblock 3 des Atomkraftwerk Fukushima 1. Hier lagert extrem radioaktives Plutonium. Offenbar gelang es Feuerwehrleuten und der Armee nun, Wasserfontänen erfolgreich auf Reaktorblock 3 zu richten und diesen zu kühlen – Berichten zufolge sei die radioaktive Strahlung am Westeingang des AKWs um 17 Zähler auf 292 Mikrosievert pro Stunde leicht zurückgegangen. Am Freitagmorgen um 5.00 Uhr Ortszeit seien es dann 279 Mikrosievert pro Stunde gewesen. Diese Methode soll nun auch bei Block 4 und womöglich auch bei Block 1 helfen. Zudem sei die Starkstromleitung inzwischen errichtet worden, so dass man eventuell die Kühlsysteme von Block 1 und 2 wieder zum Laufen bringen könnte. Deren Zusatnd ist jedoch noch unklar. Laut der japanischen Zeitung „Mainichi Shimbun“ in der Freitagsausgabe habe Ministerpräsident Naoto Kan dem AKW-Betreiber Tepco verboten, seine Arbeiter aus dem Kraftwerk abzuziehen. Tepco habe bereits am Montag gegenüber der Regierung Sorge über die Sicherheit seiner Angestellten geäußert, sowie dass es „schwierig“ sein werde, das Kraftwerk nach den Explosionen und Bränden wieder unter Kontrolle zu bringen. Naoto Kan habe jedoch die Bitte, die Mitarbeiter abziehen zu dürfen, zurückgewiesen. Die Zeitung zitiert Kan: „Eine Abberufung ist unmöglich. Es geht nicht darum, ob Tepco kollabiert, es geht darum, ob Japan zusammenbricht.“ Südlich des AKWs sind mittlerweile weitere 140 freiwillige Helfer in Stellung gegangen. Falls trotz der kleinen Fortschritte alle Bemühungen, die Reaktoren abzukühlen, erfolglos bleiben, erwägt der Betreiber das Kraftwerk – analog zu Tschernobyl – unter einer Schicht aus Sand und Beton zu begraben. Laut dem Präsidenten der Gesellschaft für Strahlenschutz, Sebastian Pflugbeil, werde es sich bis Samstag oder Sonntag entscheiden, ob die Rettungsversuche zu einem Erfolg führen könnten. Andernfalls drohe eine Katastrophe des Ausmaßes von tschernobyl.

 

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