Energie & Umwelt

Japan und die Atomkraft: Nur ein Reaktor noch am Netz

Nach dem verheerenden Tsunami vom März 2011 sind mittlerweile fast alle japanischen Reaktoren aufgrund routinemäßiger Inspektionen vom Netz genommen worden. Nur ein Reaktor ist zur Zeit noch aktiv. Alle von Tepco, dem Betreiber des AKW Fukushima, betriebenen Reaktoren sind ebenfalls vom Netz.

Die japanische Regierung ist mittlerweile wieder bereit einen großen Teil der Reaktoren wieder zu aktivieren. Dagegen regt sich jedoch Widerstand in den Lokalregierungen. Diese fordern neue Sicherheitsstandards bevor sie über eine neue Genehmigung für die Reaktoren entscheiden.

Auch die Atomschutzbehörde NSC fordert bislang noch weitere Stresstests, die überprüfen sollen, ob die AKWs auch für schwere Katastrophen gerüstet sind.

Nach einer repräsentativen Umfrage der Zeitung „Tokyo Shimbun“ haben sich dabei 80% der Japaner für einen Ausstieg aus der Atomkraft ausgesprochen. Lediglich 16% der befragten Bürger befürworteten eine weitere Nutzung der umstrittenen Energie. Die Umfrage zeichnet ein Jahr nach der Katastrophe von Fukushima ein deutliches Bild, waren doch vor dem Reaktorunfall die Zahlen quasi spiegelverkehrt. Nun könnte man annehmen, dass das deutliche Ergebnis Bände spricht, dies gilt jedoch nur mit Einschränkungen. Denn 53% der Befragten konnten sich ein Wiederanfahren der Atomkraftwerke zur Überbrückung von Energieengpässen durchaus vorstellen. Demnach könnte man nicht von einem kompletten Atomausstieg sprechen.

Laut der Studie "Energy Rich Japan" (Stand 2003) könnte das ressourcenarme Japan problemlos zu 100% mit Erneuerbaren Energien versorgt werden. Derzeit decken die Erneuerbaren lediglich rund 3,4% des Stromverbrauchs. Das gebirgige Landesinnere bietet dabei gute Möglichkeiten für Wasserkraft, die extrem lange Küstenlinien der japanischen Inseln sind prädestiniert für Windenergie und das Land liegt zudem auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der weltweit größten Ansammlung von Vulkanen. Das geothermische Potential zur Strom- und Wärmeerzeugung ist entsprechend gewaltig.

(sm)

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